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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Delitzsch tabellarisch und graphisch wieder. Die Zahl der Einwohner folgt dabei dem jeweiligen Gebietsstand. Am 31. Dezember 2016 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Delitzsch nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 24.815.[1]

Entwicklung der Einwohnerzahl von 1789 bis 2016

Inhaltsverzeichnis

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerung Delitzschs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So schleppten durchziehende und einquartierte Truppen todbringende Krankheiten zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges in die durch Flüchtlinge übervölkerte Stadt. Allein im Jahr 1637 starben 881 Menschen, davon 300 an Hunger.[2]

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1800 erst etwa 2700 Menschen in der Stadt, so überschritt die Einwohnerzahl Delitzschs schon 1900 die Grenze von 10.000 Einwohnern. Bis kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Einwohnerzahl nochmals von rund 16.500 Einwohnern im Jahr 1933, auf etwa 25.100 im Jahr 1946. Gründe dafür waren neben immigrierten osteuropäischen Flüchtlingen auch die Vermeidung von Verteidigungsschlachten gegen die Besetzung der Stadt von amerikanischen Truppen im April 1945.

Nach einem Rückgang der Bevölkerung in den fünfziger und sechziger Jahren, stieg die Einwohnerzahl in den siebziger Jahren wieder auf etwa 24.500 Einwohner. Dieser Trend setzte sich auch in den achtziger Jahren fort, sodass am 31. Dezember 1988 mit fast 28.400 Einwohnern der historische Höchststand erreicht wurde. Grund hierfür war der langjährige Braunkohleabbau im nahen Umland, bei dem ein Großteil der Einwohner der betroffenen Gebiete nach Delitzsch umgesiedelt wurden. Nach der Wiedervereinigung setzte zunächst ein kurzer Rückgang der Bevölkerung ein, der schon Mitte der 1990er Jahre zum einen durch Ansiedlung neuer Unternehmen und der Erschließung von Gewerbegebieten, zum anderen durch Eingemeindungen gebremst werden konnte. Bis zur Jahrhundertwende blieb die Einwohnerzahl recht stabil. Durch die letzte Eingemeindung, die der Ortschaft Döbernitz, gewann Delitzsch 2004 gegenüber 2000 nochmals rund 1700 Einwohner und knackte damit Ende des Jahres nochmals die 28.000 Einwohnermarke. Seitdem schrumpft die Einwohnerzahl von Delitzsch wieder langsam, was zum einen in der Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen und zum anderen durch eine evidente Diskrepanz zwischen Zu- und Wegzügen begründet ist.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1837 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1946), der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (1946 bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1747 bis 1999Bearbeiten

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner
1747 390 Häuser, 70 ½ Hufen
1789 2.500
1818 2.953
31. Dezember 1837 ¹ 4.332
31. Dezember 1841 ¹ 4.533
31. Dezember 1871 ¹ 8.111
31. Dezember 1880 ¹ 8.225
31. Dezember 1890 ¹ 8.949
31. Dezember 1895 ¹ 9.560
31. Dezember 1910 ¹ 13.031
31. Dezember 1925 ¹ 14.892
Datum Einwohner
31. Dezember 1933 ¹ 16.476
31. Dezember 1938 17.931
31. Dezember 1939 ¹ 18.016
29. Oktober 1946 25.148
31. August 1950 ² 24.195
31. Dezember 1960 22.892
31. Dezember 1964 23.336
31. Dezember 1970 24.435
31. Dezember 1980 25.248
31. Dezember 1984 27.953
31. Dezember 1988 28.384
Datum Einwohner
31. Dezember 1990 27.051
31. Dezember 1991 26.534
31. Dezember 1992 26.249
31. Dezember 1993 25.828
31. Dezember 1994 ² 26.045
31. Dezember 1995 25.762
31. Dezember 1996 ² 25.579
31. Dezember 1997 ² 27.235
31. Dezember 1998 26.963
31. Dezember 1999 26.704

¹ Volkszählungsergebnis
² Eingemeindung

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen[3]

Seit 2000Bearbeiten

Eine grafische Darstellung der folgenden Daten findet sich im Abschnitt Bevölkerungsprognose.

(jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner Zuzüge Wegzüge Geburten Sterbefälle Saldo
31. Dezember 2000 26.331 933 1251 203 258 −373
31. Dezember 2001 25.774 891 1366 197 279 −557
31. Dezember 2002 25.573 1202 1322 195 276 −201
31. Dezember 2003 25.287 998 1150 170 306 −286
31. Dezember 2004 ¹ 28.001 990 1070 209 328 −197
31. Dezember 2005 27.780 925 1026 203 324 −221
31. Dezember 2006 27.521 885 982 179 341 −259
31. Dezember 2007 27.181 875 1107 232 341 −340
31. Dezember 2008 26.958 961 1069 202 316 −223
31. Dezember 2009 26.532 801 1078 198 348 −426
31. Dezember 2010 26.344 853 899 212 355 −188
Zensus 2011
(neue Rechengrundlage)
Datum Einwohner Zuzüge Wegzüge Geburten Sterbefälle Saldo
9. Mai 2011 25.361 - - - - -
31. Dezember 2011 25.162 852 1023 216 357 −312
31. Dezember 2012 25.148 1116 962 183 349 −12
31. Dezember 2013 25.005 954 992 204 317 −151
31. Dezember 2014 24.911 1063 1005 192 348 −98
31. Dezember 2015 24.850 1223 1122 195 366 −70
31. Dezember 2016 24.815 - - - - -

¹ Eingemeindung
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen[4]

BevölkerungsstrukturBearbeiten

Bevölkerung Stand 31. Dezember 2015
Einwohner 24.850
davon männlich 12.190
weiblich 12.660
Deutsche 24.014
Ausländer 836
Ausländeranteil in Prozent 3,3

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen[5]

AltersstrukturBearbeiten

Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember 2015.

Alter von–bis Einwohnerzahl Anteil in Prozent
0–3 618 2,5
3–10 1.446 5,8
10–15 976 3,9
15–20 817 3,3
20–25 675 2,7
25–30 1.550 6,2
30–35 1.552 6,2
35–40 1.364 5,5
40–45 1.319 5,3
45–50 1.831 7,4
50–55 2.271 9,3
55–60 2.237 9,0
60–65 2.024 8,1
65–75 2.836 11,4
75 u. ä. 3.334 13,4
Gesamt 24.850 100,0

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen[6]

BevölkerungsprognoseBearbeiten

In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Delitzsch ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2009 und 2020 um 8,2 Prozent (2170 Personen) vorausgesagt.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2012–2030 – Prognose für Delitzsch:

 
Die in der Tabelle dargestellte Prognose (rot) im Vergleich zu der realen Entwicklung ab 1990 (blau)
Datum Einwohner
2012 25.150
2020 23.890
2025 23.080
2030 22.250

Quelle: Bertelsmann-Stiftung[7]

Einwohner nach StadtteilenBearbeiten

Da die Stadtteile der Kernstadt (insklusive der Ortsteile Gertitz, Kertitz und Werben) nicht getrennt statistisch erfasst werden, kann eine genaue Aussage über die Einwohnerzahl der einzelnen Stadtteile bzw. Ortsteile nur über die Kernstadt sowie die restlichen 12 Ortsteile getroffen werden. Dabei stellt Schenkenberg den größten, Poßdorf den kleinsten Ortsteil dar. Insgesamt wohnten zum letzten Zensusstichtag – 9. Mai 2011 4824 Einwohner in den Ortsteilen, was damals rund 19,0 Prozent der Bevölkerung von Delitzsch ausmachte.

Ortsteil Einwohner
Beerendorf 582
Benndorf 373
Brodau 299
Döbernitz 799
Laue 196
Poßdorf 66
Rödgen 223
Schenkenberg 813
Selben 650
Spröda 277
Storkwitz 146
Zschepen 400
Kernstadt
mit Gertitz, Kertitz und Werben
20.537
Gesamt 25.361

Quelle: Kleinräumiges Gemeindeblatt – Zensus 2011[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. [1], S. 9 (PDF; 63 kB)
  2. Sigrid Schmidt/Christel Moltrecht: Stadtbilder aus Delitzsch. S. 5.
  3. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Regionalregister Sachsen: Delitzsch
  4. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Regionalregister Sachsen: Delitzsch
  5. Sächsische Informatik Dienste Niederlassung Kamenz: Regionaldaten Gemeindestatistik Sachsen. In: www.statistik.sachsen.de. Abgerufen am 7. Januar 2017.
  6. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gemeindestatistik 2012
  7. Bertelsmann-Stiftung: Bevölkerungsprognose 2012-2030
  8. Kleinräumiges Gemeindeblatt – Zensus 2011: [2], S. 7.