Ernst Arthur Voretzsch

deutscher Diplomat
Ernst Arthur Voretzsch (um 1928)

Ernst Arthur Voretzsch (* 13. August 1868 in Lucka; † 18. Mai 1965 in Colmberg) war ein deutscher Diplomat.

LebenBearbeiten

Voretzsch studierte Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen. 1889 wurde er im Corps Saxonia Göttingen aktiv.[1] 1899 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Er wurde Vizekonsul in Kalkutta, Kristiania (Oslo) und Johannesburg. Konsul war er in Hongkong, Singapur, Bangkok, Shanghai, Hankow und Kristiania. 1919 wurde er Handelsattaché, Geheimer Legationsrat und Geschäftsträger in Oslo. 1920 wechselte er als Gesandter nach Lissabon. 1928 wurde er zum deutschen Botschafter in Tokio ernannt. Er trat 1933 in den Ruhestand und zog sich auf die 1927 erworbene Burg Colmberg in Mittelfranken zurück.

Voretzsch war Sammler ostasiatischer Kunst und gründete 1937 ein Museum für Asiatische Kunst in Bamberg, das er bis 1959 leitete, der Nachlass befindet sich heute im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main.

1945 wurde er Spruchkammervorsitzender für den Landkreis Ansbach. Er gehörte zu den Mitgründern der CSU. 1958 wurde er Ehrendoktor der Universität Erlangen.

Ernst Adalbert Voretzsch war ein Neffe.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Altchinesische Bronzen. Berlin : J. Springer, 1924.
  • Herausgeber: Luís Fróis: Die Geschichte Japans (1549-1578). Leipzig : Verlag der Asia major, 1926.
  • Führer durch das Museum für asiatische Kunst in Bamberg. Bamberg : Museum für asiatische Kunst, 1937.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Schwalbe, Heinrich Seemann: Deutsche Botschafter in Japan 1860-1973. (= Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens Bd. 57). Tokyo 1974, S. 92–97.
  • Rolf-Harald Wippich: Ernst-Arthur Voretzsch – Deutscher Botschafter in Tokyo im Übergang von Weimarer Republik zum “Dritten Reich” (1928–1933). In: Josef Kreiner (Hrsg.): Japan und die Mittelsmächte. Bouvier, Bonn 1990, S. 129–162.
  • Wolfgang von der Groeben: Verzeichnis der Mitglieder des Corps Saxonia zu Göttingen 1844 bis 2006. Düsseldorf 2006, S. 65.
  • Johannes Hürter (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871 - 1945. 5. T – Z, Nachträge. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 5: Bernd Isphording, Gerhard Keiper, Martin Kröger: Schöningh, Paderborn u. a. 2014, ISBN 978-3-506-71844-0, S. 140 f.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kösener Corpslisten 1960, 45, 417.