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Gaisruck (Katastralgemeinde)
Historisches Wappen von Gaisruck
Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Wappen
Verwaltungssprengel
Gaisruck (Gemeinde Hausleiten) (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Korneuburg (KO), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Hausleitenf0
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Koordinaten 48° 23′ 54″ N, 16° 3′ 40″ OKoordinaten: 48° 23′ 54″ N, 16° 3′ 40″ Of1
Höhe 188 m ü. A.
Einwohner der stat. Einh. 188 (31. Mai 2009)
Fläche 4,01 km²
Postleitzahl 3464f1
Vorwahl +43/02265f1
Ortsvorsteher Martin Kienberger seit 29.9.2014f1
Offizielle Website
Plan von Gaisruck Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Lageplan
Karte
Bild
Dorfkapelle „Hl. Leonhard“ (1871) zu Gaisruck
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

Gaisruck ist ein Ort mit 188 Einwohnern im Bezirk Korneuburg in Niederösterreich. Er wurde am 1. Jänner 1972 als Katastralgemeinde der Marktgemeinde Hausleiten eingegliedert.

GeschichteBearbeiten

Vermutungen zufolge wurde der Ort durch bayerisch/fränkische Siedler ähnlich wie Pettendorf (Gemeinde Hausleiten) angelegt, die den Ortsnamen aus ihrer Heimat mitbrachten. So gibt es z. B. einen Ort Gaisruck in der Gemeinde Zachenberg im niederbayerischen Landkreis Regen. Die Gegend um Gaisruck gehörte um 985/991 zum Passauer Lutz, den bischöflichen Besitzungen von der Donau bis zum Gebirgszug Wagram. Um 1190 wird ein „Rudolfus de Geizrukke“ in einer Klosterneuburger Tradition erwähnt. Ein weiteres Dokument aus der Frühzeit des Dorfes berichtet, dass Heinrich, Domherr zu Passau und Dechant zu Tulln 1329, von Ulrich Storihand Klein- und Großzehent zu Hausleiten Gaisruck und Goldgeben kauft und es dem Spital in Tulln schenkt. Aus 1463 (so schreibt Msgr. Keck) hat sich ein Banntaiding (Weistum, Dorfordnung) erhalten, nach der Gaisruck umwehrt war und zwei Falltore besaß. Der Ort lag am uralten Plecketen Weg (Ungarn – Passau) und der Nord-Süd-Verbindung Böhmen – Donau.

Im Lauf der Jahrhunderte erlangten neben den Passauern Bischöfen verschiedene Adelsgeschlechter Besitztum in Gaisruck. Die Ebersdorfer besaßen mit 12 Höfen den größten Teil des benachbarten Pettendorf zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Wenig später werden das Adelsgeschlecht derer von Hardegg neben der Stadt Passau als Grundbesitzer genannt. Im 18. Jahrhundert ist das Dorf Neuaigen mit der Familie Enckevoirt für einige Gaisrucker zuständig. Die wiederum verkauften an die Grafen von Schönborn. Nach dem Rückzug der Passauer (Diözesanregulierung 1783) wurde Gaisruck im Jahre 1803 gemeinsam mit Hausleiten und Oberolberndorf der neuen Herrschaft Stetten zugeschlagen. Am 9. Juli 1850 wurde nach der Aufhebung der Grundherrschaft die Gemeinde Gaisruck einschließlich der zugehörigen Dörfer Perzendorf und Zaina konstituiert. Im Jahre 1914 wird zwischen Hausleiten und Gaisruck entlang des Wagrams ein Militärlager errichtet, in dem zumeist polnische und ruthenische (ukrainische) Soldaten untergebracht waren. Kurz nach dem Krieg im Jahre 1920 zieht sich Gaisruck aus der gemeinsamen Gemeinde mit Perzendorf und Zaina zurück und bleibt bis zur 1971 erfolgten Eingemeindung in die Marktgemeinde Hausleiten ein selbstständiges Dorf.

Eine adelige Familie mit dem Namen Gaisruck wanderte im 14. Jahrhundert aus der Schweiz kommend in der Steiermark und Kärnten ein. Zu dieser Familie gehört Kardinal Karl Kajetan von Gaisruck (1769–1846), Erzbischof von Mailand. Dieses im 19. Jahrhundert ausgestorbene Adelsgeschlecht hat aber vermutlich nichts mit diesem Dorf zu tun, obwohl der Genannte in Passau studiert hatte und dortselbst Weihbischof war.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

InfrastrukturBearbeiten

Öffentlicher VerkehrBearbeiten

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Gaisruck durch die Errichtung der eingleisigen Lokalbahn Absdorf-Hippersdorf–Stockerau an das Bahnnetz angebunden. Heute wird die Haltestelle von der Linie S4 der Wiener S-Bahn befahren.

StraßenBearbeiten

Durch die Ortschaft verläuft die Tullner Straße (B19). Diese führt südlich direkt zur Stockerauer Schnellstraße (S5) sowie nördlich zur Horner Straße (B4).

Die Marktgemeinde HausleitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Klinger: Der Maler Josef Kessler – Ein Beitrag zur Wiener Kunst der Spätromantik. Pfarre Döbling, Wien 2005.
  • Alfred Auer, Herbert Fritz: Klein- und Flurdenkmale – sowie sonstige vom Menschen geschaffene Merkwürdigkeiten – in der Marktgemeinde und Pfarre Hausleiten „Marterlführer“. Edition Club Hausleiten, Hausleiten 2008, ISBN 978-3-902368-19-5.
  • Alfred Auer und Herbert Fritz: Die Dorfkapellen der Pfarre St. Agatha zu Hausleiten – „Dorfkapellenführer“; Edition Club Hausleiten; Hausleiten 2011
  • Herbert Fritz: Woher haben unsere Straßen ihre Namen? – Die Straßen in der Marktgemeinde Hausleiten – „Straßenführer", ÖVP Hausleiten“ Hausleiten Jänner 2015