Ernst Kreowski

deutscher Arbeiterschriftsteller und Journalist

Ernst Franz Kreowski (* 12. Juni 1859 in Rossitten, Kreis Preußisch Holland; † 13. Januar 1920 in Britz)[1] war ein deutscher Journalist und Arbeiterschriftsteller. Sein Pseudonym war Ernst Werder.[2]

LebenBearbeiten

Ernst Kreowski war der Sohn des Gartenbauingenieurs und Gärtnereibesitzers Ernst Kreowski und der Henriette, geb. Kuhn.[3] 1874 wurde er beim Post- und Telegrafenamt eingestellt, quittierte aber den Dienst nach kurzer Zeit.[4] 1879 war er Lehrer in Ostpreußen. Vom 1886 bis 1897 lebte er in München, zuerst als Musiklehrer, dann als Journalist. 1893 trat er der SPD bei.[5] Von 1898 bis 1902 lebte und arbeitete er in Stuttgart. Danach in Berlin mit einer Unterbrechung von 1904 bis 1905, als er das Feuilleton der Zeitung der SPD Die Volksstimme, Chemnitz, leitete. Seine letzte Wohnadresse war in Berlin-Friedenau.[6] Er starb 1920 im Kreiskrankenhaus Britz.

Kreowski war Mitarbeiter des Süddeutschen Postillon 1893–1902[7] und der Münchener Post 1894–1896. Redakteur der Zeitschrift Vom Fels zum Meer und der Zeitschrift Die Gartenlaube 1898–1901. Er lieferte Beiträge für das sozialdemokratische Satireblatt Der Wahre Jacob.[8] Ab 1902 lieferte er Beiträge für den Vorwärts. Er verfasste zahlreiche Rezensionen u. a. für die Stuttgarter Neue Zeit. Seine Gedichtbände Schlagende Wetter, Von goldener Spindel, Rotfeuer und Auf der Barrikade erschienen nur in kleiner Auflage. Erfolgreich war sein mit Eduard Fuchs verfasstes Werk Richard Wagner in der Karikatur. 1914 veröffentlichte Konrad Beißwanger einige seiner Gedichte in der Anthologie Stimmen der Freiheit. Blüthenlese der hervorragendsten Schöpfungen unserer Arbeiter- und Volksdichter.[9]

