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Jan Drees

deutscher Schriftsteller und Journalist

Jan Drees (* 9. Mai 1979 in Haan) ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Moderator und ehemaliger Leichtathlet. Seit Juli 2016 ist er Literaturredakteur beim Deutschlandfunk.[1]

Leben und WerkBearbeiten

Bis 2003 startete Drees als 800-Meter-Läufer für den TSV Bayer 04 Leverkusen. Er war Junioren-Europacupsieger 1996 in Ljubljana und gewann zwischen 1996 und 1999 acht Medaillen bei Deutschen Meisterschaften. 1997 belegte er den ersten Platz beim U18-Länderkampf in Frankfurt (Oder), 1998 gewann er bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Chemnitz über 800 Meter die Goldmedaille.

Nach einem Volontariat bei der deutschen Niederlassung der Werbeagentur BBDO studierte Drees u. a. bei Peter Matussek, Dirk Matejovski, Peter Trawny und Andreas Blödorn in Düsseldorf und Wuppertal neuere deutsche Literaturwissenschaften, Mediävistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften. Danach arbeitete Drees als Rezensent, Kolumnist und Autor für Radio, Zeitschriften und Zeitungen (Deutschlandfunk, F.A.Z., 1LIVE, Rolling Stone, Bayern 2 u. a.) und war Promotionsstudent der Graduate School Practices of Literature in Münster.

2000 erschien sein Roman Staring at the Sun im Diana Verlag, 2007 erschien ein überarbeiteter, in die Jetztzeit übertragener Remix des Buchs, nun im Eichborn-Verlag. Drees' zweiter Roman, Letzte Tage, jetzt, wurde 2006 veröffentlicht (auch als Hörbuch, eingelesen von Mirjam Weichselbraun). 2010 erschien die literaturwissenschaftliche Studie Rainald Goetz: Irre als System: Mit der Theorie Niklas Luhmanns wird hier Goetz' Rasierklingenschnitt beim Bachmannpreis in Klagenfurt 1983 als immanenter Teil des Romans gelesen. 2011 erschien bei Eichborn das illustrierte Sachbuch Kassettendeck: Soundtrack einer Generation von Drees und Christian Vorbau. Interviewpartner waren u. a. Benjamin von Stuckrad-Barre, Westbam, Smudo, Hans Nieswandt, Alexa Hennig von Lange und Peter Glaser. Teil des Kassettendecks ist ein 70-seitiger Kurzroman. 2013 erschien seine Erzählung Teneriffa im Sukultur-Verlag und die Studie Twitteratur – Digitale Kürzestschreibweisen in Zusammenarbeit mit Sandra Annika Meyer bei Frohmann, 2015 die Erzählung Lanzarote, ebenfalls bei Sukultur und Klagenfurt bei Literatur Quickies und 2019 der Roman Sandbergs Liebe im Secession Verlag für Literatur. Die Geschichte über einen emotionalen Missbrauch in einer Liebesbeziehung, über narzisstische Gewalt und Gaslighting wurde ausgezeichnet als NDR Buch des Monats. Melanie Mühl bezeichnete in der Frankfurter Allgemeine Zeitung den Roman als „literarische Übersetzung des 1998 in Frankreich erschienenen Buchs Masken der Niedertracht der Psychoanalytikerin Marie-France Hirigoyen.“[2]

Seit April 2016 ist Drees einer der Moderatoren der Literatursendung Büchermarkt im Deutschlandfunk. Im Juli desselben Jahres folgte er Denis Scheck als Literaturredakteur nach.[1]

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Staring at the sun. Roman. Alibaba Verlag, Frankfurt, 2000.
  • Letzte Tage, jetzt. Roman. Eichborn Verlag, Frankfurt, 2006.
  • Staring at the sun / Remix. Roman. Eichborn Verlag, Frankfurt, 2007.
  • Irre als System. Sachbuch. Arco Verlag, Wuppertal, 2010.
  • Kassettendeck. Sachbuch. Eichborn Verlag, Frankfurt, 2011.
  • Teneriffa. Erzählung. SuKulTur Verlag, Berlin, 2013.
  • Twitteratur. Sachbuch. Frohmann Verlag, Berlin, 2013.
  • Lanzarote. Erzählung. SuKulTur Verlag, Berlin, 2015.
  • Klagenfurt. Erzählung. Literatur Quickies, Hamburg, 2015.
  • Sandbergs Liebe. Roman. Secession, Zürich, 2019.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Literaturredaktion im Deutschlandfunk – Jan Drees wird neuer Redakteur. In: Pressemitteilung. Deutschlandfunk, 14. Juli 2016, abgerufen am 9. September 2016.
  2. Jan Drees: Sandbergs Liebe. Roman. Abgerufen am 14. Juli 2019.