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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hecklingen
Hecklingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hecklingen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 51′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 95,34 km2
Einwohner: 7061 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39444
Vorwahlen: 03925, 039267 (Cochstedt, Schneidlingen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 175
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hermann-Danz-Str. 46
39444 Hecklingen
Website: www.stadt-hecklingen.de
Bürgermeister: Uwe Epperlein (WGH)
Lage der Stadt Hecklingen im Salzlandkreis
BarbySeelandSeelandBördeaueSeelandBörde-HakelBörde-HakelIlberstedtBorneSeelandSeelandWolmirslebenGierslebenSeelandGüstenPlötzkauAlsleben (Saale)Nienburg (Saale)EgelnBarbyBernburgCalbe (Saale)Schönebeck (Elbe)BördelandKönnernHecklingenAscherslebenStaßfurtKarte
Über dieses Bild

Hecklingen ist eine Stadt und Einheitsgemeinde im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Hecklingen liegt im Harzvorland am Rande der Magdeburger Börde, südlich von Magdeburg, westlich von Staßfurt und nordöstlich von Aschersleben, am südlichen Talhang der Bode in ländlicher Lage. Die Geschichte der Stadt kann man über 1.500 Jahre verfolgen.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 481 mm. Die Menge ist extrem niedrig und fällt in das untere Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. An 1 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Trockenster Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im August. Im August fallen 2,2 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 41 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

NachbargemeindenBearbeiten

Zu Hecklingens Nachbargemeinden zählen die Orte:

OrtsteileBearbeiten

Zur Einheitsgemeinde „Stadt Hecklingen“ gehören die Ortsteile Hecklingen, Cochstedt, Groß Börnecke, Gänsefurth und Schneidlingen. Sie waren bis zum 1. März 2004 selbständig und in der Verwaltungsgemeinschaft Bördeblick zusammengefasst. Die Gemeinde Winningen trat nicht der neu gegründeten Einheitsgemeinde „Stadt Hecklingen“ bei, sondern schloss sich Aschersleben an.

Ortschaft Einwohner
CochstedtHecklingenGroß BörneckeSchneidlingenSalzlandkreis 
Die Ortschaften von Hecklingen
(anklickbare Karte)
Hecklingen 2852
Cochstedt 1433
Groß Börnecke 1850
Schneidlingen 1300

GeschichteBearbeiten

Die erste geschichtliche Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 944. Ein um 1070 in der Wüstung Kakelingen[2] bei Hecklingen gegründetes Kloster kam 1147 unter askanische Vogtei und wurde um 1160 an den in Hecklingen bestehenden Hof der Askanier verlegt. Seit Ende des 13. Jahrhunderts beherbergte es einen Konvent von Augustinerinnen. Die Vogteirechte gingen nach 1319 an die Fürsten von Anhalt über.

 
Schloss Hecklingen

1559 wurde das Kloster säkularisiert und in ein Rittergut umgewandelt, dem die Grundherrschaft über den Ort zustand. 1571 kam es an die Familie von Trotha, die schon 1461 das benachbarte Schloss Gänsefurth erworben hatte. Wolf Friedrich von Trotha erbaute etwa zu der Zeit, als der Dreißigjährige Krieg begann, seinen Wohnsitz auf den Grundmauern eines zum Kloster gehörenden Wirtschaftsgebäudes. Es ist dies der ältere, der Renaissance-Teil des Schlosses, dessen Barock-Teil 1720 von Thilo Lebrecht von Trotha errichtet wurde. Bei dessen Tod 1755, im damals hohen Alter von fast 80 Jahren, besaß er vier der fünf damals noch in Familienhand befindlichen Besitze, nämlich Gänsefurth, Hecklingen, Schloss Schkopau und Schloss Würdenburg in Teutschenthal. Da von seinen sechs Söhnen noch vier lebten, hinterließ er jedem eines der Güter.[3]

Im Jahr 1830 besaß Hecklingen bereits 1268 Einwohner. Es entwickelte sich im Bereich der Kali-Industrie von Staßfurt seit etwa dem Jahr 1870 vom landwirtschaftlich geprägten Bauerndorf zu einem Industrieort mit mehreren mittelständischen und größeren Unternehmen. Erst 1928 wurde Hecklingen zur Stadt erklärt.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im Februar 1933 hatte ein SA-Sturm den Ort terrorisiert und einen unbeteiligten Bürger erschossen. In Gerichtsverfahren gegen politische Gegner verhängten NS-Gerichte zwei Todesurteile und mehrere Zuchthausstrafen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Lager für Kriegsgefangene der Roten Armee eingerichtet, von denen einige infolge unmenschlicher Lebensbedingungen starben.

Schloss und Gutsbesitz der Familie von Trotha in Hecklingen wurden im September 1945 entschädigungslos enteignet. Fritz von Trotha wurde verhaftet und kam 1947 im sowjetischen Speziallager Buchenwald um. Seine Ehefrau mit drei Kindern konnte vor der Festnahme in die Westzonen fliehen.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 folgendermaßen zusammen:

Jahr WGH CDU Linke FDP SPD NPD Andere Gesamt
2014 9 Sitze 5 Sitze 3 Sitze 1 Sitz 1 Sitz 1 Sitz 20 Sitze
2009 5 5 1 7 1 1 20

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Grün vier goldene Ähren über goldenem Dreiberg.“

Das Wappen der Gemeinde wurde 2004 vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch aus dem zuvor von ihm gestalteten Wappen der Verwaltungsgemeinschaft Bördeblick abgeleitet und ins Genehmigungsverfahren gebracht.

OrtswappenBearbeiten

Das Hecklinger Ortswappen geht aus dem Siegel von 1618 hervor. Bei der Stadtwerdung 1928 wurde es übernommen.[4]

StädtepartnerschaftBearbeiten

Nisko in Polen ist Partnerstadt von Hecklingen.

 
Ehemalige Klosterkirche Hecklingen
 
Burg Schneidlingen von Süden

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Klosterkirche St. Georg und PankratiusBearbeiten

Die Kirche des ehemaligen Klosters Hecklingen aus dem 12./13. Jahrhundert im Stil der Romanik zählt zu den bedeutenden Sakralbauten in der Umgebung des Harzes und besticht durch romanische Stuckplastik von europäischem Rang.

Weitere BautenBearbeiten

Die Kulturdenkmale der Stadt sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Hecklingen liegt an der Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg. Der Personenverkehr wurde am 28. September 2002 eingestellt. Seitdem ist die Stadt nicht mehr per Bahn erreichbar. Die Straßenbahn Staßfurt verband von 1900 bis 1957 Hecklingen mit Staßfurt und Löderburg.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2017 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Michael Krecher: Ausgrabungen in der Wüstung Kakelingen bei Staßfurt, Ldkr. Aschersleben-Staßfurt, in: Archäologische Berichte aus Sachsen-Anhalt 1996, Halle 1997, hg. v. Siegfried Fröhlich, S. 47–59
  3. Die Geschichte der Trothas in Hecklingen und Gänsefurth
  4. Wappen (Memento des Originals vom 21. Februar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hecklingen.de

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hecklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien