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Porträt Kirners von Johann Baptist Laule
Selbstbildnis Kirners „im 17. Jahr“ (1822)
Badischer Freischärler mit zwei Ordonnanzen, 1849
Kirners Grabstein in Furtwangen

Johann Baptist Kirner (* 24. Juni 1806 in Furtwangen im Schwarzwald; † 19. November 1866 ebenda[1]) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Johann Baptist Kirner zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Porträt- und Genremalerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er war eines von sieben Kindern des Schuhmachers Johann Kirner. Aus finanziellen Gründen musste er bei einem Kutschenmaler in Freiburg und einem Dekorationsmaler in Villingen in die Lehre gehen. Sein älterer Bruder, der Porträtist Lukas Kirner, betrieb aber seine Aufnahme in die Augsburger Kunstschule, wo er 1822 auch als Schüler im Fach Historienmalerei angenommen und in der Folge mit Preismedaillen ausgezeichnet wurde.

Johann Baptist schrieb sich 1824 an der Akademie in München ein. 1827 erhielt er mit Unterstützung der Konstanzer Malerin Marie Ellenrieder Stipendien des Großherzogs Leopold I. von Baden. Er versuchte sich dort zuerst in religiösen Kompositionen und wandte sich dann aber eher weltlichen Motiven zu. Damals entstanden teilweise humoreske Bilder und Grafiken zu Gedichten von Johann Peter Hebel. Seit 1829 lebte er als freischaffender Künstler in München. Kirner reiste 1832 mit einem Stipendium des Großherzog nach Italien, wo er sich in Rom von 1832 bis 1834 mit seinem schwarzwälder Landsmann Franz Xaver Winterhalter das Atelier teilte. Das Frühjahr 1833 verbrachte Kirner in Neapel. 1837 verließ er Rom und verbrachte das Jahr 1838 in Wien. 1839 lebte er wieder in Furtwangen, in diesem Jahr wurde er zum badischen Hofmaler ernannt, was seine Anwesenheit in Karlsruhe verlangte. So zog er 1842 nach Karlsruhe, wo ihm im selben Jahr eine jährliche Rente von 400 Gulden bewilligt wurde mit der Auflage, alle zwei Jahre ein Gemälde für die Großherzogliche Privatgalerie abzuliefern. 1844 ging er wieder nach München, was ihn zu ständigen Urlaubsanträgen beim Großherzoglichen Hof zwang. 1856 wurde er Ehrenmitglied der Königlich Bayerischen Akademie der bildenden Künste in München. Bis Ende 1865 lebte er in München, 1866 lebte er wieder in seine Heimatstadt, wo er auch verstarb.

Sein Grabstein auf dem Friedhof von Furtwangen wurde durch einen Verwandten Kirners, den deutschen Bildhauer Adolf Heer (1849–1898) angefertigt. Im Stadtteil Waldsee der Stadt Freiburg im Breisgau erinnert der Name einer Straße an den Maler.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

Einige seiner Gemälde und Grafiken befinden sich teilweise in öffentlichen Museen, u. a. im Museum Georg Schäfer, der Kunsthalle Karlsruhe oder im Augustinermuseum in Freiburg.

  • Raffael in der Michelangelo-Kneipe
  • Ave Maria
  • Der Improvisator (Kunsthalle Hamburg)
  • Jesuiten auf der Flucht
  • Italienische Wallfahrer, Museum für Ausländische Kunst, Riga, Lettland[2]
  • Die versprengten Freischärlern in den Bergen des Schwarzwaldes (Neue Pinakothek München)
  • Die Kartenschlägerin, in zwei Varianten in der Neuen Pinakothek und im Augustinermuseum
  • Ein badischer Freischärler mit seinen beiden Ordonnanzen (Augustinermuseum Freiburg)
  • Italienisches Landvolk im Gebet vor einer Wegkapelle bei Olevano (Augustinermuseum Freiburg)
  • Guardia civica
  • Preisverteilung des landwirtschaftlichen Vereins in einer Hotzenwälder Bauernstube[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Carina Mahlbacher: Johann Baptist Kirner, 1806 –1866, badischer Hofmaler, Dissertation, Stuttgart, 1983, S. 16.
  2. Mit Stift und Feder. Zeichnungen vom Klassizismus bis zum Jugendstil, Petersberg, Imhof, 2013, S. 114–115. ISBN 978-3-86568-879-8.
  3. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.alt-hotzenwald.de

LiteraturBearbeiten

  • Johann August Ritter von EisenhartKirner, Johann Baptist. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 26–30.
  • Christian Baumann: Johann Baptist Kirner, ein bedeutender Maler des Schwarzwaldes 1806–1866, in: Badische Heimat, Heft 1/1956
  • Carina Mahlbacher: Johann Baptist Kirner, 1806 - 1866, badischer Hofmaler, Dissertation, Stuttgart, 1983
  • Gabriele Brugger: Lebensweisen – Genremalerei von J. B. Kirner und J. B. Pflug. Ausstellungskatalog, Kunstmuseum Hohenkarpfen, Beuroner Kunstverlag, Beuron, 2004, ISBN 3-930569-27-2
  • Geschichts- und Heimatverein Furtwangen e. V. (Hg.): Johann Baptist Kirner 1806–1866. Ausstellung zum 150. Todestag, Ausstellungskatalog, Furtwangen, 2016, ISBN 978-3-00-054879-6

WeblinksBearbeiten

  Commons: Johann Baptist Kirner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien