Hauptmenü öffnen
Haim Gouri (2005)

Haim Gouri (hebräisch חיים גורי; ursprünglich Haim Gorfinkel; geboren 9. Oktober 1923 in Tel Aviv, Völkerbundsmandat für Palästina; gestorben 31. Januar 2018 in Jerusalem) war ein israelischer Lyriker, Romanautor, Journalist und Dokumentarfilmer.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WerkBearbeiten

 
Haim Gouri und seine Frau Aliza (ca. 2003)

Haim Gorfinkel, später Gouri, wurde 1923 in Tel Aviv geboren. 1941 trat er in den paramilitärischen Palmach ein[1] und gehörte zu den Ersten, die in ihm einen Offizierskurs absolvierten. 1947 wurde er nach Ungarn geschickt, um Holocaust-Überlebenden zu helfen, nach Palästina zu gelangen.[2] 1948 kämpfte er im Israelischen Unabhängigkeitskrieg, seine Erlebnisse behandeln eine Reihe seiner Gedichte. Er studierte Literatur und Philosophie an der Hebräischen Universität Jerusalem sowie Französische Literatur an der Sorbonne in Paris. Viele Jahre arbeitete er als Journalist.[3] Als Prozessberichterstatter verfolgte er den gesamten Eichmann-Prozess. Seine Aufzeichnungen zum Prozess erschienen 1962 als Buch unter dem Titel mul ta' hasechuchit[4] (englische Übersetzung: Facing the Glass Booth: Reporting the Eichmann Trial). Als Filmemacher wirkte Gouri an Dokumentarfilmen mit, die den Holocaust thematisierten.

Gouri verfasste Gedichte, Romane und Essays. Gedichte von ihm erschienen in 25 Sprachen.[3] Einige Romane von Gouri enthalten Anspielungen, die nur von seiner Generation verstanden wurden; diese Werke waren laut Gershon Shaked für Juden von einem anderen Kontinent und sogar für etwas jüngere oder ältere Zeitgenossen fremd und unverständlich.[5]

Haim Gouri war verheiratet und hatte drei Töchter.[6]

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Haim Gouri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Israelnetz.de vom 31. Januar 2018: Das poetische Gedächtnis Israels
  2. Sabine Brandes: Teil des israelischen Ethos. In: Jüdische Allgemeine. 31. Januar 2018, abgerufen am 1. Februar 2018.
  3. a b Haim Gouri bei ITHL
  4. Gershon Shaked: Geschichte der modernen hebräischen Literatur S. 307
  5. Gershon Shaked: Geschichte der modernen hebräischen Literatur S. 228
  6. Israelnetz.de vom 31. Januar 2018: Das poetische Gedächtnis Israels