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Justizvollzugskrankenhaus Nordrhein-Westfalen

Krankenhaus
Justizvollzugskrankenhaus Nordrhein-Westfalen
Logo
Ort Fröndenberg/Ruhr
Koordinaten 51° 28′ 42″ N, 7° 46′ 58″ OKoordinaten: 51° 28′ 42″ N, 7° 46′ 58″ O
Anstaltsleitung Joachim Turowski
Betten 236
Mitarbeiter über 300
Fachgebiete 5
Gründung 1984
Website www.jvk.nrw.de/

Das Justizvollzugskrankenhaus Nordrhein-Westfalen liegt in Fröndenberg/Ruhr. Es ist eines der größten in Europa und ebenso eines der bestgesicherten seiner Art. Nachweislich entspricht es den Sicherheitsmaßstäben einer Justizvollzugsanstalt. Das Krankenhaus ist ausschließlich dafür ausgelegt, eine ärztliche Versorgung für Strafgefangene zu gewährleisten. Für zivile Zwecke darf das Krankenhaus aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. Das Justizvollzugskrankenhaus liegt ca. 1 km nordöstlich des Stadtzentrums auf einer Anhöhe. Die Gesamtgröße des Grundstücks beträgt ca. 55.000 m². Das gesamte Krankenhaus wird von einer etwa 4 m hohen Mauer umgeben, wobei sich der einzige Zugang an der Vorderseite des Komplexes befindet.

GeschichteBearbeiten

Das Krankenhaus wurde ursprünglich im Jahre 1979 als städtisches Krankenhaus in Fröndenberg erbaut. 1984 wurde es dann für den Strafvollzug umgebaut und ist seither das einzige Vollzugskrankenhaus des Landes Nordrhein-Westfalen. 2011 wurde das Krankenhaus endgültig rechtlich als Justizvollzugsanstalt eingestuft, was einen Ausbau der Umgebungssicherung zur Folge hatte. Im Zuge dieses Ausbaus wurde ein 4 m hoher Zaun außen um die Mauer gezogen. Hinzu kamen bewegliche Videoüberwachungsanlagen und eine verstärkte Außenbeleuchtung. In der Vergangenheit ist es keinem Insassen gelungen, aus dem Gefängniskrankenhaus auszubrechen.

AusstattungBearbeiten

 
Seitenansicht

Es verfügt über drei Operationssäle, Untersuchungs- und Behandlungsräume für die Ambulanzen der verschiedenen Fachrichtungen, eine Röntgenabteilung, eine Abteilung für physikalische Therapie, Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie, Kieferchirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen, Orthopädie, klinisch-chemisch-hämatologisches Laboratorium. Die Pflegebereiche gliedern sich in 7 Stationen. Die Gesamtbettenzahl beträgt 228, dazu 8 Betten der Intensiv-Behandlungs-Einheit. 2006 wurde das Krankenhaus durch eine psychiatrische Abteilung ergänzt.

Zum schnellen und sicheren Transport von Schwerverletzten besitzt das Krankenhaus einen Hubschrauberlandeplatz.

Das Justizvollzugskrankenhaus ist mit über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt Fröndenberg. Pro Jahr werden etwa 3.500 Patienten stationär behandelt. Die Zahl der ambulanten Vorstellungen liegt bei etwa 7.500. Das Krankenhaus nimmt teilweise ebenfalls erkrankte Straftäter aus anderen Bundesländern auf, sofern es die Kapazität zulässt.

ZuständigkeitBearbeiten

Die JVK NRW ist zuständig für die Vollstreckung von:

Die Zuständigkeiten der Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen sind im Vollstreckungsplan des Landes NRW geregelt (AV d. JM v. 16. September 2003 – 4431 – IV B. 28 -).[2]

In den MedienBearbeiten

Bekanntheit erlangte das Krankenhaus durch die bekannten Straftäter Dieter Zurwehme, Jan Zocha und Frank Schmökel[3], welche dort behandelt wurden. Normalerweise gibt das Krankenhaus jedoch die Namen seiner Patienten nicht preis, um Befreiungsversuche zu vermeiden.

Am 18. April 2004 zersägte Jan Zocha mit 23 Diamantfeilen seine Zellengitter des Justizvollzugskrankenhaus NRW und erklomm mit einer vier Meter langen Konstruktion aus Stoff und Möbelteilen die meterhohe Außenmauer, auf der er jedoch in letzter Sekunde gestellt wurde.[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.datenbanken.justiz.nrw.de (Memento vom 28. Juli 2014 im Internet Archive)
  2. Vollstreckungsplan für das Land Nordrhein-Westfalen, (AV d. JM v. 16. September 2003 – 4431 – IV B. 28 -). (PDF 1,2MB) Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, 1. April 2010, abgerufen am 7. März 2016.
  3. Schmökel wird verlegt. In: Spiegel Online. 29. November 2000, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  4. www.nw-news.de