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Jochen Beyse

deutscher Schriftsteller

Jochen Beyse (* 15. Oktober 1949 in Bad Wildungen) ist ein deutscher Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach dem Besuch des Realgymnasiums König-Heinrich-Schule in Fritzlar, wo er 1968 sein Abitur machte, studierte Beyse ab 1969 an der Universität Köln zunächst Geschichte und Kunstgeschichte, anschließend Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie. 1977 promovierte er mit der Arbeit Film und Widerspiegelung über den Soziologen Siegfried Kracauer.[1] Er zog 1978 nach Hamburg, wo er von Gelegenheitsjobs lebte. Seit 1987 ist er freier Schriftsteller mit Wohnsitz in Berlin.

Der literarische Durchbruch gelang ihm 1986 mit der Erzählung Das Affenhaus.

WerkeBearbeiten

Von Anfang an sind es „extreme Einzelgänger, sich abkapselnde Außenseiter und aus allen Normen Verrückte,“[2] die ihn faszinieren. Dabei hätten Beyses Erzählungen und Romane eines gemeinsam, nämlich „Erzählexperimente gewagtesten Kalibers zu sein.“[3] — „halb Selbstgespräch, halb Geisterbeschwörung.“[4]

  • Film und Widerspiegelung, Köln 1977
  • Der Ozeanriese, Reinbek bei Hamburg 1981 ISBN 3499251612
  • Der Aufklärungsmacher. München 1985 ISBN 3-471-77156-5
  • Das Affenhaus, Erzählung. Paul List Verlag, München 1986 ISBN 347177159X
  • Ultima Thule, Eine Rückkehr. Paul List Verlag, München 1987 ISBN 347177162X
  • Die Tiere, Erzählung. Paul List Verlag, München 1988 ISBN 3-471-77165-4
  • Ultraviolett, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1990 ISBN 3518116037
  • Unstern, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1991 ISBN 3518403257
  • Larries Welt, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1992 ISBN 351840475X
  • Bar Dom, Erzählungen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1995 ISBN 3518119303
  • Ferne Erde. Erzählung. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997 ISBN 3518120379
  • Fremdenführung, Erzählung. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001 ISBN 3518122061
  • Palermo 1933. Erzählung. Diaphanes Verlag, Zürich/Berlin 2012
  • Rebellion. Zwischenbericht. Diaphanes Verlag, Zürich/Berlin 2013
  • Das Affenhaus Erzählung. Diaphanes Verlag, Zürich/Berlin 2014
  • Lawrence und wir. Diaphanes Verlag, Zürich/Berlin 2015
  • Fremd wie das Licht in den Träumen der Menschen, Diaphanes Verlag, Zürich/Berlin 2017[5][6]

PreiseBearbeiten

Beyse wurde 1985 mit dem Aspekte-Literaturpreis dem Nachwuchspreis junger Literatur in Hamburg und 1986 mit dem Preis der Kärntner Industrie beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt ausgezeichnet, außerdem erhielt er mehrere Förderstipendien, darunter 1988 ein Villa-Massimo-Stipendium. 1988 lehnte er das New-York Stipendium des Deutschen Literaturfonds ab.

Zitate über BeyseBearbeiten

„Er rollt keinen gemütlichen Teppich für die Leser aus, sondern jagt sie wie durch ein verwirrendes Spiegelkabinett“

„Jochen Beyses Hauptfigur ist radikal gegenwärtig in ihrer verzweifelten Selbstauflösung, und die Gespensterangst, die sie quält, verweist auf ein heutiges Lebensgefühl in einer vernetzten Welt, die in ihrer bildlichen Verdoppelung und den Techniken der Beschleunigung vor unseren Augen ständig zu zerfallen oder zu verschwinden scheint.“

LiteraturBearbeiten

  • Kürschners Gelehrtenlexikon 2006

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jochen Beyse: Film und Widerspiegelung. Doktorarbeit an der Universität Köln, 1977.
  2. Natias Neutert: "Jagd durch Spiegel. Über Jochen Beyse." In: Hamburger Abendblatt, 18. Januar 1993.
  3. Natias Neutert: "Jagd durch Spiegel. Über Jochen Beyse." In: Hamburger Abendblatt, 18. Januar 1993.
  4. Hansjörg Graf: "Der Stubenhocker wird zum Voyeur." In: Süddeutsche Zeitung, 9. Juni 2001
  5. Jochen Beyse - Fremd wie das Licht in den Träumen der Menschen. In: wdr.de. 2. August 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  6. Anja Kümmel: Künstliche Intelligenz: Monolog eines Haushaltsroboters. In: zeit.de. 18. Juni 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  7. Hamburger Abendblatt, 18. Januar 1993.
  8. FAZ, Nr. 292, 16. Dez. 2013