Ernst Kreowski war mit Elfriede Jaehnigen seit dem 12. Oktober 1904 verheiratet.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Englische Weihnachtsbräuche. Schwerttänzer Sang und Zwischenspiel. In: Neue Musik-Zeitung. Leipzig 1887, Heft 6, S. 107–109.
  • Schlagende Wetter. Soziale Gedichte. Handels-Druckerei, Bamberg 1898.[10] Titelblatt und Inhaltsverzeichnis
  • Von goldener Spindel. Lyrisch-epische Dichtungen. Pierson, Dresden & Leipzig 1900.
  • Vom „Blitz des Pinsels“. Kunstplauderei. In: Die Kunst für alle. Hrsg. von Friedrich Pecht. 15. Jg. 1899-1900.
  • Ein armes Hascherl.In: Der wahre Jakob. Illustrierte Zeitschrift für Satire, Humor und Unterhaltung. Nr. 371 (9. Oktober 1900) Digitalisat
  • Neues von Maxim Gorki. Eine Betrachtung. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 20.1901-1902, 2. Bd. (1902), Heft 6=32, S. 185–187. Digitalisat
  • Schlafwandlernächte an wachen Tagen. Gedicht in freien Versen von August Strindberg. Frankfurt a. M. 1902, Literarische Anstalt Rütten & Loening. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 20.1901-1902, 2. Bd. (1902), Heft 10=36, S. 317–318. Digitalisat
  • Majestät, ein Königsroman von Michael Georg Conrad. Berlin 1902, Verlag von Otto Janke. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 20.1901-1902, 2. Bd. (1902), Heft 26=52, S. 830–832. Digitalisat
  • Julius Zeitler, Taten und Worte. Ein Stück Literaturpsychologie. Leipzig 1903, Herm. Seemann Nachf. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 21.1902-1903, 1. Bd. (1903), Heft 23, S. 736. Digitalisat
  • Das neueste Jahrbuch des „Wissenschaftlich-humanitären Komitees“ zu Berlin. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 21.1902-1903, 2. Bd. (1903), Heft 51, S. 802–805. Digitalisat
  • Aschermittwochs-Rhapsodie. In: Der wahre Jakob. Illustrierte Zeitschrift für Satire, Humor und Unterhaltung. Nr. 434 (10. März 1903) Digitalisat
  • Johannes Wedde als Dichter. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 22/1903-1904, 1. Bd. (1904), Heft 24, S. 771–773. Digitalisat
  • Moderne deutsche Lyrik, herausgegeben von Hans Benzmann. Leipzig, Philipp Reclams Universalbibliothek. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 22/1903–1904, 2. Bd. (1904), Heft 32, S. 191–192. Digitalisat
  • Rotfeuer. Gedichte. Staackmann in Komm., Leipzig 1904.
  • Ein „Tschandala“-Poet. (Ludwig Scharf). In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 23/1904–1905, 1. Bd. (1905), Heft 26, S. 857–861. Digitalisat
  • Urteil Theodor Fontanes über die Berliner Presse. (Mit einem Briefe).[11] In: Neue Bahnen. EWien 1905, S. 454–455.
  • „Die Retter der Moral“ … Unter obigem Titel hat Ilse Frapan-Akunian, die bekannte Novellistin, ein Polizeidrama in drei Aufzügen geschrieben …. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 24/1905-1906, 1. Bd. (1906), Heft 5, S. 164–166. Digitalisat
  • Franz Diederich, Die Hämmer dröhnen. Werdestimmen. Dresden, Verlag und Druck bei Kaden & Co. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 24/1905-1906, 1. Bd. (1906), Heft 24, S. 799–800. Digitalisat
  • Heinz Jahn, Skizzen und Gedichte. Vegesack, Selbstverlag. 1 Mark. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 24.1905–1906, 2. Bd. (1906), Heft 44, S. 616. Digitalisat
  • Ernst Kreowski, Eduard Fuchs (Hrsg.): Richard Wagner in der Karikatur. B. Behr’s Verlag, Berlin 1907. Digitalisat[12]
  • Ideale und Wirklichkeit in der russischen Literatur. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 25.1906-1907, 1. Bd. (1907), Heft 10, S. 333–337. Digitalisat
  • Robert Schweichel. Ein Volksmann und Dichter. In: Der Wahre Jacob. Nr. 543 vom 14. Mai 1907, S. 5401–5403 Digitalisat
  • Robert Schweichel im Schweizerischen Exil. In: Die Neue Welt, 1908, Nr. 27.
  • Eduard Fuchs, Kreowski Ernst: Die Straße. Vom Urwald bis zur Eisenbahn. Verlag Neues Leben Wilh. Borngräber, Berlin 1910.
    • Eduard Fuchs, Kreowski Ernst: Die Straße. Vom Urwald bis zur Eisenbahn. Verlag Neues Leben Wilh. Borngräber, Berlin 1911.
    • Eduard Fuchs, Kreowski Ernst: Kulturleben der Straße. Vom Anfang bis zur großen Revolution. J. Singer & Co., Berlin 1912. Titelblatt und Inhaltsverzeichnis
  • Auf der Barrikade. Eberhard Frowein, Berlin 1911. Titelblatt und Inhaltsverzeichnis
  • Zum hundertsten Sterbetage Heinrich von Kleists. In: Vorwärts, Berlin vom 21. November 1911.
  • Von unten auf. In: Von unten auf. Ein neues Buch der Freiheit. Gesammelt und gestaltet von Franz Diederich. 2. Band..Verlag der Buchhandlung Vorwärts, Berlin 1911.
  • Eduard Fuchs, Kreowski Ernst: Kulturleben der Straße. Vom Anfang bis zur großen Revolution. J. Singer & Co., Berlin 1912. Titelblatt und Inhaltsverzeichnis
  • Franz Held (Hrsg.): Ausgewählte Werke. Mit einem Vorwort und einer literarischen Charakteristik. Verlag Eberhard Frowein, Berlin 1912.[13]
  • Über Martin Greif. In: März. Eine Wochenschrift. 7. Jg., Albert Langen, München 1912, S. 315 ff.
  • Zur neuesten Wagnerliteratur. In: Die Neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 31/1912–1913, 2. Bd. (1913), Heft 64, S. 467–470. Digitalisat
  • Zukunfts-Verheissung. In: Die Vorkämpferin. 8/5 (1913).

