Karl Heinrich Thielmann

deutscher Militärarzt

Karl Heinrich Thielmann (* 7. Dezember 1802 in Nicolai in Oberschlesien; † 14. August 1872 in St. Petersburg) war ein deutscher Militärarzt in russischen Diensten.

LebenBearbeiten

Karl Heinrich Thielmann wuchs in armen Verhältnissen auf. 1817 erwarb er das Patent zum Chirurgengehilfen. Von 1823 bis 1827 studierte er zunächst Philologie, dann Medizin in Breslau. Vor Beendigung seines Studiums musste er Breslau verlassen und er wurde Hauslehrer bei Theodor Heinrich Wilhelm Lerche (1791–1847), Direktor des Augenspitals in St. Petersburg. 1831 schloss Thielmann sein Medizinstudium in Dorpat ab und er erwarb dort 1832 auch den medizinischen Doktortitel.

Anschließend kehrte er nach St. Petersburg zurück, war dort 1832–1833 Marinearzt der 18. Flottenequipage, 1833–1837 Arzt im Marinehospital in Oranienbaum. 1837–1868 bekleidete er die Stelle als Oberarzt am Peter-Paul-Hospital in St. Petersburg. Ab 1845 war er gleichzeitig Direktor des Laval’schen Kinderasyls und ab 1851 „Ehrenleibokulist“ am Hofe des Zaren Nikolaji. Ab 1868 arbeitete Thielmann als Arzt in eigener Privatpraxis.

Von 1844 bis 1860 war Thielmann neben Maximilian Heine und Rudolph Krebel Herausgeber der in St. Petersburg erscheinenden Zeitschrift „Medicinische Zeitung Russlands“.[1]

WerkeBearbeiten

  • Veterum opiniones de angiologia atque sanguinis motu : inde ab antiquissimi temporibus usque ad Galenum enarratae, sive quaestio, utrum sanguinis circulatio veteribus innotuerit nec ne? e fontibus ipsis soluta ; dissertatio inauguralis medica. Schünemann, Dorpat 1832 (Diss. med.) (Digitalisat)
  • Der Darmtyphus : Beobachtet im Jahre 1840 im Peter-Pauls-Hospitale zu St. Petersburg. Otto Wigand, Leipzig 1841 (Digitalisat)
  • Appendix zu Dr. C. Canstatt's Jahresbericht über die Fortschritte der gesammten Medicin in allen Ländern : Jahrg. I. Heft. 7. Erlangen 1842. Carl Kray, Petersburg 1843 (Digitalisat)

Beiträge in: Medicinische Zeitung Russlands (Auswahl)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Medicinische Zeitung Russlands“, Petersburg, 1. Jg. 1844 (Digitalisat) bis 17. Jg. 1860 (Digitalisat)
  2. 10. Jahrgang (1853), S. 249–251: A. Murawjeff. Über das Sumbalin (Digitalisat)