Jenny Uglow

englische Biographin

Jennifer „Jenny“ Sheila Uglow OBE (Geburtsname J.S. Crowther; geboren 1947)[1][2] ist eine britische Biografin, Historikerin, Kritikerin und Verlegerin. Bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2013 war sie Redakteurin im Verlag Chatto & Windus. Ihre Werke über Elizabeth Gaskell, William Hogarth, Thomas Bewick und die Lunar Society wurden von den Kritikern gelobt. Des Weiteren verfasste sie ein mehrfach aufgelegtes Lexikon mit Frauenbiographien.

Sie hat 2002 den James Tait Black Memorial Prize und 2003 den Hessell-Tiltman Prize für The Lunar Men, Five Friends Whose Curiosity Changed the World sowie 2018 für Mr Lear den Hawthornden-Preis gewonnen.

LebenBearbeiten

Uglow wuchs in Cumbria und später in Dorset auf.[3] Sie besuchte das Cheltenham Ladies’ College von 1958 bis 1964 und studierte außerdem am Anne’s College, University of Oxford.[4][5] Nachdem sie ihren ersten Abschluss in Englisch hatte, begann sie mit einem Bachelorstudium der Literatur. 1971 heiratete sie den Juristen Steve Uglow, Professor an der Kent University.[6] Das Ehepaar hat vier Kinder – drei Söhne und eine Tochter – sowie sechs Enkelkinder. Seit 2015 lebt Uglow in Canterbury, Kent.[7][8]

Uglow arbeitete seitdem sie die Universität verlassen hat, als Verlegerin. Außerdem war sie leitende Redakteurin bei Chatto & Windus bis 2013.

Sie war Honorarprofessorin an der Warwick University, Vizepräsidentin der Gaskell Society und Treuhänderin des Wordsworth Trust.[9][10] Außerdem ist sie ehemaliges Mitglied der Beratergruppe zu Geisteswissenschaften an der British Library.

WerkBearbeiten

BiographienBearbeiten

Uglow hat eine Enzyklopädie für die Biographien prominenter Frauen verfasst. Deren Erstausgabe wurde 1982 veröffentlicht. 2007 lag das Werk in der vierten Ausgabe vor und beinhaltete 2000 Biographien.[11][12][13] Bei den späteren Ausgaben waren weitere Autoren beteiligt. Später schrieb sie:

“I embarked on the Macmillan Biographical Dictionary of Women in a fit of pique because all reference books were full of men: it was a mad undertaking, born of a time when feminists wanted heroines and didn't have Google.”

„In einem Anfall von Ärger habe ich Macmillans biographisches Lexikon über Frauen begonnen, weil alle Nachschlagewerke voll von Männern waren: es war ein verrücktes Unternehmen, geboren in einer Zeit, als Feministen Heldinnen suchten und es kein Google gab.“

Jenny Uglow: The Guardian[14]

Ihre ersten durchgehenden Biographien galten den viktorianischen Schriftstellerinnen George Eliot (1987) und Elizabeth Gaskell (1993). Dies hatte mit ihrem anhaltenden Interesse an der Dokumentation von Frauenbiographien zu tun und spiegelte ihren eigenen literarischen Hintergrund wider.

Anschließende Arbeiten richteten sich weiter in die Vergangenheit, mit Themen bis in das 18. Jahrhundert. Uglows Werke behandeln Henry Fielding (1995), William Hogarth (1997) und Thomas Bewick (2006). Die Wissenschaftler der Lunar Society, wie Erasmus Darwin, Matthew Boulton, James Watt, Joseph Priestley und Josiah Wedgwood waren das Thema ihrer preisgekrönten Arbeit The Lunar Men (2003).[15]

Sachbuch und JournalismusBearbeiten

Zu Uglows nicht biographischen Werken gehört die Geschichte der Gartengestaltung in Großbritannien, die sie für das zweihundertjährige Jubiläum der Royal Horticultural Society im Jahr 2004 geschrieben hat.

Sie ist außerdem Kritikerin für das Times Literary Supplement, die Sunday Times, den Guardian, das New York Review of Books sowie für den Independent on Sunday.[16] Darüber hinaus hat sie Sammlungen von Schriften Walter Paters (1973) und Angela Carters (1997) herausgebracht, sowie als Mitherausgeberin eine Reihe von Essays über Charles Babbage (1997) veröffentlicht.

AuszeichnungenBearbeiten

Mit The Lunar Men: The Friends who Made the Future 1730-1810 gewann Uglow den James Tait Black Memorial Prize im Bereich Biographie im Jahre 2002, und den Hessell-Tiltman Prize in Geschichte vom P.E.N. (2003).[17][18] Diese Arbeiten waren außerdem zweimal in der Shortlist für den Whitbread Book Award. Ihre Biographien Elizabeth Gaskell: A Habit of Stories und Hogarth: A Life and a World waren beide in der Shortlist für den Whitbread Book Award im Bereich Biographien, sowie drei weitere ihrer Bücher in der Longlist für den Samuel Johnson Prize for Non-fiction.[19][20] 2014 war ihre Nachforschung über die Heimatfront während der Napoleonischen Kriege, In These Times, in der Longlist für den Duff-Cooper-Preis und in der weiteren Auswahl für den Samuel-Johnson-Preis. Für Mr Lear wurde Uglow 2018 mit dem Hawthornden-Preis ausgezeichnet.

