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Illa Blaue (* 3. Mai 1919 in Kiel; † 5. Juni 2018 in Steinfeld) war eine deutsche Malerin.

LebenBearbeiten

Illa Blaue (geb. Schulze) erhielt eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und nahm an den Abendkursen der Kieler Handwerker- und Kunstgewerbeschule (Muthesius Schule) bei Werner Lange im Aktzeichnen und bei Gertrud Wiebke Schröder (1922–1977) teil. Sie wurde weiterhin von Margarethe Klenze (1881–1977) in Ölmalerei und 1942 für ein Semester von Max von Esterle in Innsbruck unterrichtet.

Aufgrund des Zweiten Weltkriegs und der Geburt ihrer Kinder unterbrach sie bis Anfang der 1950er Jahre ihre künstlerische Tätigkeit.

1951 wurde sie Schülerin und Mitarbeiterin des Bildhauers Alwin Blaue, den sie 1956 heiratete. Er lehrte sie unterschiedlichste handwerkliche Techniken, insbesondere Baukeramik und Fayencemalerei. Nach dessen Tod 1959 unterrichtete sie 25 Jahre an der Kieler Volkshochschule Töpfern und Aquarellmalerei und unterhielt nacheinander Atelier und Werkstatt unter anderem in Kiel, in Boknis an der Schlei und in der alten Schmiede in Kiesby, ehe sie 1979 den den Borne-Krog in Boren erwarb.

Sie beteiligte sich an verschiedenen Ausstellungen, unter anderem an der Landesschau schleswig-holsteinischer Künstler 1962, an der 10. Ausstellung der Malerinnen und Bildhauerinnen im Kieler Landeshaus 1962 und erhielt 24 Kunst-am-Bau-Aufträge in Schleswig-Holstein.

In den 1960er Jahren bis Anfang der 1970er Jahre gab es in Kiel eine Gruppe von Künstlern, die sich regelmäßig im Hinterhofatelier in der Legienstr. 26 trafen, um dort zu malen. Zu dieser Gruppe gehörten unter anderem, außer Illa Blaue, noch Werner Rieger, Dago Kleemann, Hella Kleemann, Hilde Mentzen, Uwe Till, Bruno Giurini, Uschi Leithäuser, Antje Mentzen, Franz Reisener, Sigrid Reisener, Amigo Krüger und Thomas Dumrese.

Sie gründete 1990 den Kulturverein RUNDUM in Süderbrarup; die soziokulturelle Einrichtung hat sich zum Ziel gesetzt, in der ländlichen Region Kunst und Kultur anzubieten, so holte der Verein das Kindertheater des Monats[1] nach Süderbrarup und beteiligt sich am Literatursommer[2].

1942 heiratete Illa (Blaue), geb. Schulze, den Juristen Siegfried Sichtermann, 1954 war dann die Scheidung; gemeinsam hatten sie drei Kinder, zu diesen gehören Kai Sichtermann, Gründungsmitglied der Rockband Ton Steine Scherben und seine Schwester, die Schriftstellerin Barbara Sichtermann.

Illa Blaue wurde auf dem Friedhof an der Marien-Kirche Boren begraben.

Politisches WirkenBearbeiten

1982 war sie für die BWG Boren im Gemeinderat Boren, verlor ihren Sitz jedoch 1983 nach ihrem Umzug nach Kiesby. In Kiesby gründete sie einen Grünen Ortsverband und nahm an den Gemeinderatswahlen 1986 teil. Sie wurde dann die erste „Grüne“ im Kiesbyer Gemeinderat und gehörte diesem von 1986 bis 1990 an; außerdem wirkte sie regional in der Friedensbewegung mit; so gründete sie 1983 in Kiesby die Friedensgruppe[3].

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Boren, Turnhalle (Fayencemalerei als Kachelbild Schleswig-Holstein).
  • Boren, Erneuerung der Wandbemalung in der Kirche (zusammen mit Angie Olbrich und Heidi Tews)
  • Brokstedt, (Mosaik Schleswig-Holstein-Karte).
  • Brunsbüttel, Sporthalle, (Keramikmosaik Sportmotive).
  • Kappeln, Aula des Behindertenheims Kappelner Werkstätten (Keramikbild Vogelflug).
  • Kiel, Gedenkstein zum Kieler Frieden von 1814 in der Dänischen Straße.
  • Leck, Grundschule an der Linde (Klinker-Keramikmosaik Fischer mit Netz).[4]
  • Schleswig, Landesjugendheim Paulihof 2 (Tangram).
  • Schönhagen, Sporthalle (Keramikmosaik).
  • Schönkirchen, Sporthalle (Keramikmosaik Die vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft + Erde mit dazugehörigen Sport-Symbolen)).
  • Westerrönfeld, Schule (Wandgestaltung 1993).

LiteraturBearbeiten

  • Ulrike Wolff-Thomsen: Lexikon Schleswig-Holsteinischer Künstlerinnen, Städtisches Museum Flensburg (Hrsg.), Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co., Heide 1994, ISBN 3-8042-0664-6. S. 62 f.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kindertheater des Monats -> Startseite. Abgerufen am 6. August 2019 (englisch).
  2. Literaturhaus Schleswig-Holstein: Projekte: Literatursommer: Förderer und Partner früherer Literatursommer. Abgerufen am 6. August 2019.
  3. Illa Blaue (3. Mai 1919-5. Juni 2018). Abgerufen am 6. August 2019.
  4. stb: Vergessene Orte: Künstlerisches mit Geschichte – eine Spurensuche | shz.de. Abgerufen am 6. August 2019.