Hauptmenü öffnen

Karower Platte

eiszeitlich gebildete Hochfläche in den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Die Karower Platte ist eine eiszeitlich gebildete Hochfläche in den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Karower Platte
Südhang der Karower Platte bei Viesen

Südhang der Karower Platte bei Viesen

Höchster Gipfel Gollwitzer Berg (85,9 m ü. NHN)
Lage Landkreis Potsdam-Mittelmark und Brandenburg an der Havel in Brandenburg und Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt (Deutschland)
Karower Platte (Brandenburg)
Karower Platte
Koordinaten 52° 21′ N, 12° 19′ OKoordinaten: 52° 21′ N, 12° 19′ O
Typ Grund- und Endmoräne, Sander
Gestein Geschiebemergel, Geschiebelehm, Sande und Kies
Alter des Gesteins saale- und weichseleiszeitlich
Fläche 74 km²

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die weichselkaltzeitlich überprägte Hochfläche der Karower Platte besitzt einen saalekaltzeitlichen Altmoränenkern. Sie wurde durch aus Skandinavien nach Mitteleuropa vordringendes Eis an der Haupteisrandlage der Brandenburg-Phase geformt. Sie liegt südwestlich der Stadt Brandenburg an der Havel und bildet mit der östlich von ihr gelegenen Zauche eine Plattenreihe, die von einem kleinen Durchbruch des Baruther Urstromtals zweigeteilt wird.[1] In diesem Durchbruch laufen einige im Fläming entsprungene Flüsse wie die Plane, Temnitz und die Buckau aus dem Baruther Urstromtal der Havel zu. Die Karower Platte erhebt sich durchschnittlich etwa 30 Meter über dem flachen Umland. Höchste Erhebung ist der an der Eisrandlage 1 a gebildete 85,9 Meter hohe Gollwitzer Berg im westlichen Bereich. Begrenzt wird die Platte im Westen und im Süden durch das zum Urstromtal zählende Fiener Bruch, im Osten durch den Durchbruch und im Norden durch Talsandniederungsgebiete wie beispielsweise dem Wusterwitzer Becken. Im östlichsten Bereich der Platte kann man die typische glaziale Serie mit rückwärtiger Grundmoräne, einer kuppigen Endmoräne, dem Mahlenziener Sander und dem Urstromtal ausmachen. Im Gebiet der Karower Platte dominieren an Bodentypen verschiedene Braunerden.[2] Eine Ausnahme bildet der Sander, der Sand-Braunpodsol-/Podsolböden aufweist.[3] Einziges natürliches Fließgewässer der Hochflächen ist der Steinbach, der nach Westen hin abfließt, in das Grabensystem des Fiener Bruchs einmündet und über den Fiener Hauptvorfluter zum Elbe-Havel-Kanal entwässert wird.

OrtschaftenBearbeiten

Die Hochflächen der Karower Platte selbst sind nicht besiedelt. Ortschaften finden sich ausschließlich in ihren Randbereichen. Zur Stadt Brandenburg gehören im Nordosten Kirchmöser und am Südhang Mahlenzien. Weitere brandenburgische Dörfer sind am Nordhang Wusterwitz und die zu Rosenau gehörenden Warchau und Gollwitz. Am Südhang sind Viesen, Rogäsen und Zitz ebenfalls Ortsteile der Gemeinde Rosenau. In Sachsen-Anhalt liegen die zur Stadt Jerichow gehörenden Kade am nördlichen und das namensgebende Karow am südlichen Ausläufer.

ErhebungenBearbeiten

  • Der Gollwitzer Berg nahe dem zu Rosenau gehörenden Dorf Gollwitz ist mit 85,9 Metern die höchste Erhebung der Karower Platte.
  • Der Weinberg unmittelbar östlich von Zitz ist 69 Meter hoch.
  • Der 67,8 Meter hohe Friedensberg ist eine Erhebung beim Dorf Rogäsen.
  • Ebenfalls ein alter Weinberg, der eine Höhe von 61,7 Metern aufweist, liegt unmittelbar nördlich Mahlenziens.
  • Der Steinberg westlich des Dorfes Zitz hat eine Höhe von 60,7 Metern.
  • Der Mühlenberg mit 60,6 Metern liegt beim Kirchmöser Dorf direkt jenseits der Bahnlinie Berlin – Magdeburg.
  • Ein Weinberg bei Kade hat eine Höhe von 48,5 Meter.
  • Im Naturschutzgebiet Gränert im Neustädtischen Forst der Stadt Brandenburg und nördlich des Mahlenziener Weinbergs liegt der 43,2 Meter hohe Dachsberg.[4]

SchutzgebieteBearbeiten

Im Land Brandenburg liegt der östliche Bereich der Karower Platte im Landschaftsschutzgebiet Brandenburger Wald- und Seengebiet. Der östliche Teil dieses Landschaftsschutzgebietes zur Buckau ist als Naturschutzgebiet Gränert und als FFH-Gebiet Gränert nochmal gesondert ausgewiesen. Südliche Bereiche werden vom Vogelschutzgebiet Fiener Bruch (SPA-Gebiet) abgedeckt. „Wachauer Mühle“ ist zu einem geschützten Landschaftsbestandteil erklärt. Weiterhin gibt es einige Geschützte Biotope.[5][6][7]

Flora und FaunaBearbeiten

Der überwiegende Teil der hügligen Hochflächen wird agrarisch genutzt. Daneben sind weite Fläche, beispielsweise um den Gollwitzer Berg und im Osten in der Stadt Brandenburg, vorrangig mit monokulturellen Kiefernforsten bewachsen. Eine Ausnahme stellt das Naturschutzgebiet Gränert dar. Dort gibt es einen arten- und strukturreichen Laubmischwald, in dem es neben Kiefern auch Rotbuchen, Stieleichen, Traubeneichen, Birken, Gemeine Eschen, Pappeln, Ebereschen, Faulbäume und Roterlen gibt. Weiterhin kommen Echter Baldrian und Silbergras vor. In den Waldgebieten brüten unter anderem Seeadler und Fischadler. Weitere Vögel sind Schwarzspecht, Mittelspecht und Rohrdommel. Daneben sind weitere Arten wie Dachs, Trauermantel, Blindschleiche, Erdkröte und Nashornkäfer heimisch.[8][9]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 4, Abb. 2, S. 6, S. 279, S. 298 Abb 72.
  2. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 2, Abb 1.
  3. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 11.
  4. Karte des Gebietes der Karower Platte. Eingesehen am 15. Juni 2014.
  5. Teilblatt Nordwest Schutzgebiete. In: Landkreis Potsdam-Mittelmark Landschaftsrahmenplan. Büro für Umwelt- und Landschaftsplanung, archiviert vom Original am 7. August 2011; abgerufen am 16. Oktober 2013.
  6. Brandenburg an der Havel Flora Fauna Habitat (FFH)-Gebiete. Eingesehen am 7. Juni 2014.
  7. Brandenburg an der Havel Naturschutzgebiete auf dem Gebiet der Stadt. Eingesehen am 7. Juni 2014.
  8. NABU-Stiftung Nationales Naturerbe: Gränert Brandenburg an der Havel, Stand 24. Januar 2014.
  9. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 284 ff.