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Joachim Giesel im Herbst 2016

Joachim Giesel (* 27. August 1940 in Breslau) ist ein deutscher Fotograf.[1]

LebenBearbeiten

Joachim Giesel wurde während des Zweiten Weltkrieges 1940 in Breslau geboren.

Nach der Flucht seiner Familie aus Schlesien wurde Giesel 1951 in Hannover heimisch, wo er eine Ausbildung als Fotograf absolvierte und 1966 seine Meisterprüfung ablegte. 1972 gründete er mit Peter Gauditz und Heinrich Riebesehl die Galerie spectrum, die 1979 in das neu eröffnete Sprengel-Museum integrierte wurde und dort den Grundstock der Sammlung von Fotografie und Medien bildete.[2]

1980 schloss Giesel ein Studium als Fotodesigner an der Fachhochschule Dortmund ab. Von 1979 bis 1999 war Giesel als Theaterfotograf für das Staatsschauspiel Hannover tätig. An den Fachhochschulen Bielefeld und Dortmund, sowie an der Gesamthochschule Wuppertal hatte er Lehraufträge.[3] Giesel unterhält ein Atelier im hannoverschen Zooviertel.[4] 1985 erhielt Giesel den Niedersächsischen Staatspreis für das gestaltende Handwerk.[5]

WerkBearbeiten

 
Das Paar Lily Knake und Joachim Giesel 2017 im Historischen Museum Hannover
 
Joachim Giesel während seiner Führung durch seine Ausstellung Fotografieren heute – vom Zauber der Bilder im Beginenturm in Hannover

Giesels Schwerpunkt liegt auf der Porträtfotografie. Die Fotobände Photoportraits aus Hannover (1990) und 100 hannoversche Köpfe (2006) zeigen Porträts von bekannten Persönlichkeiten mit Bezug zu Hannover, wie Rudolf Augstein oder Mousse T. Die Fotoreihe Verrückt nach Ilten (2003) porträtiert Patienten in der Psychiatrie, in Hauptsache Arbeit fotografierte Giesel Arbeitslose. Zwischen 1965 und 1989 fotografierte Giesel regelmäßig Motive im Zonenrandgebiet. Ein Teil dieser Fotos wurde 1983 in der Zeitschrift Stern unter dem Titel Kurz vor der Schmerzgrenze veröffentlicht. Im September 2012 zeigte der Norddeutsche Rundfunk eine Dokumentation, in der Giesel mit seinem Freund, dem Stern-Autor Dieter Bub, die ehemalige Grenze abfuhr und die inzwischen historischen Fotos mit der Gegenwart verglich.[6]

Medienecho (Auswahl)Bearbeiten

  • N.N.: Zurückhaltend, aber genau / Joachim Giesel ist 75 Jahre alt geworden – und blickt auf 60 Jahre als Fotograf zurück, in: Hallo Wochenende, Ausgabe Hannover Nord vom 29. August 2015, S. 5

SchriftenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. o. V.: Joachim Giesel, in: 100 hannoversche Köpfe, hrsg. von Tigo Zeyen und Anne Weber-Ploemacher, mit Fotografien von Joachim Giesel, Niemeyer, Hameln 2006, ISBN 978-3-8271-9251-6 und ISBN 3-8271-9251-X, S. 207
  2. Zur Geschichte der Galerie spectrum und der Sammlung für Fotografie und Medien auf der Website des Sprengel-Museums, abgerufen am 19. Mai 2019
  3. Lebenslauf Giesels auf der Internetpräsenz einer Galerie
  4. Adresse auf der Website von Giesel
  5. Sabine Wilp (Text): Die Preisträger seit 1958, in dies.: Niedersächsischer Staatspreis für das gestaltende Handwerk 2016 (PDF-Dokument), hrsg. in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Hannover: Handwerksform Hannover, 2016 [ohne Seitennummern]
  6. Beschreibung der Sendung auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Photographie e.V.