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Engenhahn

Ortsteil von Niedernhausen im Rheingau-Taunus-Kreis

Engenhahn ist ein Ortsteil von Niedernhausen im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis.

Engenhahn
Gemeinde Niedernhausen
Wappen von Engenhahn
Koordinaten: 50° 10′ 23″ N, 8° 14′ 57″ O
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 5,58 km²[1]
Einwohner: 1350 (2003)
Bevölkerungsdichte: 242 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 65527
Vorwahl: 06128
Historisches Rathaus in Engenhahn

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Es liegt etwa 5 km nordwestlich von Niedernhausen im Herzen des Taunus. Der höher gelegene Ortsteil Engenhahn-Wildpark entwickelte sich innerhalb der letzten Jahrzehnte von einer Wochenendhaussiedlung zu einer Ansiedlung wohlhabender Einwohner.

GeschichteBearbeiten

Der Ort gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Herzogtum Nassau. Urkundlich erstmals erwähnt wurde er 1221.

Am 1. Januar 1977 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen aus den bisher selbständigen Gemeinden Niedernhausen, Engenhahn, Niederseelbach, Oberseelbach und Oberjosbach durch Landesgesetz die neue Gemeinde Niedernhausen. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Teil des mit selbem Datum neu gegründeten Rheingau-Taunus-Kreises mit der Kreisstadt Bad Schwalbach. Zuvor gehörte Niedernhausen zum Main-Taunus-Kreis.[2][3] Für Engenhahn wurde, wie für die anderen Ortsteile, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[4] Sitz der Gemeindeverwaltung blieb Niedernhausen.

WappenBearbeiten

Am 27. Juni 1966 wurde der Gemeinde Engenhahn im Untertaunuskreis, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Blau auf grünem Boden ein rotbewehrter goldener Hahn.[5]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Gickellauf: Der Gickellauf des TSV Engenhahn ist seit 1984 eine der anspruchsvollsten Laufveranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet. Erster Sieger im Männer- Hauptlauf war 1984 der Darmstädter Läufer Robert Freimark, der zu diesem Zeitpunkt in Engenhahn wohnte. Hier schätzte er vor allem das tolle Trainingsgelände, im Winter für Skilanglauf und im Frühling für lange Läufe mit dem entsprechenden Profil. Jedes Jahr am dritten Sonntag im September lockt der Gickellauf Hunderte von ambitionierten Läufern auf den Engenhahner Sportplatz am Höllenberg, die von der familiären Atmosphäre und den reizvollen Laufstrecken schwärmen – man sagt, die Endzeit des 20-Kilometer-Laufes mit zwei multipliziert plus zehn Minuten Aufschlag sei die Endzeit des fünf Wochen später datierten Frankfurt-Marathon. Somit stellt der Engenhahner Gickellauf einen wichtigen Testlauf in der Marathonvorbereitung dar.

Kerb: Die Engenhahner Kerb ist ein traditionsreiches Fest. Neben dem Vergnügungspark mit Schiffschaukel und Kinderkarussell, steht vor allem die Verköstigung der Besucher mit hauseigenem Apfelwein auf dem Programm.

VereineBearbeiten

  • Der Turn- und Sportverein (TSV) wurde 1977 in Engenhahn gegründet und bietet von Mutter-Kind-Turnen über Tischtennis bis hin zum fortgeschrittenen Mountainbiking eine Vielzahl von Sportarten an. Der TSV ist auch attraktiv für die Jugend, da er über viele Angebote besonders für Jugendliche verfügt (z. B. Jahresaktionen wie den Besuch des Rebstockbads in Frankfurt).
  • „Kerbeborsch Engenhahn“, die Kerbegesellschaft Engenhahns.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Engenhahn wurde 1932 gegründet, die Jugendfeuerwehr dann im Jahre 1987.
  • Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Engenhahn kümmert sich um die Belange der Natur in und um Engenhahn, um die Streuobstwiesen, die offene Landschaft, um Ruhebänke und um die Grünanlagen im Ort. Auch die Jugendarbeit wird unterstützt.

KircheBearbeiten

 
Katholische Kirche St. Martha

Die katholische Pfarrkirche St. Martha wurde in den Jahren 1890/91 im Westen des Dorfes errichtet.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Am östlichen Rand des Ortes befindet sich der Kindergarten Engenhahn. Trägerin der Einrichtung ist die Gemeinde Niedernhausen. Benachbart liegt das Bürgerhaus Engenhahn sowie das Feuerwehrhaus. Im Historischen Rathaus in der Ortsmitte ist ein Büro für den Ortsvorsteher (derzeit Peter Woitsch, SPD) sowie ein Vereinszimmer untergebracht. Neben dem Historischen Rathaus befindet sich der Kinderspielplatz des Ortes. Südlich oberhalb des Ortskerns liegt der Sportplatz.

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3273, die eine Verbindung nach Taunusstein und zur Bundesstraße 275 sowie nach Niedernseelbach / Niedernhausen herstellt. Durch die von der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft (RTV) betriebene Buslinie 240 Niedernhausen – Taunusstein ist Engenhahn an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angeschlossen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Wim Thoelke (1927–1995), Showmaster, lebte bis zu seinem Tod in Engenhahn und ist auf dem dortigen Friedhof bestattet
  • Alfons Spiegel (1928–2004), Diplom-Sportlehrer, Journalist und Sportchef beim ZDF, lebte seit 1960 bis zu seinem Tod in Engenhahn.
  • Lais Franzen (* 1968) Jongleur, Artist, Model und Showbarkeeper aus Engenhahn

WeblinksBearbeiten

  Commons: Engenhahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Engenhahn, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung des Rheingaukreises und des Untertaunuskreises (GVBl. II 330-30) vom 26. Juni 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 312, §§ 6 und 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 371.
  4. Hauptsatzung. (PDF; 90 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Niedernhausen, abgerufen im Februar 2019.
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Engenhahn, Untertaunuskreis, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 27. Juni 1966. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1966 Nr. 28, S. 907, Punkt 655 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,3 MB]).