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Hoccer ist ein Instant-Messaging-Dienst für Smartphones und Tabletcomputer. Der vollständige Eigenname lautet „Hoccer – der sichere Messenger“. Für private Nutzer ist er kostenlos.[3] Unterstützt werden die Betriebssysteme Android (ab Version 4.0) und iOS (ab Version 7.1). Da es sich bei der Software nicht um freie Software handelt, können Hersteller-Angaben zum Verhalten der Software, insbesondere der sicherheitsrelevanten Teile, von unabhängiger Stelle nicht überprüft werden.

Hoccer
Basisdaten

Entwickler Hoccer Betriebs GmbH
Erscheinungsjahr 2009
Aktuelle Version 3.2.16 (Android)
4. September 2018[1]

3.4.8 (iOS)
12. Dezember 2017[2]

Betriebssystem Android, iOS
Kategorie Instant Messaging
deutschsprachig ja
www.hoccer.com

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Entwickelt wurde die Messaging-App von der Hoccer Betriebs GmbH. Das Unternehmen ging mit einer Gruppe von Softwareentwicklern aus der Designagentur ART+COM hervor.[4] Federführend wurde Hoccer von dem Hard- und Softwareentwickler und Politiker Pavel Mayer entwickelt. Im März 2014 hat der Medienunternehmer Dirk Ströer für 50 Millionen Euro insgesamt 51 % der Anteile an der Hoccer Betriebs GmbH übernommen. Ströer zahlte nur einen Teil in bar, den Rest erhielten die Hoccer-Eigentümer in Form von Werbung.[5]

Seit August und November 2009 boten die Entwickler für Android und iOS jeweils zwei verschiedene Apps an: den Messenger Hoccer XO[6] und den damaligen Hoccer mit Filesharing-Funktion[7]. Letzterer beinhaltete eine selbst entwickelte Geokoordinatenabfrage und einen Datenaustausch durch Gestensteuerung. Nach Annäherung der Features beider Apps wurden sie im November 2014 zu einer einzigen verschmolzen.[8]

FunktionenBearbeiten

Über die Applikation können unlimitiert Textnachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Adressbucheinträge, Standortdaten und weitere Dateiformate in Einzel- und Gruppenchats versendet werden. Wie auch bei anderen sicheren Messengerdiensten werden alle Nachrichten und anderen Anhänge direkt auf dem Gerät verschlüsselt und können nur vom Empfänger wieder entschlüsselt werden. Zur Verschlüsselung nutzt Hoccer eine hybride Verschlüsselung, bestehend aus einer Kombination von AES-256 mit 4096-bit RSA.

Im Gegensatz zu anderen Messaging-Apps ist Hoccer ein pseudonymer Dienst, der datensparsam und ohne Telefonnummer oder andere persönliche Daten auskommt. Einzigartig ist der Geo-Locations-Service „Nearby“, der es Benutzern ermöglicht, im Umkreis von 100 m ohne Austausch jeglicher nutzerbezogener Daten, Nachrichten und Anhänge ungeachtet der Größe auszutauschen.[9]

Der (laut Herstellerangaben) hohe Grad an Datenschutz geht zu Lasten der Benutzerfreundlichkeit. Die Einrichtung verläuft, im Vergleich mit WhatsApp, langwieriger. Ein Abgleich der Kontaktliste findet nicht statt.[10]

SicherheitBearbeiten

Laut Herstellerangaben verfügt jeder Benutzer über einen privaten Schlüssel, der ausschließlich auf dem Endgerät abgelegt und nicht beim Serviceprovider gespeichert wird. Die verwendete Verschlüsselung sei asymmetrisch, bestehend aus privatem und öffentlichem Schlüssel, und solle beim Chatten ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Grundsätzlich funktioniere die Kommunikation zwischen Client und Server und zwischen den Hoccer-Servern nur über verschlüsselte HTTPS-Verbindungen (SSL/TLS-Verschlüsselung). Es würden sogenannte „Pinned Certificates“ verwendet, um Zertifizierungsstellen nicht vertrauen zu müssen.[11]

Der Hersteller gibt weiterhin an, dass vom Benutzer selbst keine Zugangsdaten gespeichert werden. Er sei für Hoccer nur eine zufällig generierte Nummer. Alle Zugangsdaten des Benutzers würden auf dem Gerät des Benutzers gespeichert. Die App habe weder Einsicht in Dateiformate noch in die Inhalte der Nachrichten, die verschickt werden. Es würden so wenige Daten wie möglich auf den von Hoccer genutzten Servern gespeichert. Sie sollen sich ausschließlich in Deutschland befinden und unterliegen deshalb dem deutschen Datenschutzrecht. Nach vollständiger Übermittlung von Nachrichten würden diese unverzüglich wieder vom Server entfernt.[12]

RezeptionBearbeiten

Laut Stiftung Warentest war Hoccer im Jahr 2015 der deutsche Testsieger bei den Messenger-Apps. Sie lobten, dass Hoccer vorbildlich mit persönlichen Daten umgeht.[13]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Downloadseite für Android. In: Google Play. Abgerufen am 16. Februar 2019.
  2. Vorschauseite für iOS. In: App Store (iOS). Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  3. Virginia Kirst: Es gibt bessere Messenger als WhatsApp. Vgl. am Ende des Artikels. In: welt.de. 8. August 2015, abgerufen am 3. Dezember 2015.
  4. Company: About – History. In: hoccer.com. Abgerufen am 15. Januar 2016 (englisch).
  5. Christof Kerkmann: Ströer übernimmt WhatsApp-Alternative Hoccer. In: handelsblatt.com. 24. März 2014, abgerufen am 3. Dezember 2015.
  6. Daniel Albrecht (dal): Hoccer XO: WhatsApp-Alternative aus Deutschland. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Chip Online. 24. Februar 2014, archiviert vom Original am 11. Dezember 2015; abgerufen am 10. Dezember 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chip.de
  7. Martin Gresse: Hoccer: Einfacher Datentransfer zwischen Android, iPhone und PC. In: Chip Online. 25. Mai 2012, abgerufen am 10. Dezember 2015.
  8. Hoccer – der sichere Messenger. In: hoccer.com. 11. November 2014, abgerufen am 15. Januar 2016.
  9. FAQ. Zusammenstellung von Informationen zu besonders häufig gestellten Fragen. In: hoccer.com. Abgerufen am 10. Februar 2016.
  10. Malte Mansholt: Testsieger Hoccer: Was taugt der Datenschutz-Messenger? In: curved.de, Eine Initiative der E-Plus Gruppe. 6. August 2015, abgerufen am 3. Dezember 2015.
  11. Datenschutz- und Sicherheitserklärung. In: hoccer.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  12. Chatten mit Hoccer – die ersten Schritte. In: hoccer.com. 24. April 2014, abgerufen am 15. Januar 2016.
  13. Messenger-Apps: Deutscher Testsieger Hoccer, WhatsApp schützt Privates kaum Stiftung Warentest