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Fritz Toepffer

Richter am Oberlandesgericht Schwerin 1945 bis 1952
Friedrich Toepffer

Fritz Toepffer (* 8. Januar 1878 in Stettin; † 21. Juli 1969 in Garmisch-Partenkirchen[1]) war ein deutscher Richter.

LebenBearbeiten

Fritz Toepffer stammte aus der Stettiner Unternehmerfamilie Toepffer (Albert Eduard Toepffer). Er studierte Rechtswissenschaft an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität und wurde im Wintersemester 1896 im Corps Marcomannia Breslau aktiv.[2] 1897 wurde er auch Mitglied des Corps Vandalia Berlin.[3] 1903 leitete er den oKC des Kösener Senioren-Convents-Verbandes. Nach dem Zweiten Examen („ausreichend“) war er Assessor im Familienunternehmen mit Sitz in Toepffers Park bei Stettin.[3] Er nahm als Reserveoffizier am Ersten Weltkrieg teil und war zuletzt Rittmeister. Er erhielt das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse. Zur Zeit der Weimarer Republik wurde er Landgerichtsdirektor beim Landgericht Stettin.[4] Im Dezember 1925 wurde er zum Mitglied der Reichsdisziplinarkammer in Leipzig berufen.[5]

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In der Zeit des Nationalsozialismus hatten ihn seine beiden Corps 1933/34 in der „Arierumfrage“ des KSCV/VAC als „nichtarisch versippt“ gemeldet.[6] Bei der Reichsdisziplinarkammer wurde er 1937 wegen seiner „nichtarischen Ehe“ abgelöst. 1945 wurde er als Richter gemäß Artikel 132 der Verfassung des Landes Mecklenburg durch den Landtag in das Oberlandesgericht Schwerin gewählt.[7] Dort war er Vorsitzender zweier Senate und Mitglied der Prüfungskommission für Referendare und Assessoren. Toepffer war Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.[8] Mit Aufhebung der Oberlandesgerichte in der Deutschen Demokratischen Republik wurde Toepffer 1952 mir 74 Jahren in den Ruhestand versetzt. Am 22. Juni 1961 übersiedelte er mit seiner Frau nach Garmisch-Partenkirchen.[9]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stettiner Nachrichten. Göttingen 1969, Nr. 10, S. 6.
  2. Kösener Corpslisten 1996, 82/134.
  3. a b Kösener Korpslisten 1910, 17/245
  4. AH-Liste Marcomannia vom 21. November 1925
  5. Niederschriften über die Vollsitzungen des Reichsrats. 1928, S. 264
  6. Jürgen Herrlein: Zur „Arierfrage“ in Studentenverbindungen. Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2666-0, S. 364, 367
  7. Akten und Verhandlungen des Landtags des Landes Mecklenburg, 1946-1952. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Keip, 1993, S. 935
  8. Bundesarchiv, Bestand: DY 55 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Namensliste DY 55/V 287/959
  9. Anschriftenliste des Corps Marcomannia von 1962