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Herbert von Berger

preußischer Offizier, Diplomat, Publizist und Beamter

Herbert Ritter und Edler Herr von Berger (* 7. Oktober 1881 in Frankfurt (Oder); † 1965) war ein preußischer Offizier, Diplomat, konservativer Publizist und hochrangiger Beamter.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Er nahm als preußischer Offizier im Jahr 1903 den Abschied vom aktiven Militärdienst. Danach war er als philosophisch-politischer Publizist tätig. Er gab die Konservative Monatsschrift heraus und übernahm später die Leitung des Verlages Reimar Hobbing. Als solcher gab er die Werke Friedrich des Großen neu heraus und wurde dafür mit dem Roten Adler-Orden IV. Klasse geehrt. Zusammen mit Philipp Zorn gab er 1913 anlässlich des 25-jährigen Thronjubiläums von Wilhelm II. ein umfangreiches dreibändiges Werk unter dem Titel „Deutschland unter Kaiser Wilhelm II.“ heraus.[1]

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges trat er in den Staatsdienst ein. Er war zunächst Hilfsarbeiter im Referat für Personalangelegenheiten im preußischen Ministerium des Inneren. Ab 1916 war er Geheimer Regierungsrat. Im März 1919 wechselte er in das preußische Staatsministerium. Zwischen dem 2. August 1919 und dem 25. März 1920 war er Staatskommissar für die Überwachung der öffentlichen Ordnung. Als solcher hat er die Gefahr von rechts, die etwa von der Nationalen Vereinigung ausging, in seinen Berichten an die Regierung verharmlost. Über die Putschpläne von Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz hat er die Regierung nicht informiert. Er hat so dazu beigetragen, dass auch das Kabinett Bauer die Lage nicht richtig einschätzen konnte.[2] Er sah sich daher nach dem Kapp-Putsch genötigt, Vorwürfen entgegenzutreten, er habe illoyal oder fahrlässig gehandelt.[3] Danach war er preußischer Gesandter in Dresden und später Vortragender Rat im Innenministerium. Er war Mitglied der Deutschen Gesellschaft von 1914.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Peter Schwarz: 100 Jahre deutsche Jubiläumsbilanzen. In: Ders. (Hrsg.): Die Bundesrepublik Deutschland: eine Bilanz nach 60 Jahren. München, 2008 S. 10
  2. Heinrich August Winkler: Weimar 1918–1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie. Frankfurt am Main, 1993 S. 121
  3. Bericht über „Die Tätigkeit des Staatskommissars für die öffentliche Ordnung anläßlich des Staatsstreiches am 13.3.1920“ vom 16. April 1920
VorgängerAmtNachfolger
unbesetztPreußischer Gesandter in Dresden
1920–1922
Schellen, Geschäftsträger