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Heinrich Lauenstein vor seinem Gemälde „Sei getreu bis in den Tod“

Heinrich Lauenstein (* 26. September 1835 in Hüddessum bei Hildesheim; † 16. Mai 1910 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler der Düsseldorfer Schule und Professor für religiöse Historienmalerei an der Kunstakademie Düsseldorf.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

 
Porträt der Marie Vorster, 1885

Heinrich Lauenstein war Dekorationsmaler in Hildesheim, bevor er 1859 an die Kunstakademie Düsseldorf ging.[1] Zunächst studierte er dort bei Heinrich Mücke (1806–1891), Andreas Johannes Jacobus Heinrich Müller (1811–1890), Karl Müller (1818–1893), Karl Ferdinand Sohn (1805–1867) und Rudolf Wiegmann (1804–1865). Im Juni 1863 trat er in die Klasse der ausübenden Historien- und Genremalerei ein, wo er Schüler von Eduard Julius Friedrich Bendemann (1811–1889) und ab Herbst 1867 von Ernst Deger (1809–1885) wurde. Noch während seiner Ausbildung wurde Lauenstein im Herbst 1864 Hilfslehrer in der Elementarklasse, die er ab 1881 leitete. Zu seinen zahlreichen Schülern gehörten später bekannte Maler wie Heinrich Nauen (1880–1940) und Max Clarenbach (1880–1952). Seit 1897 bis zu seinem Tod war Lauenstein als Professor für religiöse Historienmalerei an der Düsseldorfer Kunstakademie tätig. In 1893 verstarb seine Frau Emilie, eine geborene Peters, welche Lauenstein in 1874 geheiratet hatte.

Er war seit 1873/74 Mitglied im Künstlerverein Malkasten.

Künstlerische TätigkeitBearbeiten

 
1873, Düsseldorf-Heerdt, St. Benediktus „Maria und Johannes unter dem Kreuz“
 
Wandgemälde in St. Lambertus nach der Restaurierung.
 
Wandgemälde heute

Lauenstein war entscheidend von den Düsseldorfer Nazarenern geprägt. Unter dem Einfluss seines Lehrers Ernst Deger setzte er die religiöse Historienmalerei, die sich allerdings in den 1860er Jahren bereits überlebt hatte, in der nächsten Generation fort.[2] Er assistierte dem Düsseldorfer Nazarener Andreas Müller bei den Wandmalereien für das 1867 eröffnete Kunstmuseum im Schloss Sigmaringen, dem Stammsitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Dabei wurden in der oberen Wandzone 26 Porträts von Malern und Bildhauern des Mittelalters angebracht.[3] Außerdem fertigte Lauenstein mehrere Altarbilder vor allem für Kirchen in Düsseldorf und im Rheinland.[4] Seine streng komponierten biblischen Motive, teilweise mit neugotisch inspiriertem Goldgrund, stehen in der von Deger übermittelten nazarenischen Tradition der Schadow-Schule. Populär wurde Lauenstein durch idyllische, genrehaft aufgefasste religiöse Szenen, die den Einfluss Bendemanns erkennen lassen.

Neben den sakralen Werken sind von Lauenstein Porträts und Kinderbildnisse bekannt.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

Illustrationen (Auswahl)Bearbeiten

Schüler (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Heinrich Lauenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die biografischen Daten und Informationen zu Heinrich Lauenstein beruhen vorwiegend auf: Guido Krey: Lauenstein, Heinrich. In: Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 2, München 1998, S. 316–317; dort Quellen und Literatur bis 1992.
  2. Ekkehard Mai: Deger, Ernst. In: Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 1, München 1997, S. 265.
  3. Doris Hansmann: Müller, Andreas. In: Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Band 2, München 1998, S. 421; Offizielle Website des Hauses Hohenzollern.
  4. Guido Krey 1998, S. 317.