Hauptmenü öffnen
BW
Justizvollzugsanstaltsinformation
Name Justizvollzugsanstalt Willich I
Bezugsjahr 1905
Haftplätze 611[1]
Anstaltsleitung Charlotte Narjes (LRD)

Die Justizvollzugsanstalt Willich I entstand, als die Justizvollzugsanstalt Willich im Jahre 1985 in die selbstständigen Einrichtungen Justizvollzugsanstalten Willich I und Justizvollzugsanstalt Willich II aufgeteilt wurde. Sie liegen im Willicher Stadtteil Anrath am Niederrhein zwischen Krefeld und Mönchengladbach. In der JVA Willich I sind männliche Strafgefangene zur Verbüßung ihrer Freiheitsstrafen untergebracht, in der JVA Willich II Frauen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die JVA Willich ging aus dem Königlich-preußischen Gefängnis hervor. Beide Einzelanstalten befinden sich in zwischen 1900 und 1905 errichteten vierflügeligen Gebäuden (Kreuzbauten).

Das Gefängnis war 1998 Drehort für eine Folge der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“. Die dort gedrehte Folge (Name: Ein Leopard läuft Amok) wurde am 1. Oktober 1998 das erste Mal ausgestrahlt.

Für die JVA Willich II (Frauen) wurde bis 2009 ein Neubau errichtet, wofür eine Reihe denkmalgeschützter Dienstwohnungshäuser abgerissen wurden. Letzteres führte zu heftigen, aber erfolglosen Protesten in der Bevölkerung und von Denkmalschützern.

Im Jahr 2010 feierte der Stadtteil Anrath der Stadt Willich sein 1000-jähriges Bestehen. Im Rahmen der stattfindenden Feierlichkeiten nutzen die Justizvollzugsanstalten die Möglichkeit einen Tag der offenen Tür anzubieten. Dabei wurden an dem Wochenende vom 1. bis 3. Oktober 2010 1.300 Besucher durch die beiden Justizvollzugsanstalten geführt.

ZuständigkeitBearbeiten

Die JVA Willich I ist Zuständig für die Vollstreckung von:

  • Freiheitsstrafe bis unter drei Monate
  • Freiheitsstrafe (Erstvollzug) von drei Monaten bis zwei Jahre
  • Freiheitsstrafe (Regelvollzug) von mehr als einem Jahr sechs Monate bis einschließlich zwei Jahre
  • Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren entsprechend dem Ergebnis des
  • Einweisungsverfahrens
  • Freiheitsstrafe von mehr als 24 Monaten an Ausländern
  • Sozialtherapeutische Abteilung

Zweiganstalt Krefeld:

Zweiganstalt Mönchengladbach:

Die Zuständigkeiten der Justizvollzugsanstalten in Nordrhein-Westfalen sind im Vollstreckungsplan des Landes NRW geregelt (AV d. JM v. 16. September 2003 – 4431 – IV B. 28 -).[3]

EinrichtungenBearbeiten

1905 als JVA Willich gebaut, wurde sie nach der Trennung der beiden Anstalten in JVA Willich I umbenannt. Die JVA Willich I bietet Platz für 415 Gefangene und ist mit einer sozialtherapeutischen Abteilung mit 24 Haftplätzen ausgestattet. Seit 1969 gehört ein Werkstattgebäude zur JVA Willich I.[4]

Zweiganstalt KrefeldBearbeiten

Die Zweiganstalt Krefeld wurde zwischen 1892 und 1894 an der Nordstraße in Krefeld errichtet. Sie verfügt über 73 Haftplätze im geschlossenen Vollzug. Vollstreckt wird hier die Untersuchungshaft.[5]

Zweiganstalt MönchengladbachBearbeiten

Die Zweiganstalt Mönchengladbach wurde zwischen 1910 und 1912 an der Scharnhorststraße in Mönchengladbach errichtet. Sie verfügt über 123 Haftplätze im geschlossenen Vollzug. Vollstreckt wird hier die Untersuchungshaft.[6]

Zweiganstalt Mönchengladbach-GiesenkirchenBearbeiten

Die Zweiganstalt Mönchengladbach-Giesenkirchen wurde 1979 in einem ehemaligen Gebäude der Strafvollzugsschule eingerichtet. Sie verfügte über 62 Haftplätze im offenen Vollzug. Mit Ablauf des 31. Januar 2011 wurde sie geschlossen.[7]

Ehemalige HäftlingeBearbeiten

VerschiedenesBearbeiten

Königliche Potthusaren zu Anrath e.V.Bearbeiten

Die „Potthusaren“ verstehen sich als Schützengruppe, die der Sebastianus Bruderschaft Anrath von 1463 angeschlossen ist. Sie trägt die im Rawiczer Reglement von 1835 aufgezeigten und bis 1939 vorgeschriebenen Uniformen der preußischen Strafanstalten, mit denen sie einen nahezu vergessenen gefängnis-historischen Abschnitt in Erinnerung halten möchten.

Der Begriff „Potthusaren“ geht zurück auf ein von 1906 bis 1914 in Krefeld stationiertes Husarenregiment, deren Offiziersuniformen denen der damaligen Strafvollzugsbeamten in einer Weise glichen, dass letztere nicht selten mit Husarenoffizieren verwechselt wurden. Da das königliche Gefängnis in Anrath im Volksmund als "Pott" bezeichnet wurde, war für die in diesem Gefängnis tätigen Vollzugsbeamten der Begriff „Potthusaren“ rasch geprägt. Die Gruppe der „Potthusaren“ gründete sich im Jahre 1982 aus 16 Beamten der Justizvollzugsanstalt Willich I.

GefängnismuseumBearbeiten

Im ehemaligen Direktorenhaus wurde 2003 ein Gefängnismuseum eröffnet, das durch die Potthusaren organisiert und betreut wird und in dem mit vielen teilweise auch kuriosen Exponaten der Alltag im Gefängnis dokumentiert wird, wie beispielsweise selbstgebaute Funkgeräte und Lautsprecher oder nachgemachte Schlüssel. Ebenso werden dort auch die Originalprotokolle zu den Nürnberger Prozessen ausgestellt, die sich aus Sicherheitsgründen hinter Glas befinden.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.jva-willich1.nrw.de/wir_ueber_uns/grusswort/index.php (mit Zweiganstalten)
  2. http://www.datenbanken.justiz.nrw.de/pls/jmi/vp_zweck (Memento vom 28. Juli 2014 im Internet Archive)
  3. Vollstreckungsplan für das Land Nordrhein-Westfalen, (AV d. JM v. 16. September 2003 – 4431 – IV B. 28 -). (PDF 1,2MB) Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, 1. April 2010, abgerufen am 7. März 2016.
  4. Informationsbroschüre: Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen, Herausgeber: Justizministerium NRW, 2008, S. 58
  5. Informationsbroschüre: Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen, Herausgeber: Justizministerium NRW, 2008, S. 59
  6. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. Oktober 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.jva-willich1.nrw.de
  7. Justizministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen Nr. 4 vom 15. Februar 2011, Seite 34
  8. Krefeld: Fall Mirco: Demo vor Gefängnis (Memento des Originals vom 11. Februar 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rp-online.de
  9. Dieter Bednarz und Bruno Schrep: „Tot sein ist schöner als wie ohne Geld“. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1989 (online).

Koordinaten: 51° 17′ 7,9″ N, 6° 27′ 17,1″ O