Jan Janca

deutsch-polnischer Organist und Komponist

Jan Janca (eigentlich Harald Janca; * 1. Juni 1933 in Danzig) ist ein polnisch-deutscher Organist und Komponist.

WerdegangBearbeiten

Janca stammt aus einer deutsch-polnischen Familie in Danzig. Bei seinem Vater, dem Organisten Anton Janca, erhielt er den ersten Orgelunterricht. Nach Abschluss der staatlichen Musikschule in Danzig-Langfuhr studierte er von 1950 bis 1955 an der Musikakademie in Krakau Orgel bei Bronisław Rutkowski und Komposition bei Stanisław Wiechowicz. Anschließend war er als freier Organist tätig. Erste Aufnahmen mit Konzerten im Dom zu Oliva entstanden.

Nach einer Konzertreise in die Bundesrepublik Deutschland 1957 kehrte er nicht mehr nach Polen zurück. Von 1958 bis 1962 studierte er an der Musikhochschule Stuttgart Komposition bei Johann Nepomuk David. Später war er mehrere Jahre Privatschüler von Marcel Dupré in Paris. Von 1962 bis 1996 war Janca Musiklehrer am Wilhelmsstift in Tübingen und Organist an der Tübinger Johanneskirche. Zudem unterrichtete er an der Bischöflichen Musikschule in Rottenburg.

Er komponierte mehrere Orgelwerke, die er anfänglich unveröffentlicht gelassen hatte, und ist Autor mehrerer Werke über die Geschichte des Orgelbaus, insbesondere in Westpreußen (das heute ein Teil des nördlichen Polen ist). Seit Ende der 1990er Jahre litt Janca an Tinnitus – das Leiden fing noch vor seiner Pensionierung an –, den er aber allmählich kompensieren konnte, so dass eine künstlerische Arbeit weiterhin möglich war. Schon seit 1990 widmete er sich verstärkt dem Komponieren und ab 2008 ist er wieder gelegentlich in Konzerten und in der Liturgie als Organist tätig.

EhrungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Michael F. Runowski: Polnische Orgelmusik nach 1945, Saarbrücken: Verlag Dr. Müller 2009, ISBN 978-3-639-11690-8
  • Peter Böttinger: Klangschöpfer und Interpret: zum 70. Geburtstag des Organisten und Komponisten Jan Janca. In: „Musica sacra“ 123, 2003, 3, S. 6–7
  • Gabriela Rothmund-Gaul: „Ich habe eine Münze entscheiden lassen“ oder: Weshalb Jan Janca in Baden-Württemberg blieb: ein Porträt zum 70. Geburtstag. In: „Musik in Baden-Württemberg“ 10, 2003, S. 107–125
  • Gabriela Rothmund-Gaul: Ein Leben für die Kirchenmusik. Gabriela Rothmund-Gaul im Gespräch mit Jan Janca aus Anlass seines 70. Geburtstages. In: „Württembergische Blätter für Kirchenmusik“ 70, 2003, 4, S. 2–7

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sabine Lohr: Komponist Harald „Jan“ Janca bekam das Bundesverdienstkreuz. In: Schwäbisches Tagblatt. 12. Juni 2013, abgerufen am 23. August 2016.