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Hans von der Gabelentz

deutscher Kunsthistoriker, Museumsdirektor und Schriftsteller

Hans Albrecht von der Gabelentz (* 10. April 1872 in Münchenbernsdorf; † 8. Februar 1946 in Eisenach) war ein deutscher Kunsthistoriker, Museumsdirektor und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Hans von der Gabelentz wurde am 10. April 1872 als Sohn des Adelsgeschlechtes von der Gabelentz als Hans Albrecht von der Gabelentz-Linsingen geboren und ist der jüngere Bruder des Schriftstellers Georg von der Gabelentz. Er studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Lausanne, Berlin und München. An der Universität München wurde er 1898 bei Berthold Riehl über die „Geschichte der oberdeutschen Miniaturmalerei im XVI. Jahrhundertpromoviert und habilitierte sich im Jahre 1901.

Von der Gabelentz war ab 1908 Kabinettssekretär des Großherzogs Wilhelm Ernst von Weimar und ab 1911 Direktor der Weimarer Museen. Von 1912 bis 1922 war er als Direktor das Deutsche Kunsthistorische Institut in Florenz tätig. Das Institut war jedoch seit 1918 und er lebte als Privatgelehrter in Lemnitz.

Im Jahre 1930 wurde von der Gabelentz Burghauptmann auf der Wartburg. Er begründete das Wartburg-Museum und das Burg-Archiv. Bis zu seiner Enteignung war Hans Albrecht von der Gabelentz-Linsingen der letzte Besitzer des Lemnitzer Barockschlosses.

Hans von der Gabelentz starb am 8. Februar 1946 in Eisenach.

Mitbegründer der Deutschen DichterakademieBearbeiten

Zusammen mit seinem Cousin Börries von Münchhausen begründete von der Gabelentz Anfang der 1930er die Deutsche Dichterakademie die ihren Sitz auf der Wartburg hatte. Beginnend mit der „Reichs-Goethe-Feier“ von 1932 bis zum Jahre 1937 versammelten sich dort nationalistische Schriftsteller zu Dichtertreffen, wobei in Dichterehrungen die „silberne Wartburgrose“ verliehen wurde. Unterstützung erhielt der Wartburgkreis v. a. von Hans Severus Ziegler. Im Jahre 1938 durfte das Wartburgtreffen nicht mehr stattfinden, da die Nationalsozialisten in Weimar die sogenannten „Großdeutschen Dichtertreffen“ veranstalteten und dort sämtliche vorherigen Dichtertreffen zusammenfassten. Zu den Wartburgtreffen erschien ein großer Kreis nationaler Schriftsteller, u. a. Hans Friedrich Blunck, Max Dreyer, Paul Ernst, Hanns Johst, Erwin Guido Kolbenheyer, Heinrich Lilienfein, Agnes Miegel, Jakob Schaffner, Wilhelm Schäfer, Hermann Stehr. Die „Deutsche Dichterakademie“ bildete ein nationalistisches Pendant zur Dichtersektion der Preußischen Akademie der Künste in Berlin.

Publikationen (Auswahl)Bearbeiten

  • Zur Geschichte der oberdeutschen Miniaturmalerei im XVI. Jahrhundert, Dissertation, J. H. E. Heitz, 1898
  • Mittelalterliche Plastik in Venedig, Leipzig, Karl W. Hiersemann, 1903
  • Die kirchliche Kunst im italienischen Mittelalter. Ihre Beziehung zu Kultur und Glaubenslehre, 1907
  • Die Biblia pauperum und Apokalypse der großherzoglichen Bibliothek zu Weimar, Strassburg, Heitz and Muendel, 1912
  • Zeichnungen alter Meister im Kupferstich-Kabinett des Großherzoglichen Museums zu Weimar, 3 Bände, 1912–1924
  • Fra Bartolommeo und die Florentiner Renaissance, Zwei Bände, Verlag von Karl W. Hiersemann, Leipzig 1922
  • Die Wartburg: ein Wegweiser durch ihre Geschichte und Bauten, 1931
  • Wartburgschicksal: aus dem Leben eines deutschen Romantikers, 1934
  • Steinerne Wunder. Erlebnisse einer Indienfahrt, 1935
  • Aus der Frühzeit der Wartburg-Erneuerung. Briefe des Baumeisters Hugo von Ritgen an den Burghauptmann Bernhard von Arnswald, 1941
  • Die Wartburg. Führer zu großen Baudenkmälern, 1944

LiteraturBearbeiten

Festschrift / Erinnerungsfeier zum Gedächtnis an Hans Albrecht von der Gabelentz-Linsingen : 12. April 1997 in Münchenbernsdorf/Thüringen. Heimatverein Münchenbernsdorf e.V., Münchenbernsdorf 1997.

WeblinksBearbeiten