Großopitz

Ort in Deutschland

Großopitz ist eine Ortschaft der sächsischen Stadt Tharandt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Zudem bildet der Ort einen Ortsteil Tharandts und liegt auf der gleichnamigen Gemarkung.

Großopitz
Stadt Tharandt
Koordinaten: 50° 59′ 55″ N, 13° 35′ 32″ O
Höhe: 322 m ü. NN
Fläche: 3,61 km²
Eingemeindung: 1923
Postleitzahl: 01737
Vorwahl: 035203
Karte
Lage von Großopitz in Tharandt
Blick auf Großopitz, im Hintergrund der Tharandter Wald

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Großopitz liegt nordöstlich des Tharandter Waldes, im Südosten erstreckt sich das Döhlener Becken mit den Siedlungen und Industriestandorten der Großen Kreisstadt Freital. An Großopitz grenzt unmittelbar der Ort Kleinopitz, der allerdings ein Ortsteil der Stadt Wilsdruff ist. Die Siedlungsfläche erstreckt sich über ein Gebiet von 3,61 km² bei einer Bevölkerungsdichte von 67 Einwohnern pro Quadratkilometer.[1] Östlich des Dorfes erhebt sich der Opitzberg (366,1 m). Am nördlichen Ortsrand entspringt der Großopitzbach, südöstlich die Pastritz.

NachbarorteBearbeiten

Um Großopitz liegen die Orte:

Braunsdorf Kleinopitz Saalhausen
Fördergersdorf   Weißig
Tharandt Coßmannsdorf Hainsberg
 
Großopitz als Gr. Opitzsch auf einer Landkarte aus dem 18. Jh.
 
2014 als Wohnhaus neu gebaute Turmwindmühle, deren Original bis 1880 in Großopitz an der Ortsgrenze zu Weißig stand

GeschichteBearbeiten

Großopitz ist als Waldhufendorf angelegt und war eine Landgemeinde[2]. Der Ort ist im Zuge der Besiedlung im Auftrag der Markgrafen von Meißen durch den Verwalter der Burg Tharandt, Boriwo de Tarant, ab 1215 entstanden bzw. wird die vorhandene slawische Siedlung in dieser Zeit germanisiert. Die erste Erwähnung der ursprünglich slawischen Siedlung – unter dem Namen Apacz – findet sich im Lehnbuch Friedrich des Strengen von 1349/50. Wie die meisten späteren Tharandter Ortsteile war auch Großopitz um 1378 dem Castrum Tharandt angehörig, 1550 dem Amt Tharandt-Grillenburg.[3] Von 1856 an gehörte das Dorf dem Gerichtsamt Tharandt an.[4] 19 Jahre später, 1875, war Großopitz zur Amtshauptmannschaft Dresden gegliedert. Vor 1875 war Großopitz nach Döhlen (heute Freitaler Stadtteil) gepfarrt, danach nach Tharandt. 1923 endete die Selbstständigkeit des Ortes mit der Eingemeindung in die Forststadt. Großopitz ist somit eines der ältesten Ortsteile Tharandts. Als Tharandter Ortsteil wurde Großopitz noch Teil des Kreises Freital (später Landkreis), der 1952 aus der Amtshauptmannschaft Dresden hervorging, des Weißeritzkreises, der 1994 aus Landkreis Freital und Landkreis Dippoldiswalde gebildet wurde.[2] 2008 wurde der Ort schließlich Teil des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der aus Weißeritzkreis und dem Landkreis Sächsische Schweiz hervorging.

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

Anzahl der Menschen, die in Großopitz wohnten bis 1910[2]

  • 1550/51: 15 besessene Mann, 19 Inwohner, 17 Hufen
  • 1764: 20 besessene Mann, 8 Gärtner, 5 Häusler, 16½ Hufen
  • 1834: 249
  • 1871: 359
  • 1890: 328
  • 1910: 376

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße 9080 führt direkt durch das Zentrum von Großopitz. Durch Linienbusse des Regionalverkehrs Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE) ist der Ort an den öffentlichen Personennahverkehr des Verkehrsverbundes Oberelbe angebunden. Der nächste Bahnhof ist der Bahnhof Tharandt mit Anbindung an das Dresdner S-Bahn-Netz (S3 und S30) und an Züge des RegionalExpress der Deutschen Bahn. Weitere Bahnhöfe in der Nähe des Ortes sind Freital-Hainsberg West, Freital-Hainsberg und Freital-Deuben.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. tharandt.de (Memento vom 21. Juli 2010 im Internet Archive)
  2. a b c Großopitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 10052, Amt Grillenburg
  4. Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand 13584, Gerichtsamt Tharandt

LiteraturBearbeiten

  • Lars-Arne Dannenberg, Vincenz Kaiser: Wilsdruff im Hochmittelalter. Überlegungen zur Besiedlung des Wilsdruffer Landes und zur Entstehung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung der Jakobikirche. (= Neues Archiv für sächsische Geschichte. 80. Band). Verlagsdruckerei Schmidt, 2009, ISBN 978-3-87707-769-6.
  • Verena Weiß: Windmühle mit Handicap, Sächsische Zeitung Freital, 12. Dezember 2014 und Frischer Wind auf der Höhe, Sächsische Zeitung Freital, 22. Januar 2015.

WeblinksBearbeiten

Commons: Großopitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien