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Hartmut Röseler

deutscher Politiker, MdA
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Hartmut Röseler (* 11. März 1942 in Berlin) ist deutscher Politiker (CDU). Er war von 1971 bis 1975 stellvertretender Bürgermeister und von 1971 bis 1979 Bezirksstadtrat für Volksbildung in Charlottenburg. Von 1967–71 und 1979–81 war er Bezirksverordneter in Charlottenburg und von 1981 bis 1985 war er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Leben und PolitikBearbeiten

Der in Berlin als Sohn des Studienrates Rudolf Röseler geborene Hartmut Röseler wurde in Dänemark eingeschult, bevor die Familie 1948 nach Deutschland zurückkehren konnte. Über das Flüchtlingsaufnahmelager Uelzen ging es nach Goslar, wo Röseler nach der Volksschule das Gymnasium besuchte. Im Herbst 1953 zog die Familie wieder nach Berlin. 1961 legte Röseler an der Waldoberschule das Abitur ab. Ab 1962 studierte er an der FU Berlin Betriebswirtschaft und Politische Wissenschaften. Studienbegleitend war er als Geschäftsführer des Berliner Ringes politischer Jugend (RpJ) und später als Persönlicher und Presse-Referent des Senators für Gesundheitswesen, als Dozent in der Erwachsenenbildung sowie an einer Erzieherfachschule tätig. Nach dem Examen 1969 arbeitete er in der Weiterbildung der deutschen Renault-Zentrale. Ab 1979 war der Diplom-Politologe als freiberuflicher Rhetorik- und Kommunikationstrainer tätig und trat 1980 in das Horst-Rückle-Team (Böblingen) ein. 1983 war er Mitbegründer der Team Connex in Böblingen.

1970 heiratete Röseler die damalige FDP-Fraktionssekretärin im Berliner Abgeordnetenhaus Gisela Busse.

1957 trat er den Deutschen Jungdemokraten bei. 1959 wurde er Mitglied in der FDP. Schon als Schüler machte er politische Auslandsreisen nach Frankreich, Österreich und Italien. Später organisierte Röseler für die Jungdemokraten Fahrten zur Pflege des Soldatenfriedhofes in Milano Marittima/Cervia und nach dem 1. Passierscheinabkommen in Berlin Fahrten für Körperbehinderte und Rentner zu den Passierscheinstellen und nach Ostberlin. Als Student reiste er u. a. in die Türkei, nach Tunesien, Großbritannien und Israel. Dann managte er internationale Jugend-Begegnungen u. a. in die Türkei und pflegte ab 1964 (umstrittene) Kontakte zur Ost-Berliner LDPD und zur FDJ (DT 64). 1965 organisierte er im Audimax der TU Berlin mit dem Berliner SDS-Vorsitzenden Tilman Fichter eine Veranstaltung mit dem damals noch provokativen Titel „8.Mai – 20 Jahre Tag der Befreiung“ (Podiumsteilnehmer waren u. a. Roland Reichwein, Sohn des Widerstandskämpfers Adolf Reichwein und der (damalige SFB-) Journalist Matthias Walden). 1966 wurde er Landesvorsitzender. Am Vorabend des 20. Juli 1966 war er neben Bürgermeister Heinrich Albertz und Alfred Mozer (Kabinettschef von EWG-Vizepräsident Sicco Mansholt) Gedenkredner in der Berliner Gedenkstätte Plötzensee. 1968 engagierte sich Röseler parallel zu der weltweiten Petition von etwa 200 Intellektuellen und Musikern (u. a. Francis Travis, Igor Strawinsky, Herbert von Karajan) gegenüber den südkoreanischen Militärmachthabern und öffentlich für die Freilassung des aus West-Berlin nach Südkorea verschleppten und dort inhaftierten Komponisten Isang Yun. Isang Yun kam im Februar 1969 frei und kehrte nach Berlin zurück. Er bedankte sich beim stellvertretenden Bezirksbürgermeister für dessen hilfreiches Engagement. Yun wirkte bis zu seinem Tod im November 1995 in Berlin.

Nach Parteiquerelen trat Röseler in die CDU ein. Ab 1971 hatte er innerhalb der CDU im Ortsverein und auf Kreisebene Vorstandsämter inne. 1967 wurde er als bis dahin jüngster deutscher Kommunalpolitiker in die Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg gewählt. Mit seiner Jungfernrede machte er als „Volkstribun“ (Berliner Morgenpost) Schlagzeilen, in der er für die Rückbenennung des kurz nach Adenauers Tod unbenannten Kaiserdamms eintrat. 1971, nach seiner Wiederwahl, übernahm er in der ersten CDU-FDP-Koalition nach dem Bonner Umbruch zur sozialliberalen Koalition Brandt/Genscher die Funktionen des Stellvertretenden Bezirksbürgermeisters und Volksbildungsstadtrates. Röseler engagierte sich für den Aufbau von Ganztagsschulen und eine intensive Beschulung von Roma-Kindern an ihrem Aufenthaltsplatz. In Charlottenburger Schulen führte er „AGs für Schnuppersportarten“ (u. a. Judo, Segeln, Reiten, Fechten – mit dem österreichischen Fecht-Olympioniken Bruno Jerebicnik) – ein. Er war Mitbegründer des Charlottenburger Schulsportvereins u. a. mit dem deutschen Olympioniken Bodo Tümmler. Er organisierte u. a. eine erste Ausstellung russischer nonkonformistischer Maler „Soviet ‚unofficial‘ art“ um Oskar Rabin (Sammlung Alexander Glezer). Als Röseler 1978 forderte, die Schüler sollten auch in Deutschland (wie die in anderen Ländern) ihre Nationalhymne lernen, wurde ihm auch überregional Nationalismus vorgeworfen (Die Zeit Nr. 21/1978). Von 1979 bis 1981 war er erneut Mitglied des Charlottenburger Kommunalparlaments. 1981 zog er als direkt gewählter Abgeordneter in das Abgeordnetenhaus von Berlin ein.

1959 nahm er als Gast der österreichischen Hochschülerschaft bei einer Parallelaktion der demokratischen Jugendverbände aus westlichen Ländern zu den kommunistischen 7. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Wien teil. 1969 diskutierte er im Rahmen eines kommunalen Austausches zwischen Berlin-Charlottenburg und dem V. Stadtbezirk von Budapest u. a. mit Günter Grass in der Budapester Universität mit Studenten und 1973 mit Bezirksbürgermeister Roman Legien anlässlich der von der FDJ ausgerichteten 10. Weltfestspiele der Jugend und Studenten auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz mit Jugendlichen verschiedener Länder. Er war deutscher Ko-Vorsitzender der von Schachgroßmeister Ludek Pachmann 1976 gegründeten „Freien Gesellschaft zur Förderung der Freundschaft mit den Völkern der Tschechoslowakei“. Röseler hielt Kontakt zur Charta 77 mit Marta Kubišová und schmuggelte bei Besuchen in Prag Medikamente in die CSSR. Röseler hatte 1974 Pachmann nach Berlin geholt, nachdem dessen Schachclub Solingen 1868 ihn nach einem sowjetischen Protest aus dem eigenen Schachturnier ausgeladen hatte. Er war lange Vorstandsmitglied des Gemeinnützigen Schullandheimwerkes Charlottenburg, des Charlottenburger Schulsportvereins und Mitglied des Kuratoriums der Käthe Dorsch Stiftung.

1985 zog er sich aus der Politik zurück und zog nach Belgien. Später verließ er die CDU.

LiteraturBearbeiten

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 312.