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Feldhausen (Gammertingen)

Stadtteil von Gammertingen, Baden-Württemberg, Deutschland

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Feldhausen befindet sich rund vier Kilometer östlich von Gammertingen auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Bezeugung des Fleckens stammt aus dem Jahre 860, als Veldhusen in einer Urkunde des Klosters St. Gallen genannt wurde. Eine weitere urkundliche Nennung rührt aus dem Jahr 1245. Graf Burkhard von Hohenberg gibt seine lehensherrliche Bewilligung zu dem Verkauf des halben Teils des Zehntens zu Dußlingen, welchen Gero von Lichtenstein dem Kloster Bebenhausen um 75 Pfund Heller verkauft, dafür aber seinen Hof bei Velthusin widerlegt und zu Lehen empfangen hat.[1][2]

Der Ort dürfte in der älteren Ausbauzeit angelegt worden sein und gehörte schon früh zur Herrschaft Gammertingen. Bei der Übergabe des Gebiets 1408 durch den letzten Grafen von Veringen an seinen Schwestersohn Heinrich von Rechberg wird auch Feldhausen genannt. Bei der Abspaltung der Speth’schen Herrschaft Hettingen 1599 blieb Feldhausen (wie Harthausen) bei Gammertingen.

In den Tagen nach dem 5. Dezember 1805 nahmen die Württemberger die zur Speth’schen Herrschaft Gammertingen gehörenden Gemeinden Neufra, Feldhausen und Harthausen in Besitz. Die Landeshoheit kam 1806 an Hohenzollern-Sigmaringen.[3] Diese vorübergehende württembergische Besetzung[4] wurde durch die vertragliche Rheinbundakte von 1806 aufgehoben und die Landeshoheit Hohenzollern-Sigmaringen zugesprochen[5] Feldhausen war 1827 Teil des hohenzollerischen Oberamts Gammertingen; 1850 kam es als Teil der Hohenzollerischen Lande an Preußen.[6]

Feldhausen wurde am 1. Januar 1975 nach Gammertingen eingemeindet.[7]

PolitikBearbeiten

OrtsvorsteherBearbeiten

Ortsvorsteher ist Hans Steinhart (Stand 2009).

WappenBearbeiten

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Feldhausen zeigt in Rot unter einem silbernen Zickzackbalken ein silberner Pflug.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die barocke Pfarrkirche St. Nikolaus wurde im Auftrag der Speth’schen Herrschaft zwischen 1737 und 1739 erbaut. Sie hat einen einfachen rechteckigen Langbau und beherbergt eine spätgotische Muttergottesfigur, die um 1490 entstand und dem berühmten Bildhauer Gregor Erhart (um 1500) aus Ulm zugeschrieben wird. Die Hitzewelle 2003 führte zu einer starken Austrocknung des Erdreiches, wodurch Bewegungen ausgelöst wurden, die zunächst zu kleinen, aber stetig größer werdenden Rissen in der Decke, an den Wänden und auch auf dem Boden zur Folge hatte. Erst 2010 kamen die Setzungsschäden zur Ruhe.[8]
  • Die Gedenkgrotte ist der Muttergottes geweiht. Die Gebetsstätte auf einer Lichtung am Waldrand von Feldhausen ist eine aus unbehauenem Kalkstein gemörtelte Grotte. 1964 wurde darin eine, der Marienfigur in Lourdes nachempfunden Gipsstatue aufgestellt, um für die Genesung eines Schwerkranken zu danken.[9] Diese wertvolle Figur wurde am 14. November 2010 vermutlich durch Brandstiftung zerstört.[10]
  • Feldhausen hat eine ehemalige Hüle im Mittelpunkt.
  • Gottesäckerkapelle

Wüstung LapphausenBearbeiten

 
Lapphauser Brunnen
 
Beschreibung

Auf dem Gebiet der Gemeinde Feldhausen befindet sich die Wüstung Lapphausen, (teilw. auch als Laubhausen bezeichnet.). Heute ist lediglich der 1982 wieder aufgebaute Lapphauser Brunnen[11] erhalten. Erstmals wurde Lapphausen im Jahr 1393 erwähnt, als es dem Ritter Kunz von Melchingen übereignet wurde.

LiteraturBearbeiten

  • Diego Häussel, Erwin Hirschle: Gammertingen heute: Mit den Stadtteilen Bronnen, Feldhausen, Harthausen, Kettenacker und Mariaberg. hrsg. von der Stadt Gammertingen. Geiger-Verlag, 1994. ISBN 3-89264-974-X

WeblinksBearbeiten

  Commons: Feldhausen (Gammertingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ludwig Schmid: Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg und ihrer Grafschaft: nach meist ungedruckten Quellen, nebst Urkundenbuch: ein Beitrag zur schwäbischen und Deutschen Reichs-Geschichte; in 2 Bänden. Verlag Scheitlin. 1862.
  2. Vgl. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Band 3. hrsg. von Landesarchiv zu Karlsruhe, Badische Historische Kommission, Oberrheinische Historische Kommission, Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Badisches General-Landesarchiv. Verlag G. Braun, 1852
  3. Volker Himmelein, Hans Ulrich Rudolf: Alte Klöster Neue Herren Die Säkularisation im deutschen Südwesten 1803. Große Landesausstellung Baden-Württemberg 2003 in Bad Schussenried vom 12. April bis 5. Oktober 2003. Ausstellungskatalog, Band 2. Im Auftrag der Gesellschaft Oberschwaben e.V. und des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart. Ostfildern, Verlag Thorbecke, 2003. ISBN 3-7995-0212-2
  4. Walther Genzmer (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns. Band 2: Kreis Sigmaringen, W. Speemann, Stuttgart 1948. S. 116
  5. Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Ausgaben 4-9. Ausgabe 16 von Invertar der Akten des Reichskammergerichts. Verlag W. Kohlhammer, 1954. S. 36.
  6. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg: amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band 7: Regierungsbezirk Tübingen. Verlag W. Kohlhammer, 1978. S. 797. ISBN 3-17-004807-4
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 550.
  8. Sabine Rösch/sr: Großsanierung. Jahrhundertsommer bringt Kirch in Bewegung. In: Schwäbische Zeitung vom 6. November 2010
  9. Simone Dürmuth: Gedenkgrotte. Brandstiftung: Marienstatue nicht mehr zu retten. In: Schwäbische Zeitung vom 19. November 2010
  10. Marienstatue ist nicht zu retten. In: Schwäbische Zeitung vom 19. November 2010
  11. Lapphauser Brunnen (B2). Archiviert vom Original am 6. Oktober 2014; abgerufen am 4. Oktober 2014.