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Jacques Le Rider

französischer Germanist und Kulturwissenschaftler

LebenBearbeiten

Jacques Le Rider ist ein Sohn des Altertumswissenschaftlers, Numismatikers und Bibliothekars Georges Le Rider. Er studierte in Paris an der École normale supérieure (1973–1977), am Institut d’études politiques de Paris, auch Sciences Po Paris genannt, (Dipl. polit. 1977) und an der Sorbonne-Paris IV (Mag. 1975, agrégation 1976, Dr. Phil. 1982, Habil. 1989). Er war wissenschaftlicher Assistent an der Sorbonne Paris IV (1977–1981), Dozent an der Universität Paris XII-Val-de-Marne (1981–1990), Professor an der Universität Paris VIII-Vincennes-Saint Denis (1990–1999). Seit September 1999 ist er Directeur d’études an der École pratique des hautes études (EPHE) in Paris (Fachbereich Geschichte und Philologie, Lehrstuhl unter dem Titel: L’Europe et le monde germanique, époque moderne et contemporaine; dt.: „Europa und der deutschsprachige Kulturraum von der Aufklärung bis zur Gegenwart“). Seit April 2015 ist er Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (korrespondierendes Mitglied der philosophisch-historischen Klasse im Ausland). Er war 1983–1986 Direktor des deutsch-französischen Kulturinstituts Tübingen; im ersten Halbjahr 1988 Gastprofessor an der University of Washington in Seattle; seit 1999 Mitglied des Institut universitaire de France; im Wintersemester 1993/94 Gastprofessor an der Universität Graz; 1994–1996 Botschaftsrat für Kultur- und Wissenschaftskooperation in Wien und Direktor des französischen Kulturinstituts Wien; im Sommersemester 2000 Gastprofessor am Europäischen Institut der Universität Genf; 2000–2001 Gastwissenschaftler am Forschungskolleg Medien und kulturelle Kommunikation der Universität Köln im Sommersemester 2004 Gastprofessor an der Universität Mannheim; im März 2007 Gastprofessor an der Universität von São Paulo; im ersten Halbjahr 2008 Gastwissenschaftler an der Universität Köln; im ersten Quartal 2009 Gastwissenschaftler an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule der Freien Universität Berlin; im ersten Halbjahr 2010 Gastwissenschaftler an der Universität Münster; im Wintersemester 2012/13 Stadt-Wien-Senior-Fellow des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK) Wien; 4. Mai – 5. Juni 2015 Gastprofessor an der Universität Mannheim.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

SchriftenBearbeiten

Bücher in deutscher ÜbersetzungBearbeiten

  • Der Fall Otto Weininger. Wurzeln des Antifeminismus und des Antisemitismus, Wien, Löcker Verlag, 1985.
  • Das Ende der Illusion. Zur Kritik der Moderne. Die Wiener Moderne und die Krisen der Identität, Wien, Österreichischer Bundesverlag, 1990.
  • Mitteleuropa. Auf den Spuren eines Begriffes, Wien, Deuticke, 1994.
  • Hugo von Hofmannsthal. Historismus und Moderne in der Literatur der Jahrhundertwende, Wien, Böhlau, 1997.
  • Nietzsche in Frankreich, München-Paderborn, Wilhelm Fink, 1997 (Nachwort von Ernst Behler).
  • Die Farben und die Wörter. Geschichte der Farbe von Lessing bis Wittgenstein, Wien, Böhlau, 2000.
  • Kein Tag ohne Schreiben. Tagebuchliteratur der Wiener Moderne, Wien, Passagen Verlag, 2002.
  • Freud – von der Akropolis zum Sinai. Die Rückwendung zur Antike in der Wiener Moderne, Wien, Passagen Verlag, 2004.
  • Arthur Schnitzler oder Die Wiener Belle Epoque, Wien, Passagen Verlag, 2013.
  • Wien als »Das neue Ghetto«? Arthur Schnitzler und Theodor Herzl im Dialog, Wien, Picus, 2014 (Wiener Vorlesungen, Bd. 171).

Sammelbände in deutscher SpracheBearbeiten

  • Mit Norbert Leser: Otto Weininger. Werk und Wirkung, Wien, 1984.
  • Mit Gérard Raulet: Verabschiedung der (Post)-Moderne ? Tübingen, 1987.
  • Mit Franz Knipping: Frankreichs Kulturpolitik in Deutschland, 1945–1950, Tübingen, 1987.
  • Mit Andrei Corbea-Hoisie: Metropole und Provinzen in Altösterreich (1880–1918), Iasi-Wien, 1996.
  • Mit Thomas Angerer: „Ein Frühling, dem kein Sommer folgte“? Französisch-österreichische Kulturtransfers nach 1945, Wien, 1999.
  • Mit Gerhard Kofler, Johann Strutz: Kulturelle Nachbarschaft. Zur Konjunktur eines Begriffs, Klagenfurt, 2002.
  • Mit Moritz Csáky, Monika Sommer: Transnationale Gedächtnisorte in Zentraleuropa, Innsbruck, 2002.
  • Mit Anne-Marie Corbin, Wolfgang Müller-Funk: Der Wille zur Hoffnung. Manès Sperber – Ein Intellektueller im europäischen Kontext, Wien, 2013.

Weitere HauptpublikationenBearbeiten

  • Malwida von Meysenbug. Une Européenne du XIXe siècle, Paris, Bartillat, 2005.
  • L’Allemagne au temps du réalisme. De l’espoir au désenchantement (1848–1890), Paris, Albin Michel, 2008.
  • Fritz Mauthner. Scepticisme linguistique et modernité. Une biographie intellectuelle, Paris, Bartillat, 2012.
  • Les juifs viennois à la Belle Époque (1867–1914), Paris, Albin Michel, 2013, ISBN 2226242090
  • La Censure à l'oeuvre. Freud, Kraus, Schnitzler, Paris, Hermann, 2015 (ISBN 9782705690397).
  • Karl Kraus. Phare et brûlot de la modernité viennoise, Paris, Le Seuil, 2018 (ISBN 9782021141979).

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Bruckmüller: Jacques Le Rider. In: Österreichische Akademie der Wissenschaften. Almanach 2015, 165. Jahrgang, Wien 2016, S. 189.

WeblinksBearbeiten