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John McAllister Schofield

US-amerikanischer Offizier im Amerikanischen Bürgerkrieg und späterer Kriegsminister und Oberkommandeur der US-Armee

Leben vor dem BürgerkriegBearbeiten

1843 siedelte Schofields Familie nach Freeport, Illinois um. Mit sechzehn arbeitete er Landvermesser in Wisconsin und unterrichtete als Siebzehnjähriger an der örtlichen Schule. Obwohl Schofield zunächst Anwalt werden wollte, akzeptierte er 1849 die Nominierung an die US-Militärakademie in West Point, New York. Er schloss sie 1853 als Siebter seines Jahrgangs ab und wurde zunächst als Brevet-Leutnant im 2. US-Artillerie-Regiment und ab dem 31. August 1853 im regulären Dienstgrad Leutnant im 1. US-Artillerie-Regiment eingesetzt. Am 3. März 1855 wurde Schofield zum Oberleutnant befördert und diente in Florida und später als Ausbilder für Naturwissenschaften an der Militärakademie.

Schofield heiratete im Juni 1857 Harriet Bartlett. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor, von denen drei die Kindheit überlebten.[1] Er wurde 1860 vom Dienst freigestellt, um Physik an der Washington University in St. Louis zu lehren.[2][3][4]

BürgerkriegBearbeiten

Zu Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges war Schofield Rekrutierungsoffizier in Missouri. Er wurde am 26. April 1861 zum Major[5] des 1. Missouri-Infanterie-Regiments ernannt. Zum Hauptmann wurde er am 14. Mai 1861 befördert. Schofield gliederte das Infanterie-Regiment zum 1. Missouri-Artillerie-Regiment um und wurde am 2. Juli 1861 zum Stabschef der Army of the West unter Generalmajor Nathaniel Lyon ernannt. In der Schlacht an Wilsons Creek zeichnete er sich aus, wofür er 1892 die Medal of Honor erhielt. Im November 1861 wurde er außerdem zum Brigadegeneral der Freiwilligen befördert, ein Jahr später zum Generalmajor der Freiwilligen. Nach unterschiedlichen Aufgaben in Missouri übernahm er 1863 eine Division im XIV. Korps der Cumberland-Armee.

1864 erhielt er den Befehl über die Ohio-Armee, mit der er am Atlanta-Feldzug teilnahm. Nach der Einnahme der Stadt durch die Unionstruppen wurde Schofield mit seiner Armee nach Tennessee geschickt, um es gegen John Bell Hoods Offensive zu verteidigen. Schofield besiegte Hood am 30. November bei Franklin, vereinigte sich dann bei Nashville mit der Armee von George Henry Thomas und besiegte unter dessen Oberbefehl in der Schlacht von Nashville Hood aufs Neue.

Im Frühjahr 1865 wurde er nach North Carolina beordert, wo er sich in Goldsboro mit Shermans von Süden her kommenden Armeen vereinigte und dessen weiteren Feldzug mitmachte.

1865 bis zum TodBearbeiten

Nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde Schofield zuerst auf eine diplomatische Mission nach Frankreich geschickt. Andrew Johnson ernannte ihn zum Militärgouverneur über den Ersten Militärbezirk (Virginia). Von 1868 bis 1869 diente er im Kabinett Johnson als Kriegsminister.

1872 wurde er nach Hawaii versetzt, wo er mit dem Aufbau der Marinebasis Pearl Harbor betraut wurde. Als auf der Insel Oʻahu 1908 ein Militärstützpunkt errichtet wurde, wurde dieser ihm zu Ehren benannt – die Schofield Barracks.

1876 bis 1881 war er Direktor seiner ehemaligen Ausbildungsstätte West Point, und 1888 bis 1895 hatte er, inzwischen Generalmajor der regulären Armee, den Posten des Oberbefehlshabers des US-Heeres inne. 1895 wurde Schofield zum Generalleutnant befördert und zog sich danach aus der United States Army zurück.

Schofield veröffentlichte 1897 seine Memoiren. Er wurde 1906 auf dem Nationalfriedhof Arlington bestattet.

Heute wird Schofield auch für ein langes Zitat in Erinnerung gerufen, das alle Kadetten der US-Militärakademie in West Point, der Offizierskandidatenschule in Fort Benning und der US-Luftwaffenakademie auswendig lernen müssen. Es ist ein Auszug aus seiner Abschlussrede an die Klasse von 1879 in West Point: [6]

"Die Disziplin, die die Soldaten eines freien Landes im Kampf zuverlässig macht, kann nicht durch harte oder tyrannische Behandlung erlangt werden. Im Gegenteil, es ist weitaus wahrscheinlicher, dass eine solche Behandlung eine Armee zerstört als macht. Es ist möglich, Anweisungen zu erteilen und Befehle in einer Weise und einem Tonfall zu erteilen, die beim Soldaten kein Gefühl, sondern ein starkes Verlangen nach Gehorsam hervorrufen, während die entgegengesetzte Art und der entgegengesetzte Tonfall starke Ressentiments und Verstimmungen hervorrufen können ein Wunsch, ungehorsam zu sein. Die eine oder andere Art des Umgangs mit Untergebenen entspringt einem entsprechenden Geist in der Brust des Kommandanten. Wer den Respekt empfindet, der anderen gebührt, kann es nicht verfehlen, in ihnen den Respekt für sich selbst zu wecken. Während derjenige, der sich gegenüber anderen, insbesondere seinen Untergebenen, respektlos fühlt und sich dementsprechend manifestiert, kann es nicht anders, als Hass gegen sich selbst zu erregen."

— John M. Schofield

EhrungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • James L. McDonough, Schofield: Union General in the Civil War and Reconstruction. Florida State University Press, Tallahassee 1972.
  • Donald B. Connelly, John M. Schofield and the Politics of Generalship. University of North Carolina Press, Chapel Hill 2006, ISBN 0-8078-3007-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. John M. Schofield: Forty-six Years in the Army. The Century Co., New York 1897, S. 29.
  2. John H. und David J. Eicher: Civil War High Commands. Stanford University Press, 2001, abgerufen am 7. September 2019 (englisch, Lebensdaten Schofields S. 472).
  3. John H. und David J. Eicher: Civil War High Commands. Stanford University Press, 2001, abgerufen am 7. September 2019 (englisch, Lebensdaten Schofields S. 473).
  4. Ezra J. Warner: Generals in Blue. Louisiana State University Press, Baton Rouge, Louisiana 2013, ISBN 978-0-8071-5229-4, S. 425.
  5. Der Major war der dritte Stabsoffizier eines Regiments und vergleichbar dem XO, meist im Dienstgrad Major oder Hauptmann
  6. LTG John M. Schofield on Discipline. Abgerufen am 6. September 2019 (amerikanisches Englisch).