Jeff Bezos

US-amerikanischer Unternehmer

Jeffrey Preston „Jeff“ Bezos [ˈbeɪzoʊs][1] (* 12. Januar 1964 in Albuquerque, New Mexico als Jeffrey Preston Jorgensen) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Investor. Er ist Gründer des Onlineversandhändlers Amazon und gilt mit einem geschätzten Gesamtvermögen in der Größenordnung von 200 Milliarden US-Dollar als einer der beiden reichsten Menschen.[2]

Jeff Bezos (2018)

Leben

Bezos wurde als Sohn von Jacklyn Gise Jorgensen und Ted Jorgensen (1944–2015) geboren, seine Eltern ließen sich bereits kurz nach seiner Geburt scheiden.[3][4] Als Jeffrey vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter Jackie den Exilkubaner Miguel „Mike“ Bezos. Die Familie siedelte nach Houston in Texas über, wo Mike Bezos für das Ölunternehmen Exxon arbeitete. Jeffrey Bezos besuchte zunächst die River Oaks Elementary School in Houston und nach dem Umzug der Familie nach Miami die Miami Palmetto Senior High School. Von 1982 bis 1986 studierte er an der Princeton University Elektrotechnik und Informatik. Mit Bestnote erwarb Bezos 1986 den akademischen Grad Bachelor of Science (B. Sc.).

Danach arbeitete Bezos zunächst bei der taiwanischen Mobilfunkgesellschaft FITEL, dann bei den New Yorker Vermögensverwaltungen Bankers Trust und D. E. Shaw & Co. Dort entstand zusammen mit David E. Shaw (* 1951) die Idee eines Buchgeschäfts im Internet.

1994 gründete er Amazon.com und trennte sich von Shaw, um die Idee des Onlinehandels allein weiterzuentwickeln.

Im Jahr 2000 gründete er das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin.[5] Im August 2013 erwarb Jeff Bezos die Tageszeitung The Washington Post für 250 Millionen US-Dollar.[6] Diese und weitere Investitionen werden über das Unternehmen Bezos Expeditions verwaltet.[7][8]

Am 2. Februar 2021 gab Bezos bekannt, im dritten Quartal 2021 als CEO von Amazon zurückzutreten, diesen Posten Andy Jassy zu übergeben und den geschäftsführenden Vorsitz des Verwaltungsrats, der dem Vorstand übergeordnet ist, zu übernehmen.[9]

Privates

Bezos war seit 1993[10] mit MacKenzie Bezos verheiratet und hat vier Kinder: eine adoptierte Tochter, die in China geboren wurde, und drei Söhne.[11] Am 9. Januar 2019 gab das Ehepaar Bezos seine Absicht bekannt, sich scheiden zu lassen.[12] Im Februar 2019 veröffentlichte Bezos einen offenen Brief an den Verlagschef der Zeitschrift National Enquirer David Pecker, in welchem er ihm Erpressung vorwarf.[13][14] Man hätte Bezos gedroht, intime Privatfotos zu veröffentlichen, wenn er nicht die Untersuchungen einstelle, wie private Textnachrichten von ihm und einer außerehelichen Affäre an die Zeitschrift gelangt sind.[14][15] Bezos lebt in einer Beziehung mit der Moderatorin Lauren Sánchez.[16] Bezos gilt als Fan von Star Trek und hat – in aufwendiger Alien-Maske – einen Cameoauftritt im Film Star Trek Beyond von 2016.[17]

Projekte

2007 unterstützte er das Projekt The Clock of the Long Now mit 42 Millionen US-Dollar und 2012 eine Kampagne zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Washington mit 2,5 Millionen US-Dollar.[18]

2019 stellte Bezos die Mondlandefähre „Blue Moon“ seines Unternehmens Blue Origin vor.[19][20]

Am 20. Juli 2021 nahm Bezos, gemeinsam mit seinem Bruder Mark und zwei weiteren Passagieren, an einem touristischen, suborbitalen Raumflug mit der Blue Origin-Rakete New Shepard teil.[21]

Vermögen

Seit 2018 listet das Wirtschaftsmagazin Forbes Bezos als den reichsten Menschen der Welt.[22] Er ist der erste Mensch, dessen Vermögen die Summe von 200 Milliarden US-Dollar überstieg. Selbst inflationsbereinigt besitzt Bezos das größte Vermögen, das Forbes je im Besitz eines Menschen errechnet hat.[23]

Anfang 2020 kündigte Bezos an, 10 Mrd. Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels spenden zu wollen. Der Klimawandel sei die „größte Bedrohung für unseren Planeten“. Das Geld werde beginnend ab Sommer 2020 dem neu gegründeten Bezos Earth Fund zugutekommen, der wiederum Wissenschaftler, Klimaaktivisten und NGOs unterstützen soll.[24]

Im Jahr 2020 verkaufte Bezos bis Anfang November Amazon-Aktien, die infolge der Covid-19-Pandemie 70 Prozent Wertzuwachs verzeichneten, für 10,2 Milliarden US-Dollar.[25]

Kontroversen, Positionen

Im Mai 2014 wurde Bezos beim Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes zum „Schlechtesten Chef der Welt“ gewählt.[26] Am 15. August 2015 veröffentlichte die New York Times einen Artikel mit dem Titel „Inside Amazon: Wrestling Big Ideas in a Bruising Workplace“. Die Zeitung kritisierte in dem Artikel Amazons Geschäftspraktiken und den vom Unternehmen kultivierten Führungsstil.[27] Bezos wiederum nahm zu dem Artikel Stellung und gab an, dass er sein Unternehmen in der Beschreibung der Zeitung nicht wiedererkenne.[28]

