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Jakub Skala (dt. auch Jakob Skala, * 18. Februar 1851 in Crostwitz; † 17. Januar 1925 in Bautzen) war von Dezember 1920 bis zu seinem Tod Dekan des katholischen Domkapitels St. Petri zu Bautzen. Während seiner Amtszeit wurde das Bistum Meißen wiedererrichtet.

LebenBearbeiten

Der aus einer bäuerlichen sorbischen Familie stammende Jakub Skala besuchte in seinem Geburtsort die katholische Pfarrschule und hernach die Domschule in Bautzen. Dann ging er zum Theologiestudium nach Prag. Dort lebte er mehrere Jahre im Wendischen Seminar, dem auf der Prager Kleinseite gelegenen Konvikt für die Lausitzer Priesteramtskandidaten.

 
Grabdenkmal von Jakub Skala auf dem Nikolaifriedhof in Bautzen

Nach der Priesterweihe war Skala seit 1876 Kaplan in Ralbitz; 1881 wechselte er in gleicher Funktion nach Bautzen. Dort war er über zehn Jahre lang gleichzeitig auch Redakteur des Katolski Posoł. 1895 wurde er in das Kollegium der Domherren gewählt. Wenig später wurde er auch Vorsitzender des Cyrill-Methodius-Vereins. 1905 bis 1908 und 1914 war Skala Vertreter des Domstifts Bautzen in der I. Kammer des Sächsischen Landtags.[1]

1920 war Skala Mitunterzeichner der von Bischof Franz Löbmann vorbereiteten Petition, mit der der Papst um die Wiedererrichtung des Bistums Meißen gebeten wurde. Nach dem Tod Löbmanns wählte das Domkapitel Skala zum Domdekan und Administrator der Apostolischen Präfektur Meißen in der Lausitz. Der Heilige Stuhl übertrug ihm übergangsweise auch das Apostolische Vikariat über die so genannten sächsischen Erblande. Beide Ämter erloschen mit dem Amtsantritt Christian Schreibers als dem ersten Meißener Bischof seit der Reformation im September 1921.

In den Konflikten, die Bischof Schreiber bald darauf mit einem Teil der sorbischen Katholiken hatte, versuchte Jakub Skala eine mäßigende und vermittelnde Position einzunehmen. Persönlich gekränkt war er aber, durch die von Schreiber auf der ersten Meißener Diözesansynode (1923) erhobenen Vorwürfe, dass der Katolski Posoł ein kirchenfeindliches Blatt sei. Schließlich wurde die Wochenzeitung vom Cyrill-Methodius-Verein herausgegeben, dem Skala seit mehr als zwei Jahrzehnten vorstand.

LiteraturBearbeiten

  • Dieter Grande und Daniel Fickenscher (Hrsg.): Eine Kirche – zwei Völker. Deutsche, sorbische und lateinische Quellentexte und Beiträge zur Geschichte des Bistums Dresden-Meißen von der Wiedererrichtung 1921 bis 1929. Bautzen u. Leipzig 2003. 579–581. ISBN 3-7462-1642-7 u. ISBN 3-7420-1926-0

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte – Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952, Sächsischer Landtag 2001, S. 51