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John Couch Adams

britischer Mathematiker und Astronom
John Couch Adams, etwa 1870
Adams’ Grab

John Couch Adams (* 5. Juni 1819 in Laneast bei Launceston, Cornwall, England; † 20. Januar 1892 in Cambridge) war ein englischer Mathematiker und Astronom.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WirkenBearbeiten

Adams studierte an der Universität Cambridge, wo er 1841 promovierte. Um die gleiche Zeit begann er mit Untersuchungen zu den Unregelmäßigkeiten in der Bewegung des Planeten Uranus. Er berechnete die Position des Planeten Neptun aufgrund der ungleichmäßigen Bahn des Uranus, doch seine Berechnungen, die er im Herbst 1845 an den Königlichen Astronomen George Bidell Airy (1801-1892) weitergab wurden zunächst nicht beachtet, wodurch ihm Urbain Le Verrier zuvorkam. Dieser hatte fast zeitgleich ähnliche Berechnungen angestellt und diese zur Überprüfung an den deutschen Wissenschaftler Gottfried Galle (1812-1910) von der Berliner Sternwarte weitergegeben. Nach einer leichten Korrektur um etwa einen Winkelgrad entdeckte dieser dann tatsächlich auch den Planten Neptun durch sein Teleskop. Die Frage, wer dabei zuerst zu Ergebnissen kam und somit Neptun entdeckte, war damals eine Frage des nationalen Prestiges zwischen England und Frankreich. Adams nahm aber diese Angelegenheit damals gelassen.

1847 wurde Adams in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Er wurde 1858 Regius Professor of Mathematics an der Universität St Andrews[1] in Schottland und später in Cambridge. 1861 wurde er dort auch Direktor der Sternwarte.

Im Jahre 1998 entdeckte Briefe lassen erkennen, dass die Berechnungen Adams’ unzuverlässig waren, so dass die Astronomen in Cambridge wochenlang an den falschen Positionen nach dem Planeten suchten. Adams selbst hatte seine Resultate nie als vertrauenswürdig bezeichnet. Die Akten zu Adams’ Berechnungen wurden offenkundig seit 1850 unterdrückt. Der Aufsatz über die Störungen des Uranus, den er 1847 als Manuskript drucken ließ, wurde 1851 im Nautical Almanac veröffentlicht. Ab 1851 war er Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften.[2]

Das Adams-Bashforth- und Adams-Moulton-Verfahren (siehe Mehrschrittverfahren) ist nach ihm benannt.

1866 wurde er mit der Goldmedaille der Royal Astronomical Society ausgezeichnet, 1883 in die National Academy of Sciences aufgenommen.

Neben seinen astronomischen Berechnungen führte er auch zahlreiche zahlentheoretische Berechnungen durch. So berechnete er beispielsweise die bernoullischen Zahlen bis  , die natürlichen Logarithmen   auf 273 Dezimalstellen und die Eulersche Konstante auf 261 Dezimalstellen (1877), dieser Rekord konnte erst 1952 durch John William Wrench mit 329 Dezimalstellen unter Verwendung einer elektronischen Rechenmaschine knapp überboten werden.

Seine Sammlung von Inkunabeln und frühen Drucken hinterließ er testamentarisch der Cambridge University Library. Ältestes Stück der Sammlung ist ein Druck von Peter Schöffer von Augustins De verae vitae cognitione.[3]

Im Lawrence House Museum in Launceston befindet sich eine Büste von Adams.

Der Asteroid (1996) Adams ist nach ihm benannt, ebenfalls der Mondkrater Adams. Dieser ist nach ihm sowie den Astronomen Charles Hitchcock Adams und Walter Sydney Adams benannt. Darüber hinaus ist er Namensgeber für den Adams-Nunatak auf der westantarktischen Alexander-I.-Insel.

Sein Bruder William Grylls Adams gab nachgelassene Schriften von Adams heraus.

WerkeBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. J. J. O'Connor und E. F. Robertson (2005) John Couch Adams auf der Webseite der University of St Andrews; abgerufen am 27. November 2015.
  2. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 23.
  3. Fabian-Handbuch online

LiteraturBearbeiten

  • Sky and Telescope, Juli 2003, S. 26 (zum Thema unterdrückte Dokumente).
  • William Sheehan, Nicholas Kollerstrom, Craig B. Waff: Die Neptun-Affäre. Spektrum der Wissenschaft, April 2005, ISSN 0170-2971, S. 82–88.

WeblinksBearbeiten