US-Finanzministerin Janet Yellen (Kabinett Biden) forderte Anfang April 2021 einen globalen Mindeststeuersatz für Unternehmen. Bezos unterstützte dies und ermutigte den US-Kongress und die US-Regierung zu einer „richtigen, ausgewogenen Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten aufrechterhält oder erweitert“.[29]

Auszeichnungen

Literatur

Weblinks

Commons: Jeff Bezos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jeff Bezos pronounces his name. In: The Washington Post. 2009. Abgerufen am 17. August 2013.
  2. WELT: Elon Musk überholt Jeff Bezos und wird reichster Mensch der Welt. In: DIE WELT. 7. Januar 2021 (welt.de [abgerufen am 7. Januar 2021]).
  3. Ted J Jorgensen Theodore John “Ted” Jorgensen, Jr, findagrave.com, abgerufen am 11. Oktober 2019
  4. Sara Nathan: The sad story behind Jeff Bezos and his biological father , pagesix.com, 10. Januar 2019
  5. Gerhard Hegmann: Jeff Bezos investiert mit seiner Firma Blue Origin in den New Space. 3. Mai 2018 (welt.de [abgerufen am 19. Februar 2019]).
  6. Washington Post to be sold to Jeff Bezos, the founder of Amazon, in: The Washington Post, abgerufen am 5. August 2013.
  7. Überblick zu Bezos Expeditions. (Nicht mehr online verfügbar.) In: crunchbase.com. Archiviert vom Original am 30. Juli 2017; abgerufen am 11. Februar 2019 (englisch).
  8. DEI Creative in Seattle, WA: Bezos Expeditions. In: www.bezosexpeditions.com. Abgerufen am 2. Dezember 2016 (englisch).
  9. Amazon.com Announces Fourth Quarter Results. Abgerufen am 2. Februar 2021 (amerikanisches Englisch).
  10. Trennung nach 25 Jahren: So viel Geld bekommt die Ehefrau des reichsten Mannes der Welt, focus.de vom 9. Januar 2019
  11. Jeff Bezos Fast Facts (Englisch) CNN. 20. Juli 2016. Abgerufen am 25. Juli 2016.
  12. Sara Salinas: Amazon CEO Jeff Bezos and wife MacKenzie are divorcing. 9. Januar 2019, abgerufen am 9. Januar 2019.
  13. Jeff Bezos: No thank you, Mr. Pecker. In: Jeff Bezos. 7. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.
  14. a b Mediale Schlammschlacht: Jeff Bezos wirft Skandalblatt Erpressung vor. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 19. Februar 2019]).
  15. Amazon-Chef wird mit Nacktfotos erpresst – und das hat auch mit Donald Trump zu tun. 8. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.
  16. Affäre des Amazon-Chefs mit Moderatorin: Zeitschrift soll 200.000 Dollar für Bezos' SMS gezahlt haben, Der Spiegel, 19. März 2019
  17. Alan Boyle: Get a look at Amazon CEO Jeff Bezos as an alien in ‘Star Trek Beyond’ (Englisch) In: GeekWire. 20. Juli 2016. Abgerufen am 25. Juli 2016.
  18. Amazon-Gründer spendet für Homo-Ehe
  19. ZEIT ONLINE: Raumfahrt: Jeff Bezos stellt Mondlandefähre "Blue Moon" vor. In: Die Zeit. 10. Mai 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 13. Mai 2019]).
  20. Blue Moon. Abgerufen am 13. Mai 2019 (englisch).
  21. Bezos nach Ausflug ins All gelandet. In: tagesschau.de. 20. Juli 2021, abgerufen am 27. Juli 2021.
  22. The World’s Billionaires (en) Forbes. Abgerufen am 4. November 2020.
  23. Forbes: Jeff Bezos. Forbes, 26. August 2020, abgerufen am 3. November 2020 (englisch).
  24. Kampf gegen Klimawandel. Amazon-Chef will zehn Milliarden Dollar spenden . In: t-online.de, 17. Februar 2020. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  25. tagesschau.de: Bezos verkauft Amazon-Aktien für drei Milliarden Dollar. Abgerufen am 5. November 2020.
  26. Süddeutsche Zeitung: Jeff Bezos, schlechtester Chef der Welt vom 22. Mai 2014, aufgerufen am 23. Mai 2014
  27. New York Times kritisiert Amazons Arbeitsbedingungen: "Ich würde solch ein Unternehmen verlassen" – manager magazin. Abgerufen am 14. August 2016.
  28. Full memo: Jeff Bezos responds to brutal NYT story, says it doesn’t represent the Amazon he leads. 17. August 2015, abgerufen am 14. August 2016 (amerikanisches Englisch).
  29. faz.net
  30. http://content.time.com/time/magazine/article/0,9171,992927,00.html
  31. http://fortune.com/2012/11/16/amazons-jeff-bezos-the-ultimate-disrupter/
  32. Florian Schmidt: Amazon-Chef Jeff Bezos mit Axel Springer Award ausgezeichnet. In: BZ-Berlin.de. 25. April 2018, abgerufen am 25. April 2018.