Laut der wohltätigen Vereinigung Booktrust, war das Sachbuch Nature's Engraver: A Life of Thomas Bewick, das von Kritikern am häufigste gewählte „book of the year“ (Buch des Jahres) im Jahr 2006.[21]

Uglow ist seit 1998 Fellow der Royal Society of Literature.[22]

Sie wurde zur Honorarprofessorin der University of Birmingham, der University of Kent, der Staffordshire University sowie der Birmingham City University ernannt. Im Jahr 2008 wurde sie zum Officer des Order of the British Empire (OBE) ernannt für ihre literarischen Verdienste. 2010 wurde sie als Nachfolgerin von Aeronwy Thomas Präsidentin der Alliance of Literary Societies.[23]

VeröffentlichungenBearbeiten

Biographien und StudienBearbeiten

  • George Eliot. Little, Brown, London 1987, ISBN 9780860684008.
  • Elizabeth Gaskell. A Habit of Stories. Faber & Faber, London, Boston 1993, ISBN 9780571170364.
  • Henry Fielding. Northcote, Plymouth 1995, ISBN 9780746307601.
  • Hogarth. A Life and a World. Farrar, Straus, and Giroux, New York 1997, ISBN 9780374171698.
  • Dr Johnson, His Club and Other Friends. National Portrait Gallery, London 1998, ISBN 9781855142329.
  • The Lunar Men. Five Friends Whose Curiosity Changed the World. Farrar, Straus & Giroux, New York 2002, ISBN 9780374194406.
  • Nature’s Engraver. A Life of Thomas Bewick. University of Chicago Press, Chicago 2009, ISBN 9780226823911.
  • Words and Pictures. Writers, Artists and a Peculiarly British Tradition. Faber & Faber, London 2008, ISBN 978-0571242504.
  • A Gambling Man. Charles II and the Restoration. Farrar, Straus and Giroux, New York 2009, ISBN 978-0571217335.
  • The Pinecone. The Story of Sarah Losh, Forgotten Romantic Heroine – Antiquarian, Architect, and Visionary. Faber, London 2012, ISBN 978-0571269501.
  • In These Times. Living in Britain Through Napoleon’s Wars, 1793–1815. Farrar, Straus and Giroux, New York 2014, ISBN 978-0374280901.
  • Mr Lear. A Life of Art and Nonsense. Faber & Faber, London 2017, ISBN 978-0571269549.

SachliteraturBearbeiten

Als HerausgeberinBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

Soweit nicht anders vermerkt: Alle Weblinks in diesem Abschnitt zuletzt abgerufen am 20. Oktober 2016.

  1. Zweitname nach The London Gazette, 29. Dezember 2007, Supplement, S. 12 (online).
  2. Geburtsname nach Uglow Family History, Uglows in Kent, Family 5: Steve (Uglow) and Jenny Crowther.
  3. Webpräsenz Jenny Uglow, Intro.
  4. The Slab Guild Newsletter Page 6. (Memento des Originals vom 31. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hitpages.com
  5. St. Anne's College Distinguished alumnae, Arts and entertainment.
  6. Uglow Family History, Uglows in Kent, Family 5: Steve and Jenny Crowther.
  7. The Royal Society of Literature, Sue Gaisford, Jenny Uglow is to be the next Chair of the RSL.
  8. Uglow Family History, Uglows in Kent,Family 5: Steve and Jenny Crowther.
  9. The Gaskell Society Celebrating the life and work of Elizabeth Gaskell, The Gaskell Society Committee,Vice-President - Jenny Uglow.
  10. Wordsworth Trust, Trustees.
  11. Susan E. Searing, 22. September 2007, Biographical reference works for and about women, from the advent of the women's liberation movement to the present: an exploratory analysis.
  12. Webpräsenz Jenny Uglow, Palgrave Macmillan Dictionary of Women’s Biography.
  13. The Palgrave Macmillan, The Palgrave Macmillan Dictionary of Women's Biography.
  14. Friends reunited, The Guardian, 30. April 2005; abgerufen 19. Februar 2016.
  15. James Buchan, 14 September 2002, The Guardian, The Lunar Men: The Friends Who Made the Future, 1730-1810.
  16. vgl. z. B. Profil Jenny Uglow, Guardian.
  17. The University of Edinburgh, The James Tait Black Prize Biography winners 2000–2009.
  18. English PEN, PEN Hessell-Tiltman Prize.
  19. The Guardian, Michelle Pauli, 22. April 2010, Samuel Johnson prize longlist spans the globe.
  20. The Guardian, Alison Flood, 2. September 2014 Samuel Johnson prize 2014 longlist spotlights memoirs.
  21. The Guardian, Joel Rickett, 13. Januar 2007, The bookseller.
  22. The Royal Society of Literature, Current RSL Fellows.
  23. University Kent, Honorary graduates 2000-06.