Feldulme

Art der Gattung Ulmen (Ulmus)

Die Feldulme (Ulmus minor) oder Iper ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae).

Feldulme
Feldulme (Ulmus minor)

Feldulme (Ulmus minor)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Ulmengewächse (Ulmaceae)
Unterfamilie: Ulmoideae
Gattung: Ulmen (Ulmus)
Art: Feldulme
Wissenschaftlicher Name
Ulmus minor
Mill.

BeschreibungBearbeiten

 
Feld-Ulme (Ulmus minor), Illustration
 
Ulmus minor
 
Ast mit Blütenstand (Köpfchen)
 
Seitenast mit spitzer Laubsprossknospe (oben) und rundlichen Blütenstandsknospen (unten)
 
Blüte (in der Mitte Perigon vorne entfernt)
 
Äste mit Korkleisten

Die Feldulme erreicht Wuchshöhen zwischen einem und 30 Metern. Die Zweige bilden oft auffallende Korkleisten aus. Jüngere Pflanzenteile sind rotdrüsig. Die wechselständigen Blätter besitzen 8 bis 14 Seitennerven, sind kurz zugespitzt und in der Mitte am breitesten, der Blattstiel ist 8 bis 15 mm lang und länger als die Knospen.

Die Blüte hat 3 bis 7 Staubblätter, bildet weiße Narben aus und ist häufig vormännlich. Sie wird durch den Wind bestäubt, auch die Früchte (Flügelnüsse) werden durch den Wind verbreitet. Die Blüten und die kahlen Früchte sind gestielt. Die Blütezeit ist im März und April.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[1]

VerbreitungBearbeiten

Die Feldulme kommt in weiten Teilen Europas vor, ist jedoch durch das Ulmensterben im Rückgang begriffen. Außerdem hat sie Habitate auf den Kanarischen Inseln, in Nordafrika, in Kleinasien und im Kaukasus.

Die Feldulme kommt sowohl im Tiefland als auch in den kollinen Höhenlagen vor. Sie bevorzugt teils überflutete Laub- oder Mischwälder, ist nährstoff- und kalkliebend. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Querco-Ulmetum aus dem Verband Alno-Ulmion, kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Quercetalia pubescenti-petraeae, des Verbands Carpinion oder Berberidion vor.[1]

SystematikBearbeiten

Synonyme für Ulmus minor Mill. sind: Ulmus campestris L. nom. ambig., Ulmus campestris var. umbraculifera Trautv., Ulmus carpinifolia Gled., Ulmus carpinifolia var. suberosa (Moench) Rehder, Ulmus carpinifolia var. umbraculifera (Trautv.) Rehder, Ulmus foliacea Gilib. nom. inval., Ulmus foliacea var. suberosa (Moench) Rehder, Ulmus foliacea var. umbraculifera (Trautv.) Rehder, Ulmus glabra var. suberosa (Moench) Gürke, Ulmus nitens Moench, Ulmus suberosa Moench.

Folgende Unterarten oder Varietäten werden unterschieden:

  • Ulmus minor subsp. angustifolia (Weston) Stace (Syn.: Ulmus minor var. cornubiensis (Weston) R.H.Richens)
  • Ulmus minor subsp. minor (Syn. Ulmus carpinifolia Gled.)
  • Ulmus minor var. plotii (Druce): (Syn.: Ulmus plotii Druce): Endemit in England.
  • Ulmus minor subsp. sarniensis (C. K. Schneid.) Stace: Lokalendemit auf den Kanalinseln und in Frankreich. Wird in weiten Teilen Großbritanniens kultiviert.
  • Ulmus minor var. vulgaris (Aiton) R.H.Richens: Beheimatet in England, Italien und Spanien. (Syn.: Ulmus procera Salisb.).

NutzungBearbeiten

Die Blätter wurden im Mittelalter als Futter für Schafe verwendet. Die Borke wurde früher arzneilich genutzt. Das Holz hat eine schöne Maserung und wurde früher oft für Drechselarbeiten und Intarsien genutzt. Seit dem Ulmensterben wird aber das Holz kaum noch wirtschaftlich genutzt.

InhaltsstoffeBearbeiten

Der eingekochte Sud der Feldulmenrinde wurde früher unter anderem gegen Durchfall verordnet. Er enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Phlobaphene und Phytosterine.[2] Das Phloem der Pflanze enthält außerdem Stoffe, die den Antioxidantien ähnlich sind.[3]

UlmensterbenBearbeiten

In weiten Teilen Europas ist der Baum durch das Ulmensterben stark gefährdet. Dies wird durch den Pilz Ophiostoma (novo-) ulmi verursacht. Ältere Bäume ab einem Stammdurchmesser von ca. 15 cm werden bevorzugt befallen. Die geschädigten Bäume treiben aber wieder aus. So findet man fast nur noch jüngere Pflanzen. Feldulmen können 600 Jahre alt und 40 m hoch werden. Die Feldulme wird auch heute noch häufiger zur Anlage von Hecken angepflanzt und stark beschnitten. Hier kommen jedoch fast ausschließlich in Holland gezüchtete Varianten zum Einsatz, die meist vegetativ durch Wurzelsprosse vermehrt werden.

Es existieren resistente Sorten, die nach den Phytopathologinnen Christine Buisman (1900–1936) und Bea Schwarz (1898–1969) benannt wurden, die die Ursache des Ulmensterbens entdeckt haben.[4]

QuellenBearbeiten

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 319.
  2. H. P. T. Ammon (Ed.): Pharmazeutisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2004. ISBN 3-11-017475-8, S. 1552.
  3. W. Feucht u. a.: Localization and quantitative determination of catechins and proanthocyanidins in the phloem of elm and cherry. Tree Physiol. 1992 Mar;10(2):169-77. PMID 14969867
  4. Epidemiology. DutchElmDisease.org (englisch).

WeblinksBearbeiten

Commons: Feldulme – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien