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Fahlhorst ist ein Straßendorf im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Es ist Teil der Gemeinde Nuthetal, welche aus einem freiwilligen Zusammenschluss von fünf bis dahin selbständigen Ortschaften entstanden ist. Fahlhorst hat 193 Einwohner.[1]

Fahlhorst
Gemeinde Nuthetal
Koordinaten: 52° 18′ 27″ N, 13° 9′ 41″ O
Höhe: 35 m
Einwohner: 193 (21. Jul. 2016)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14558
Vorwahl: 033200
Straßenzug

GeschichteBearbeiten

Das Gründungsjahr Fahlhorsts ist nicht bekannt, die erste urkundliche Erwähnung im Brandenburgischen Landbuch datiert auf das Jahr 1375 als Valehorst, Valchhorst[2] und bezeichnet einen Ort, der auf einer Erhebung im sumpfigen, fahlen Gelände angelegt wurde. Weitere Erwähnungen um 1520 Fallhorst Schulzenhof und 8 Höfe (Leibgedinge der Frau von Schlabrendorf)[3], 1527 Fagelhorst[4], sowie 1670 Valenhorst.[5][6] So wie das Nachbardorf Nudow, diente auch Fahlhorst der Versorgung der Burg Beuthen, damals Sitz der Familie von der Gröben. Der erste Eigentümer war Henning von der Gröben. Bereits 1416 verkauften diese das Dorf an die Familie von Schlabrendorf, die es auch nach dem Dreißigjährigen Krieg behielt. Das Dorf wurde im Krieg völlig verwüstet und die Bevölkerung ausgerottet. Nur der Halbkossäte Erdmann Bannier hatte überlebt. Nach dieser Zeit entstand ein Vorwerk, in welches alle Bauernhöfe eingingen.

Auf Grund der sehr guten Weideflächen kaufte 1671 Kurfürst Friedrich Wilhelm das Vorwerk,( es gab 1671 kein Dorf) und wandelte es bis ins 18. Jahrhundert in eine Meierei um. Danach wurde diese Einrichtung stillgelegt und das Gebiet als normaler landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Um 1751 wurden, im Zuge seiner Siedlungspolitik, auf Geheiß Friedrich II. zwölf Kolonistenfamilien (wahrscheinlich Soldaten) u. a. aus Sachsen angeworben, um durch ihre Ansiedlung in Fahlhorst das Dorf wieder zu beleben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gutsland im Zuge der Bodenreform aufgeteilt. Infolgedessen entstand hier ab 1952 eine LPG, die nach der Wiedervereinigung aufgelöst wurde. 2003 vereinigte sich Fahlhorst mit vier anderen Orten zur Gemeinde Nuthetal.

 
BAB 10 östlich des Dreiecks Nuthetal; Blick von der Brücke zwischen Fahlhorst und Gröben

Die in der Nähe des Ortes verlaufende Bundesautobahn 10 trennt Fahlhorst seit 1979 vom Nachbardorf Gröben, welches aber über eine Brücke zu erreichen ist.

Bis etwa 2003 glich die Ortsmitte Fahlhorsts einer Trümmerlandschaft. Nach Umgestaltung unter Verwendung von EU-Fördergeldern, wurde im Dezember ein Park mit einem halbrunden, gepflasterten Festplatz als das neue Zentrum des Dorfes eingeweiht. Die neu angelegten Wege geben den Blick auf das sanierte Gutshaus frei.

EingemeindungBearbeiten

Am 26. Oktober 2003 wurde Fahlhorst in die neue Gemeinde Nuthetal eingegliedert.[7]

StundeneicheBearbeiten

 
Skulptur der Stundeneiche in Ludwigsfelde

Bis 2004 stand ein als Stundeneiche bekannter Eichenbaum auf dem Autobahnmittelstreifen zwischen der Brücke Fahlhorst und Nuthebrücke. Dieser war als Autobahn-Eiche ein eingetragenes Naturdenkmal. Von den Nationalsozialisten war dieser Baumriese aus einer „speziellen Zuneigung zum deutschesten aller Bäume“ heraus stehen gelassen worden. 2004 musste dieser Baum gefällt werden. An ihn erinnert heute eine Skulptur auf dem Ludwigsfelder Rathausplatz.

PolitikBearbeiten

Ortsvorsteher

Gewählt Ortsvorsteher (Bürgermeister) wurde Rolf Mayhack (Bürger Ortsteile Nuthetal).

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat setzt sich aus 3 Abgeordneten zusammen.

Partei/Gruppierung Sitz/e
Bürger Ortsteile Nuthetal 2
Freiwillige Feuerwehr Nuthetal 1
Gesamt 3
(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Neben dem als Gutspark völlig neu gestalteten Zentrum sind wie in vielen brandenburgischen Dörfern auch in Fahlhorst Störche beheimatet. Hier sind es zwei Paar, deren jährliches Erscheinen der lokalen Presse Meldungen wert ist und die immer wieder einige Touristen anziehen.

Dorfkirche

Die heutige Kirche wurde 1882 als roter Backsteinbau mit Turm und Glockenstube errichtet und ist bereits die vierte Kirche im Ort. Von den drei Vorgängerkirchen ist z. T. nichts mehr erhalten.

LiteraturBearbeiten

  • Potsdamer Neueste Nachrichten. Ausgaben vom 17. Januar 2008, 8. Juli 2004 und 3. November 2003 (online abgerufen)
  • Märkische Allgemeine. Ausgabe vom 7. September 2004, 4. Dezember 2004, 9. Dezember 2004, 10. Mai 2008 & 7. Oktober 2008 (online abgerufen)
  • Amtsblatt für den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Nummer 12 vom 28. Dezember 2006 (online abgerufen)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. EWZ vom 21. Juli 2016, entnommen aus Jens Steglich: Wo ein Fluss die Orte verbindet, in MAZ, 25. Juli 2016
  2. Brdb Landbuch S.104,69
  3. Rep. 78 Nr. 26 fol 221
  4. curschmann S 450
  5. pr.Br.Rep. 7 Saarmund 226/1
  6. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, ISBN 3-937233-30-X, S. 53, ISSN 1860-2436.
  7. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2003