Erwin Schwartz

deutscher Pädagoge und Professor für Grundschulpädagogik

Erwin Schwartz (* 27. Juli 1916; † 6. Juli 2003) war ein deutscher Pädagoge und Professor für Grundschulpädagogik und Gründer der bundesdeutschen grundschulpädagogischen Reformbewegung.

LebenBearbeiten

Sein Pädagogikstudium absolvierte er an den Hochschulen in Lauenburg, Posen und München. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er seine wissenschaftliche Karriere 1952 an der Pädagogischen Hochschule in Oldenburg als Pädagogischer Assistent, wo er später zum Hochschullehrer ernannt wurde. In dieser Zeit veröffentlichte er seine ersten reformorientierten grundschulpädagogischen Schriften. Er wandte sich früh gegen die damals vorherrschende volkstümliche Bildung und setzte sich für die Eigenständigkeit der Grundschule ein, die damals noch Unterstufe der Volksschule war. 1966 erhielt er den Ruf auf die Professur für Grundschulpädagogik der Hochschule für Erziehung an der Universität Frankfurt.

Bundesweit bekannt wurde er als Initiator des ersten bundesdeutschen Grundschulkongresses in Frankfurt. Dort wurde soziale Gerechtigkeit im Bildungswesen thematisiert und die Möglichkeiten der Begabungsförderung aller Kinder betont. Seine aktive Einstellung zur Reform der Grundschule mündete in verschiedene Initiativen. So wurde er der Initiator und Herausgeber der Zeitschrift Grundschule, die er aus einem Beihefter von Westermanns Pädagogischen Beiträgen heraus entwickelte. Immer wieder betonte er in Artikeln die Notwendigkeit, die Ausbildung für Grundschullehrende zu verbessern und für Kinder ein gutes Lernklima zu schaffen. Er initiierte und gründete den Arbeitskreis Grundschule, der sich später in den Grundschulverband mit Landesverbänden als Untergliederung umwandelte. Der Arbeitskreis Grundschule gab unter der Federführung von Erwin Schwartz viele Bände der Reihe Beiträge zur Reform der Grundschule heraus. Darunter Bände über eine lebendige Gestaltung von Klassenräumen und die Integration von Lernorten außerhalb des Klassenzimmers in den Grundschulunterricht. Erwin Schwartz trug durch viele Publikationen und insbesondere die Herausgabe des Bandes "Von der Heimatkunde zum Sachunterricht" zur Profilierung des neuen Schulfaches Sachunterricht wesentlich bei.

EhrungenBearbeiten

Nach Schwartz wurde der Erwin-Schwartz-Grundschulpreis benannt, der vom Grundschulverband 2006 zuerst an Heide Bambach, 2009 an Richard Meier, 2014 an Jörg Ramseger, 2016 an Annemarie von der Groeben und 2018 an Hans Brügelmann vergeben wurde.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Bilder und Wörter : ein Sprech-, Spiel- und Wörterbuch für deutsche und ausländische Kinder in Kindergarten und Grundschule. Braunschweig 1981
  • Umgang mit Texten. Braunschweig 1980
  • Ausländerkinder in Schule und Unterricht. Braunschweig 1980
  • Von der Heimatkunde zum Sachunterricht : Prinzipien und Beispiele. Braunschweig 1977
  • Initiativen für eine Schulreform von unten. Frankfurt
  • Der Leseunterricht, Westermann Taschenbuch, Braunschweig 1971

LiteraturBearbeiten

  • Meiers, Kurt u. a. (Hrsg.): Erwin Schwartz und sein Beitrag zur Reform der Grundschule : Texte und Dokumente aus den Jahren 1966 bis 1970. Heinsberg: Agentur Dieck 1999, ISBN 3-89803-407-0

WeblinksBearbeiten