Grady Sutton

US-amerikanischer Schauspieler

Grady Harwell Sutton (* 5. April 1906 in Chattanooga, Tennessee; † 17. September 1995 in Woodland Hills, Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schauspieler.

LebenBearbeiten

Bereits Mitte der 1920er-Jahre kam Grady Sutton durch einen Zimmerkollegen, einen jüngeren Bruder des Filmregisseurs William A. Seiter, zum Film und gab sein Debüt in The Mad Whirl. Der 1,88 Meter große Sutton trat zwischen 1925 und 1979 in mehr als 200 Filmen auf. Sutton war meist auf komödiantische Nebenrollen festgelegt und spielte oft unbedarfte, tölpelhafte, ängstliche und einfältige Charaktere. Seine bekanntesten Rollen spielte er in Filmkomödien, unter anderem mehrmals an der Seite von W. C. Fields, etwa als Fields’ naiver Arbeitskollege und zukünftiger Schwiegersohn in Der Bankdetektiv (1940). In dem Laurel-und-Hardy-Film Die Teufelsbrüder (1932) verkörperte er einen verhinderten Bräutigam, der zu unrecht als Don Juan verdächtigt wird. Er war ein hilfloser Tanzpartner von Katharine Hepburn in Alice Adams (1935) und, ohne sie gefragt zu haben, der Verlobte von Carole Lombard in Mein Mann Godfrey (1936). Meist zeichnete sich die Komik von Suttons Figuren durch ihr gänzliches Unvermögen aus, mit einer absurden Situation umzugehen.

Grady Sutton arbeitete während des Zweiten Weltkrieges beim Waffen- und Flugzeughersteller Lockheed, nachdem er wegen eines Magenleidens nicht für den aktiven Militärdienst akzeptiert worden war. In späteren Jahren blieben Suttons Rollen in Kino- und Fernsehproduktionen meist nur kleiner Natur, unter anderem im Drama Ein neuer Stern am Himmel (1954), dem Musical My Fair Lady (1964), der Westernparodie Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (1971) sowie der Sitcom Männerwirtschaft mit Jack Klugman und Tony Randall. In seinem Heimatland wurde er außerdem einem breiten Publikum auch durch Fernseh-Werbespots bekannt. Nach einer Nebenrolle in der Musikkomödie Rock ’n’ Roll Highschool verabschiedete Sutton sich 1979 aus dem Schauspielgeschäft.

Grady Sutton war nie verheiratet und hatte keine Kinder, der Filmhistoriker William Mann sah ihn als Beispiel einer „Hollywood Sissy“. Den Klischees über Homosexuelle entsprechend sei Sutton auch häufig in verweichlichten oder effeminierten Rollen besetzt worden, oder zumindest als komischer Charakter, der in der Gegenwart von Frauen panisch und unfähig agiert.[1][2] Der Schauspieler verstarb 1995 im Alter von 89 Jahren.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Robert Jackson: Fade In, Crossroads: A History of the Southern Cinema. Oxford University Press, 2017, ISBN 978-0-19-066019-2 (google.de [abgerufen am 9. September 2020]).
  2. William J. Mann (2002): Behind the Screen: How Gays and Lesbians Shaped Hollywood