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Ehrmann AG

Unternehmen
Ehrmann AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1920
Sitz Oberschönegg, Deutschland
Leitung

Christian Ehrmann,
Johannes Schmid,
Markus Fehr,
Jürgen Taubert

Mitarbeiterzahl

2.400 (2018)[1]

Umsatz 750 Mio. Euro (2017)[1]
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.ehrmann.de

Firma Ehrmann von Südosten

Die Ehrmann AG ist eine der größten Molkereien in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

UnternehmensprofilBearbeiten

Der Firmensitz der AG ist Oberschönegg im bayerischen Landkreis Unterallgäu. Den Vorstand des familiengeführten Molkereibetriebs bilden Vorstandsvorsitzender Christian Ehrmann und Johannes Schmid, Markus Fehr und Jürgen Taubert.

Die Milchnummer des Betriebes ist BY 727.

Der Jahresumsatz weltweit lag im Jahr 2017 bei etwa 750 Millionen Euro. Der Marktanteil von Ehrmann bei Joghurtprodukten liegt in Deutschland bei etwa 12,8 %. Im Joghurt-Sektor ist Ehrmann Marktführer in Deutschland. Zu den Töchtern der Ehrmann AG gehören die Milchwerke Gabler Saliter, Molkerei Hainichen-Freiberg und die Fleischwerke Zimmermann. Weiterhin produziert die Molkerei international an Standorten in Russland und den USA.

Das Unternehmen hat außerhalb Deutschlands Vertriebsniederlassungen in Russland, USA, England, Tschechien, Polen, Spanien, Italien, Niederlande, Finnland und der Volksrepublik China. Die Produkte der Marke Ehrmann (hauptsächlich Milch-, Joghurt-, Quark- und Dessert-Spezialitäten) werden in über 50 Ländern vertrieben.

Die Ehrmann AG beschäftigt weltweit über 2.400 Mitarbeiter (Stand 2018).

GeschichteBearbeiten

Die Unternehmensgeschichte geht auf das Jahr 1920 zurück, als Alois Ehrmann (sen.), ein Molkereimeister, sich selbständig machte und eine „Ein-Mann-Molkerei“ gründete. 1929 erwarb er eine Molkerei.

1960 übergab er die Unternehmensleitung an seine beiden Söhne Anton und Alois (jun.) und machte diese zu gleichberechtigten Partnern. Alois Ehrmann (jun.) wurde die Verantwortung der Molkerei in Oberschönegg übertragen, während Anton Ehrmann am Standort Leonberg bei Stuttgart die Vermarktung der Produkte und den Aufbau des nationalen Vertriebs übernahm.

Die bekannteste Marke des Unternehmens, „Almighurt“ Fruchtjoghurt, wurde 1964 eingeführt. 1989 erwarb der Betrieb die Fleischwerke E. Zimmermann GmbH & Co. KG (Thannhausen), 1992 kam die Molkerei Hainichen-Freiberg (als Gemeinschaftsunternehmen zu je 50 % mit der Käserei Champignon Hofmeister), 1998 eine Mehrheitsbeteiligung an den Milchwerken J.M. Gabler-Saliter (Obergünzburg; Kaffeesahne, Kondensmilch) hinzu.

 
Im Hintergrund Betriebsteile von Ehrmann in Oberschönegg

Im Jahr 2000 wurde eine Produktionsstätte bei Moskau eröffnet, um den russischen und von dort aus auch den chinesischen Markt zu erschließen. Ehrmann ist seit 2000 in Russland mit einer eigenen Tochtergesellschaft vertreten.[2] Die russische Tochtergesellschaft erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von 150 Millionen Euro bei einer Exportquote von 20 %.

Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen Commonwealth Dairy errichtete Ehrmann in Brattleboro im Bundesstaat Vermont eine Molkerei, die 2011in Betrieb ging, 2013 eine weitere in Casa Grande, Arizona.

Im Jahr 2015 zeichnete die Lebensmittel Zeitung Ehrmann mit einem Goldenen Zuckerhut aus.[3]

Anfang 2018 gründete Ehrmann ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem in Sete Lagoas im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais ansässigen Milchverarbeiter Trevo Lacteos.[4]

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Von der Bundesliga-Saison 2010/11 bis 2014/15 trat Ehrmann als Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg auf, bereits Mitte der 1990er Jahre war Ehrmann Haupt- und Trikotsponsor des damaligen Erstligisten Karlsruher SC. Seit 2012 unterstützt Ehrmann den Basketball-Erstligisten Brose Baskets.

KritikBearbeiten

Im Jahr 2014 kam das Unternehmen in die öffentliche Kritik, nachdem es einen Kinderquark mit dem Slogan „So wichtig wie das tägliche Glas Milch“ beworben hatte.[5]

Gegen diese Behauptung hatte die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs vor dem Bundesgerichtshof geklagt. Die Richter gaben den Fall an den Europäischen Gerichtshof weiter, da sie Zweifel hatten, ob Ehrmann das positive Image von Milch auf den Früchtequark übertragen darf. Dieser enthält dreimal so viel Zucker wie normale Kuhmilch.

Im April 2014 gab der EuGH dem Bundesgerichtshof eine Interpretationshilfe, dieser entschied am 12. Februar 2015, dass die Werbung in der beanstandeten Form grundsätzlich rechtens gewesen sei.[6] Der BGH entschied aber auch, dass der Slogan eine gesundheitsbezogene Aussage entsprechend der EU-Verordnung über Health Claims darstelle, die auf der Verpackung näher hätte erläutert werden müssen. Zur Klärung, welche Informationen im Einzelnen zu geben sind, wurde diese Frage an das OLG zurückverwiesen. Die BGH-Entscheidung hat keine praktischen Auswirkungen, da der Slogan von Ehrmann inzwischen nicht mehr verwendet wird.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Ehrmann heute auf ehrmann.de
  2. Der Firmenchef, der ständig Joghurt probieren muss. Abgerufen am 15. März 2015.
  3. LebensmittelZeitung, 6. November 2015 (http://www.lebensmittelzeitung.net/industrie/Goldener-Zuckerhut-2015-Je-weiter-umso-besser-120487?crefresh=1)
  4. Ehrmann expandiert nach Brasilien. top agrar, 12. Januar 2018
  5. Die Zeit: Monsterbacke. Wie die Lebensmittelindustrie trickst, vom 10. April 2014.
  6. BGH lässt Monsterbacke-Slogan zu. In: Zeit Online. 12. Februar 2015, abgerufen am 12. Februar 2015: „Trotz des süßen Inhalts: Ehrmann darf seinen Kinderquark auch künftig mit dem Satz "So wichtig wie das tägliche Glas Milch" bewerben – allerdings nur mit Zusatz.“

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ehrmann AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 6′ N, 10° 18′ O