LiteraturBearbeiten

  • Kreowski, Ernst F. In: Wer ist's. Zeitgenossenlexikon, enthaltend Biographien und Bibliographien zusammengestellt von Herrmann A. L. Degener. 3. Bd. Verlag Herrmann Degener, Berlin 1908, S. 742. Digitalisat
  • Franz Mehring: Franz Held. Ausgewählte Werke. Mit einem Vorwort und einer literarischen Charakteristik herausgegeben von Ernst Kreowski. Berlin 1912. Eberhard Frowein Verlag, Berlin. 331 Seiten. In: Die Neue Zeit. 30. Jg. 1911/1912. 2. Bd. S. 999.[14] Teilweise Digitalisat
  • Kreowski, Ernst Franz. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 4. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 110. Digitalisat
  • Ḱreowski, Ernst. In: Franz Osterroth (Hrsg.): Biographisches Lexikon des Sozialismus / Bd. 1. Verstorbene Persönlichkeiten, Hannover 1960, S. 171.
  • Lexikon sozialistischer deutscher Literatur. Von Anfängen bis 1945. Monographisch-biographische Darstellungen. Verlag Sprache und Literatur, Halle (Saale) 1963, S. 382, 483, 511, 516.
  • Hans Heinrich Klatt: Ḱreowski, Ernst. In: Des Morgens erste Röte. Frühe sozialistische Literatur 1860–1918. Philipp Reclam jun., Leipzig 1982, S. 440–441. (= Reclams-Universal-Bibliothek Band 926)
  • Kreowski, Ernst. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. (DBE). Band 6, Kraatz – Menges. K. G. Saur, München 2006, S. 56–57. Digitalisat

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sterberegister StA Britz, Nr. 25/1920
  2. Wilfrid Eymer: Eymers Pseudonymen Lexikon Realnamen und Pseudonyme in der deutschen Literatur. Kirschbaum Verlag, Bonn 1997, S. 189.
  3. Wer ist’s. Zeitgenossenlexikon, enthaltend Biographien und Bibliographien.
  4. Deutsche Biographische Enzyklopädie.
  5. Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie.
  6. „Kreowski, E. Schriftst., Friedenau, Kreuznacher Str. 5.“ (Berliner Adreßbuch 1920, S. 1462.)
  7. Lexikon sozialistischer deutscher Literatur, S. 483.
  8. Lexikon sozialistischer deutscher Literatur, S. 516.
  9. 4. Aufl., S. 53–60. (Hans Heinrich Klatt, S. 441.)
  10. Sein Gedicht: Titan S. 11 f. wurde erneut gedruckt in: Des Morgens erste Röte. Frühe sozialistische Literatur 1860-1918. Philipp Reclam jun., Leipzig 1982, S. 238. (= Reclams-Universal-Bibliothek, Bd. 926)
  11. Theodor Fontane an Ernst Kreowski vom 11. März 1892.
  12. Richard Wagner in der Karikatur. Reprint der Ausgabe Berlin 1907. Mit einem Geleitwort von Stefan Mickisch. Laaber Verlag, Laaber 2013.
  13. Der Buchumschlag war die erste veröffentlichte Arbeit von John Heartfield.
  14. Franz Mehring: Aufsätze zur deutschen Literatur von Hebbel bis Schweichel. Dietz Verlag, Berlin 1961, S. 379–380. (= Franz Mehring. Gesdammelte Schriften. Band 11)