Garten-Wolfsmilch

Art der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia)

Die Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus) (nicht zu verwechseln mit der „Brachwurz“[1] Euphorbia peplis!)[2] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).

Garten-Wolfsmilch

Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Gattung: Wolfsmilch (Euphorbia)
Art: Garten-Wolfsmilch
Wissenschaftlicher Name
Euphorbia peplus
L.

BeschreibungBearbeiten

 
Illustration aus Flora Batava, Volume 4
 
Von Hüllchenblättern umgebener Fruchtstand: die Nektardrüsen laufen in haarfeine Hörner aus.
 
Früchte mit jeweils 6 flügelförmigen Längsleisten.

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Die Garten-Wolfsmilch ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhe von 5 bis 20 Zentimetern erreicht. Die Laubblätter sind in einen deutlichen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist rundlich bis verkehrt-eiförmig mit stumpfem oberen Ende und ganzrandig.

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Cyathien stehen meist in dreistrahligen Scheindolden mit jeweils zweigeteilten Strahlen.[3] Der Hüllbecher ist mit auffallend langhörnigen Drüsen besetzt.

Die Kapselfrüchte besitzen schmal doppelt geflügelte Kiele. Die Samen haben mehr oder weniger rundliche Gruben.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[4]

InhaltsstoffeBearbeiten

In der Garten-Wolfsmilch kommt Ingenolmebutat vor, das als Arzneistoff gegen z. B. die aktinische Keratose untersucht wird.

VorkommenBearbeiten

Die Garten-Wolfsmilch ist ursprünglich in Europa und Nordafrika beheimatet, kommt aber fast weltweit als Neophyt vor. Sie wächst in Gärten, auf Äckern und an Ruderalstellen. Sie gedeiht am besten auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Lehmböden. Sie wächst in Mitteleuropa als Charakterart des Verbands Fumario-Euphorbion, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Caucalidion, Sisymbrion oder Alliarion vor.[4]

SystematikBearbeiten

Der wissenschaftliche Name Euphorbia peplus wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[5]

Bei Euphorbia peplus könne zwei Varietäten unterschieden werden:[6]

  • Euphorbia peplus var. minima DC.: Sie kommt im Mittelmeerraum vor.[6]
  • Euphorbia peplus L. var. peplus: Sie kommt in den gemäßigten Gebieten Eurasiens und in Nordafrika bis Somalia vor.[6]

QuellenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. Ein Buch zum Bestimmen der wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 93. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
  • Hans-Joachim Zündorf, Karl-Friedrich Günther, Heiko Korsch, Werner Westhus (Hrsg.): Flora von Thüringen. Die wildwachsenden Farn- und Blütenpflanzen Thüringens. Weissdorn, Jena 2006, ISBN 3-936055-09-2.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg Dragendorff_ Die Heilpflanzen der verschiedenen Völker und Zeiten. Ihre Anwendung, wesentlichen Bestandtheile und Geschichte. Ein Handbuch für Ärzte, Apotheker, Botaniker und Droguisten. Ferdinand Enke, Stuttgart 1898; Neudruck: Werner Fritsch, München 1967; Reprographischer Nachdruck: München 1968, S. 390 f.
  2. Euphorbia peplis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. Eckehart J. Jäger et al.: Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Hrsg.: Eckehart J. Jäger. 20. Auflage. Spektrum, Heidelberg, ISBN 978-3-8274-1606-3, S. 379.
  4. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 640.
  5. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 456 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D456%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Euphorbia peplus. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 3. Dezember 2015.

WeblinksBearbeiten

Commons: Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien