Gymnasium Tegernsee

Das Gymnasium Tegernsee ist ein staatliches Gymnasium in Tegernsee, Landkreis Miesbach, mit 680 Schülerinnen und Schülern (Stand: September 2015).

Gymnasium Tegernsee
Schloss Tegernsee.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1949
Adresse

Schlossplatz 1c
83684 Tegernsee

Ort Tegernsee
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 42′ 27″ N, 11° 45′ 23″ OKoordinaten: 47° 42′ 27″ N, 11° 45′ 23″ O
Träger Bayern
Schüler 680 (September 2015)
Lehrkräfte 62 (September 2015)
Leitung Werner Oberholzner[1]
Website www.gymnasium-tegernsee.de

GeschichteBearbeiten

Die Schule ist seit 1949 in zwei Flügeln des ehemaligen Benediktinerklosters Kloster Tegernsee (gegründet durch die adligen Brüder Adalbert und Otkar Mitte des achten Jahrhunderts) untergebracht.

 
Das ehemalige Klostergelände vom See betrachtet.

Als Aula dient der sogenannte Barocksaal mit aufwändigem Stuck und Deckengemälden. Der Raum war ursprünglich das Refektorium, der Speisesaal des Klosters.[2]

In den 1960er Jahren war ein Neubau im Nordosten des Tegernsees auf dem Boden der Gemeinde Gmund geplant, der wegen des dafür erforderlichen Flächenverbrauchs im Landschaftsschutzgebiet von Naturschützern und einer Initiative von Architekten abgelehnt wurde. Nach massiven Auseinandersetzungen mit der Ministerialbürokratie wurden die Neubaupläne aufgegeben und stattdessen kaufte der Freistaat Bayern in den 1970er Jahren die von der Schule belegten Flügel des Schlosses an. In den südlichen Innenhof wurde von 1979 bis 1982 eine Glasfassade eingefasst, die für ausreichend Licht in den Klassenzimmern sorgt. Außerdem wurden das marode Mauerwerk saniert, die Installationen erneuert und alle Fenster ersetzt. Jenseits der Hauptstraße entstand ein Neubau für die Dreifachturnhalle, die mit der Schule durch eine Unterführung verbunden ist.[3]

Im Sommer 2005 wollte Otto Beisheim der Schule 10 Mio. Euro stiften, allerdings stand im Stiftungsvertrag der Name "Otto-Beisheim-Gymnasium Tegernsee".[4] Da dies eine Umbenennung der Schule bedeutet hätte, entstanden Diskussionen, ob Slogans wie "Geiz ist Geil" zum Namensgeber eines Gymnasiums passen.[4] Als schließlich Nachforschungen im Bundesarchiv ergaben, dass Beisheim im Dritten Reich der Leibstandarte SS Adolf Hitler angehört hatte,[4] verband die Schule ihren Umbenennungsantrag mit dem Vorbehalt, dass der Stifter sich zu seiner Vergangenheit äußern sollte. Daraufhin weigerte sich Beisheim, das Stiftungskapital einzuzahlen.[4] Im Januar 2007 hob die Regierung von Oberbayern die Stiftung auf, was rechtlich umstritten ist.

Die Schülerzahl (849 am 1. Oktober 2013) nahm durch die Eröffnung eines neuen Gymnasiums in Holzkirchen zum Schuljahr 2014/15 deutlich ab (710 am 1. Oktober 2014). In Gmund-Finsterwald entstand zudem eine neue Realschule. Nach einem starken Rückgang der Anmeldungen (56 für den Besuch der 5. Klasse) 2014[5] stabilisierte sich die Schülerzahl in der Klasse 5 für das Schuljahr 2015/16 wieder (80 Anmeldungen), so dass das Gymnasium Tegernsee voraussichtlich dauerhaft dreizügig bleiben wird und damit in seiner Existenz vorerst nicht gefährdet ist.[6] Mit Unterstützung des Landkreises sollen die Schülerzahlen stabil gehalten werden, beispielsweise durch Fahrtkostenerstattungen für Schüler aus Orten, für die auch das Gymnasium Bad Tölz in Frage käme.[7] Im September 2015 betrug die Schülerzahl des Gymnasiums Tegernsee 680, die Zahl der Lehrkräfte 62.

Projekte und VeranstaltungenBearbeiten

  • Die 7b des Gymnasiums war 2014 unter den Preisträgern des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs "Irgendwas mit Medien", der jährlich von der Bundesregierung ausgeschrieben wird[8]
  • Am Schuljahresende findet ein Sozialer Tag statt, an dem Schüler einen Tag lang Geld für die Projekte der gemeinnützige Organisation Schüler Helfen Leben (SHL) sammeln[9]
  • Alljährlich findet ein Sommerkonzert statt[10]

Bekannte EhemaligeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Gymnasium Tegernsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schulleitung. In: www.gymnasium-tegernsee.de. Abgerufen am 22. März 2020.
  2. Geschichte der Schule. In: www.gymnasium-tegernsee.de. Abgerufen am 22. März 2020.
  3. Ulrich Brinkman: Mit Bürgersinn wider das Diktat der Ökonomie – Das Kuratorium für Landschaftsschutz in München. Deutscher Kunstverlag 2013, S. 53–74, 70 f.
  4. a b c d Carola Padtberg: Bayerisches Gymnasium – Otto Beisheim lässt Millionenspende platzen. In: www.spiegel.de. 11. November 2005, abgerufen am 15. November 2007.
  5. Robin Schenkewitz: Beratungen über die Zukunft der Tegernseer Schule–Rzehak will Gymnasium retten. In: www.tegernseerstimme.de. 15. Mai 2014, archiviert vom Original am 17. Mai 2014; abgerufen am 22. März 2020.
  6. Robin Schenkewitz: Gymnasium: Großer Aufwand für steigende Schülerzahlen –„Wir müssen das durchhalten“. In: www.tegernseerstimme.de. 20. Mai 2015, archiviert vom Original am 20. Mai 2015; abgerufen am 22. März 2020.
  7. Rose Beyer: Landkreis übernimmt Beförderungskosten für Waakirchner Schüler – Schützenhilfe für Tegernseer Gymnasium. In: www.tegernseerstimme.de. 2. Juli 2014, archiviert vom Original am 18. Juli 2014; abgerufen am 22. März 2020.
  8. Maxi Hartberger: Die 7b des Gymnasiums Tegernsee ins Bundeskanzleramt eingeladen – Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin. In: www.tegernseerstimme.de. 27. Juni 2014, archiviert vom Original am 15. Juli 2014; abgerufen am 22. März 2020.
  9. Aktuelles aus dem Schulleben. In: www.gymnasium-tegernsee.de. Archiviert vom Original am 19. Juli 2014; abgerufen am 22. März 2020.
  10. Sophie Stadler: Sommerkonzert des Gymnasiums Tegernsee – Schüler singen "Don't cry for me Argentina". In: www.merkur.de. 15. Juli 2014, abgerufen am 22. März 2020.
  11. Christoph Fetzer: Viktoria Rebensburg in Sotschi – So fiebert die Familie daheim in Kreuth mit. In: www.merkur.de. 12. Februar 2014, abgerufen am 22. März 2020.