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Ernst Hohl (* 18. April 1886 in Stuttgart; † 24. Februar 1957 in Berlin) war ein deutscher Althistoriker.

Ernst Hohl, Sohn eines Geheimen Hofrates, besuchte das Karls-Gymnasium in Stuttgart und legte 1904 sein Abitur ab und leistete anschließend einen einjährigen freiwilligen Militärdienst ab. 1905 begann er das Studium der Geschichte, der Klassischen Philologie und der Archäologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Leipzig sowie an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Während seines Studiums wurde er 1905 Mitglied der Verbindung Normannia Tübingen.[1] 1910 promovierte er bei Ernst Kornemann in Tübingen über Vopiscus und die Biographie des Kaisers Tacitus und wurde 1911 Studienreferendar. Zeitweise widmete Hohl sich 1912 in Rom und Paris Bibliotheksstudien, bis er sich 1914 an der Universität Straßburg bei Karl Johannes Neumann und Eduard Schwartz Über die Glaubwürdigkeit der Historia Augusta habilitierte. Anschließend lehrte er als Assistent und Privatdozent in Straßburg sowie als Lehrstuhlvertreter 1915/16 in Tübingen und 1918/19 an der Universität Greifswald, bis er 1919 eine Stelle als planmäßiger außerordentlicher Professor an der Universität Rostock erhielt. Seit 1923 hatte Hohl die Rechte eines Ordinarius. Ordentlicher Professor in Rostock wurde Hohl jedoch erst 1929. Im selben Jahr lehnte er einen Ruf an die Karl-Franzens-Universität Graz ab, ebenso wie 1948 einen Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1930 bis 1932 war Hohl Dekan seiner Fakultät. In den Nationalsozialistischen Lehrerbund trat er im Januar 1934 ein (Mitgliedsnummer 279328). Nach dem Krieg war er zwischen 1946 und 1946 erneut Dekan der Philosophischen Fakultät. 1949 hielt er Gastvorlesungen an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) und der Jenaer Universität, 1950 wurde Hohl an die HUB zum ordentlichen Professor berufen wurde und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1953.

Grab von Ernst Hohl auf dem Friedhof Adlershof

1920 wurde Hohl als ordentliches Mitglied in die Straßburger Wissenschaftliche Gesellschaft an der Universität Frankfurt/Main aufgenommen, 1949 in die Deutsche Akademie der Wissenschaften in Berlin. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten war unter anderem die Erforschung des Arminius. Daneben beschäftigte sich Hohl ausführlich mit der Historia Augusta, einer spätantiken Sammlung von Biographien römischer Kaiser. Er gab eine Edition des Werks heraus und fertigte eine deutsche Übersetzung an, die erst nach seinem Tod von Johannes Straub herausgegeben wurde.

SchriftenBearbeiten

  • Ein politischer Witz auf Caracalla (= Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Klasse für Gesellschaftswissenschaften. Jg. 1950, Nr. 1, ISSN 0515-8850). Akademie-Verlag, Berlin 1950.
  • Um Arminius. Biographie oder Legende? (= Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Klasse für Gesellschaftswissenschaften. Jg. 1951, Nr. 1). Akademie-Verlag, Berlin 1951.
  • Die Siegesfeiern des Tiberius und das Datum der Schlacht im Teutoburger Wald (= Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Klasse für Gesellschaftswissenschaften. Jg. 1952, Nr. 1). Akademie-Verlag, Berlin 1952.
  • Kaiser Pertinax und die Thronbesteigung seines Nachfolgers im Lichte der Herodiankritik. Nebst einem Anhang: Herodian und der Sturz Plautians (= Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Klasse für Philosophie, Geschichte, Staats-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Jg. 1956, Nr. 2, ISSN 0065-5155). Akademie-Verlag, Berlin 1956.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 208.