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Heinz Hentschke

deutscher Schauspieler, Autor, Librettist und Theaterdirektor

Heinz Hentschke (* 20. Februar 1895 in Berlin; † 3. Juli 1970 ebenda) war ein deutscher Schauspieler, Autor, Operetten-Librettist und Theaterdirektor (Metropol-Theater (Berlin-Mitte)).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Heinz Hentschke wurde am 20. Februar 1895 in Berlin geboren. Dort begann seine Karriere als Schauspieler. Später spielte er auch in Bremen und Hannover. Im Jahr 1933 kehrte er nach Berlin zurück und übernahm die Leitung des Lessingtheaters. 1934 wechselte Hentschke zum Metropol-Theater (heute Komische Oper Berlin) und war bis zur allgemeinen Theatersperre im Sommer 1944 dessen Direktor. Er leitete ab 1939 zusätzlich den Admiralspalast, wo er hauptsächlich Revuen inszenierte. 1936 übernahm mit Protektion des Reichspropagandaministeriums das sogenannte Hentschke-Imperium das Dresdner Residenz-Theater und das Dresdner Central-Theater.

Hentschke verfasste die Libretti zu 14 Operetten (siehe Liste unten), die großteils sehr erfolgreich am Metropol-Theater uraufgeführt wurden. Er engagierte die damals gefragtesten Komponisten Fred Raymond (Maske in Blau, Ball der Nationen), Ludwig Schmidseder (Die oder Keine, Frauen im Metropol) und Friedrich Schröder (Hochzeitsnacht im Paradies) als Hauskomponisten ans Metropol-Theater und positionierte so dieses Theater als das Haus für Operette im Deutschen Reich. Daher wurde er auch als König der Operette bezeichnet. Viele seiner Operetten wurden auch sehr erfolgreich in anderen deutschen Städten gespielt. Beispielsweise erlebte Schmidseders Operette Die oder Keine über 600 Aufführungen. Einige Stücke von Hentschke sind bis heute fester Bestandteil im Operettenrepertoire der deutschsprachigen Theater, so etwa Raymonds Maske in Blau.

Nach dem Krieg versuchte Hentschke vergeblich dem Genre Operette in West-Berlin wieder ein festes Zuhause zu verschaffen. Er war aber weiterhin sehr erfolgreich mit Neuproduktionen bekannter Operetten.

Heinz Hentschke starb 1970 im Alter von 75 Jahren in seiner Heimatstadt Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof Dahlem.[1]

Er war mit der Schauspielerin Hilde Schneider (1914–1961) verheiratet.

LibrettiBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Anton Würz: Reclams Operettenführer, 24. Auflage, Reclam, Stuttgart 2011.
  • Heinz Hentschke: 50 Jahre Metropol 1892–1942, Berlin 1942.
  • Heinz-Walter Schmitz: Ludwig Schmidseder (1904–1971) – der Vielseitige. In Franz-Reiner Erkens (Hg.): Ostbairische Lebensbilder Band IV. Klinger, Passau 2013, S. 183 ff.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 582.