Gottfried IV. (Isle of Man)

König von Man und der Inseln

Gottfried IV. (auch Godred Crovan, Guðrøðr oder Gofraid Méránach) († 1095 auf Islay) war ein König von Man und der Inseln. Er war der Begründer der Crovan-Dynastie, die für fast zwei Jahrhunderte Man beherrschte.

Erwähnung von Godred Crovan in einem mittelalterlichen Manuskript

HerkunftBearbeiten

Gottfried war skandinavischer Abstammung, doch über seine genaue Herkunft ist nur wenig bekannt. Nach der Manx Chronicle soll er sein Sohn von Harald dem Schwarzen aus Island gewesen sein. Andere Punkte deuten darauf hin, dass er ein Wikinger aus Irland war. Nach einer irischen Chronik war er mac mic Arailt, demnach könnte er ein Sohn oder Neffe von Ímar mac Arailt († 1054) gewesen sein, der von 1038 bis 1046 König von Dublin gewesen war. Dessen Vater, von dem nur das Todesjahr 999 bekannt ist, war ein Sohn von König Óláf Sihtricson (auch Amlaíb Cúarán) († 981).[1] Gottfried ist vermutlich mit jenem König Goree (auch Orry) identisch, der nach der Überlieferung auf der Isle of Man der Gründer des Geschlechts war, das für fast zwei Jahrhunderte die Insel beherrschte. Sein Beiname Crovan kam vermutlich vom gälischen crobh-bhán (deutsch weißhändrig), während der Beiname Méránach aus dem irischen Wort méar (deutsch Finger) abgeleitet wurde.

Eroberung von ManBearbeiten

Gottfried soll 1066 dem Heer des norwegischen Königs Harald III. an der Schlacht von Stamford Bridge teilgenommen haben. Nach der Niederlage der Norweger flüchtete er nach Man, wo ihn der damalige Herrscher Murchaid mac Diarmait willkommen hieß. Einige Jahre später, vermutlich um 1079, sammelte Gottfried auf den westschottischen Inseln eine Flotte und eine Armee und unternahm drei Angriffe auf Man. Bei seinem dritten Angriff landete er bei Ramsey Harbour. Er konnte das Aufgebot der Bewohner der Insel schlagen und besetzte die Insel. Dann teilte er sie in zwei Hälften. Den südlichen Teil vergab er an seine Gefolgsleute, während die überlebenden Bewohner von Man den nördlichen Teil erhielten.

König von Dublin, Krieg in Irland und TodBearbeiten

1091 wird Gottfried als König von Dublin erwähnt. Nach der Manx Chronicle soll er Dublin und einen Großteil von Leinster unterworfen haben. Dazu behielt er die Herrschaft über die westschottischen Inseln und soll die Schotten aus den Gewässern um die Inseln vertrieben haben. Nach der im Mittelalter verfassten Biografie des walisischen Fürsten Gruffydd ap Cynan suchte dieser Rat, wie die in Wales eingefallenen Normannen am besten besiegt werden könnten. Daraufhin wurde Gruffydd zu Gofftried nach Man gesandt, der ihm eine Flotte von 60 Langbooten zur Verfügung stellte. 1094 versuchte Muirchertach Ó Briain, der irische König von Munster, die Herrschaft über Dublin zurückzuerobern. Gottfried erhielt Unterstützung von Domnall Ua Lochlainn und anderen Häuptlingen aus dem nördlichen Teil von Irland, und mit dieser Hilfe und seiner eigenen, 90 Langboote umfassenden Flotte konnte er Muirchertach Ó Briain und dessen Verbündete besiegen. Nach der Schlacht zerbrach jedoch das Bündnis. Daraufhin kehrte Ó Briain mit seinem Heer zurück und vertrieb Gottfried aus Dublin. Nach irischen Angaben starb Gottfried 1095 an der Pest, nach der Manx Chronicle starb er auf Islay.

Nachkommen und ErbeBearbeiten

Godred hinterließ drei Söhne:

Lagman verstümmelte Harald und folgte für kurze Zeit seinem Vater als Herrscher von Man nach, bevor er auf Druck des norwegischen Königs Magnus Barfuß auf die Herrschaft verzichten musste. Ihm folge eine kurze Periode irischer und norwegischer Herrschaft, ehe der dritte Sohn Olaf die Herrschaft übernehmen konnte.

WeblinksBearbeiten

Commons: Godred Crovan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. A. W. Moore: A History of the Isle of Man. Bd. 1., Fisher Unwin, London 1900, S. 102.
VorgängerAmtNachfolger
Fingal GodfredsonKing of Mann
um 1079–1095
Lagman