Homosexualität in Kenia

Homosexualität ist in Kenia in der Gesellschaft tabuisiert und homosexuelle Handlungen zwischen Männern sind strafbar.

Rechtliche SituationBearbeiten

 
Gästehaussregeln an der islamisch geprägten Ostküste

Homosexuelle Handlungen zwischen Männern sind in Kenia nach Paragrafen 162 bis 165 des Strafgesetzbuches strafbar. Das Strafmaß beträgt 5 bis 14 Jahre Freiheitsstrafe. Homosexuelle Handlungen zwischen Frauen sind in Kenia nicht strafbar.[1] Zu strafrechtlichen Verurteilungen kam es in den letzten Jahren hingegen nicht.[2]

Es existiert in Kenia kein Antidiskriminierungsgesetz. Ebenso besteht weder in der Form der Gleichgeschlechtlichen Ehe noch in einer Eingetragenen Partnerschaft eine staatliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Im November 2009 wurde bekannt, dass die Regierung eine Zählung homosexueller Männer plane, was als Präventionsmaßnahmen gegen den in Kenia stark verbreiteten HI-Virus begründet wurde. Als problematisch wird dies vor allem wegen der gesetzlichen Strafbarkeit homosexueller Handlungen in Kenia betrachtet. Zuvor wurden homosexuelle Menschen nicht bei der Aids-Prävention berücksichtigt, obwohl deren Prävalenz laut einer Studie von 2007 bei 43 Prozent liegt.[3]

Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist in Kenia nur durch eine Verfassungsänderung möglich, da in der Verfassung von 2010 nur das Recht verankert ist, eine Person des anderen Geschlechts zu heiraten (Kapitel 2, Absatz 45 (2)).[4]

Gesellschaftliche SituationBearbeiten

Homosexuelle Menschen werden durch die Gesetzeslage in den gesellschaftlichen Untergrund gedrängt.[5] Derzeit gibt es in der Hauptstadt Nairobi acht Organisationen, die für die Legalisierung von Homosexualität werben, Schwule und Lesben beraten und über AIDS und HIV aufklären.[2]

Der Film Rafiki der Regisseurin Wanuri Kahiu erzählt eine lesbische Liebesgeschichte in Nairobi. Der Film wurde 2018 in Kenia aufgrund der positiven Darstellung von Homosexualität zunächst verboten, nach einer Beschwerde der Regisseurin wurde das Verbot aber wieder aufgehoben und der Film konnte in kenianischen Kinos gezeigt werden.

Siehe auchBearbeiten

FilmeBearbeiten

  • Jim Chuchu: Stories of Our Lives, 2014
  • Rafiki, 2018

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Organisation Behind the Mask: Kenia (Memento des Originals vom 30. Juli 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mask.org.za
  2. a b Felix Wadewitz, Matthias Mengel: „Ich bin müde“ in Die Zeit
  3. Kenia will Schwule zählen (Memento des Originals vom 16. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.queernews.at queernews.at vom 9. November 2009
  4. kenyalaw.org: Kapitel 2, Absatz 45 (2) (Memento des Originals vom 17. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kenyalaw.org
  5. Gay and Lesbian Coalition of Kenia (GALCK)