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Dresden-Wrocław-Express

Dresden-Wrocław-Express
Kursbuchstrecke (DB):230
Streckenlänge:280 km
Spurweite:1435 mm
Höchstgeschwindigkeit:120 km/h
Verkehrsunternehmen: Länderbahn und Koleje Dolnośląskie (KD)
(mit DB Regio Südost als Subunternehmer)
Bundesland (D): Sachsen
Woiwodschaft (PL): Niederschlesien
Zuglauf
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Dresden Hbf ICE, EC, IC, RE, RB, S
Bahnhof, Station
Dresden Mitte RE, RB, S
Bahnhof, Station
Dresden-Neustadt ICE, EC, IC, RE, RB, S
Bahnhof, Station
Dresden-Klotzsche RE, RB, S
Bahnhof, Station
Radeberg RE, RB
Bahnhof, Station
Arnsdorf (b Dresden) RE, RB
Bahnhof, Station
Bischofswerda RE, RB, OE
Bahnhof, Station
Bautzen RE, RB, OE
Bahnhof, Station
Löbau (Sachs) RE, RB, OE
Bahnhof, Station
Görlitz RE, RB, OE, KD
Grenze
Staatsgrenze Deutschland/Polen
Bahnhof, Station
Zgorzelec KD
Haltepunkt, Haltestelle
Zgorzelec Miasto R, KD
Bahnhof, Station
Pieńsk R, KD
Bahnhof, Station
Węgliniec R, KD
Bahnhof, Station
Bolesławiec KD
Bahnhof, Station
Chojnów KD
Bahnhof, Station
Legnica R, KD
Bahnhof, Station
Wrocław-Leśnica KD
Bahnhof, Station
Wrocław Nowy Dwór KD
Kopfbahnhof – Streckenende
Wrocław Główny EIC, IC, TLK, IR, R, KD

Der Dresden-Wrocław-Express war ein grenzüberschreitender Regional-Express von DB Regio und Przewozy Regionalne, der die sächsische Landeshauptstadt Dresden mit der niederschlesischen Woiwodschaftshauptstadt Breslau verband. Auf seiner Fahrt bediente er unter anderem die Stationen Dresden-Neustadt, Bautzen, Görlitz, Zgorzelec, Zgorzelec Miasto (Zgorzelec Stadt), Węgliniec (Kohlfurt), Bolesławiec (Bunzlau) und Legnica (Liegnitz).

Infolge nicht mehr bereit gestellter Finanzierung durch die Woiwodschaft Niederschlesien wurde der Verkehr auf polnischer Seite – und damit das grenzüberschreitende Verkehrsangebot – ab 1. März 2015 eingestellt.[1][2]

Am 13. Dezember 2015 wurde die Verbindung als Trilex-Express in Zusammenarbeit mit Koleje Dolnośląskie wieder eingerichtet. Der bisherige Name „Dresden-Wrocław-Express“ wird für die seitdem deutlich langsamere, teilweise alle Unterwegsbahnhöfe bedienende Verbindung nicht mehr kommuniziert.

Inhaltsverzeichnis

VerkehrBearbeiten

Täglich verkehrten bis 1. März 2015 drei Zugpaare des TLX/RE 1 von Dresden über Görlitz hinaus nach Breslau und zurück. Die nach Polen verlängerten Züge waren seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 in den Zweistundentakt des TLX/RE 1 Dresden–Görlitz integriert. Zuvor verkehrten die drei Zugpaare Dresden–Görlitz–Breslau zusätzlich zum RE 1, wurden als RE 100 vermarktet und hielten nur auf den wichtigsten Unterwegsbahnhöfen.

Seit dem 13. Dezember 2015 verkehren nur noch werktags drei Zugpaare, sonntags werden zwei Zugpaare angeboten.

Eingesetzt werden stets Nahverkehrstriebwagen der Baureihe 642 von DB Regio Südost, welche für den Verkehr auf polnischem Gebiet ausgerüstet wurden. Dafür erhielten diese Triebwagen eine LED-Beleuchtung, ein zusätzliches Signalhorn und die entsprechenden Zugsicherungssysteme sowie polnischen Zugfunk.[3]

BahnstreckenBearbeiten

 
Triebwagen der Baureihe 642 in Breslau

Auf dem Weg zwischen Dresden Hbf und Wrocław Główny befährt der Dresden-Wrocław-Express folgende Strecken:

Rund 270 Kilometer legt der RE 1 zwischen Dresden Hbf und Wrocław Główny (Breslau Hbf) zurück. Die fahrplanmäßige Reisezeit betrug seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 von Dresden nach Breslau 3 Stunden und 24 Minuten und in der Gegenrichtung 3 Stunden und 21 Minuten.[4] Es ergibt sich daraus eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von etwa 80 km/h. Seit der Wiederaufnahme des Verkehrs beträgt die Fahrzeit zwischen 3:29 Stunden und 3:56 Stunden.[5]

GeschichteBearbeiten

 
Dresden-Wrocław-Express in Wrocław Główny (2014)

Der RE 1 nahm seinen Betrieb zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 auf. Jedoch verkehrte er vorerst nur zwischen Dresden und Görlitz, da die Triebwagen noch nicht umgebaut und für den Betrieb im polnischen Netz zugelassen waren. Der erste durchgängige fahrplanmäßige Zug von Dresden nach Breslau startete am 1. März 2009. Er benötigte etwa drei Stunden und 33 Minuten. Seit seiner Einführung steigt die Zahl der Reisenden zwischen Dresden und Breslau. Nutzten im Jahr 2008 rund 12.000 Fahrgäste die grenzüberschreitende Umsteigeverbindung, konnte mit der Direktverbindung die Zahl der Reisenden im Zeitraum 1. März 2009 bis 1. März 2010 auf 46.000 gesteigert werden. Im September 2009 wurde in der Presse gemeldet, dass der Betreiber des Zuges auf dem polnischen Streckenabschnitten – die Przewozy Regionalne – eine Verlängerung des RE 100 nach Opole (Oppeln) plant. Allerdings wurde diese bislang nicht umgesetzt.

Ab dem 12. Dezember 2010 verkürzte sich die Reisezeit um circa 15 Minuten, sodass der Zug nur noch etwa drei Stunden und 15 Minuten unterwegs war.

Im zweiten Betriebsjahr stieg die Fahrgastzahl erneut deutlich um über 20 % auf ca. 56.000 Fahrgäste pro Jahr[6]

2011 legten die Fahrgastzahlen 8 % zu. Insgesamt verkehrten 4.665 Fahrgäste mehr als im Vorjahr mit diesem Zug. Im gesamten Jahr überquerten 59.631 Fahrgästen die Grenze bei Görlitz mit diesem Zug.[7]

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 wurde der RE 100 in die Linie des RE 1 Dresden Hbf – Görlitz integriert, indem drei Zugpaare von Görlitz nach Breslau verlängert wurden. Der Zug hielt somit auch an weiteren Unterwegsbahnhöfen. Bereits im Rahmen der Landesgartenschau in Löbau 2012 wurde ein Halt des Regionalexpress in Löbau eingerichtet.

Ab dem 14. Dezember 2014 erbrachte die Vogtlandbahn (heute „Die Länderbahn“) unter dem Namen trilex die Verkehrsleistungen auf der Linie. Aufgrund einer fehlenden Zulassung der Fahrzeuge der Vogtlandbahn für Polen fuhr DB Regio die grenzüberschreitenden Fahrten als Subunternehmer. Die Züge fuhren seitdem auf deutscher Seite als TLX, die Zuggattung auf polnischer Seite war weiterhin ein RE.[4]

Am 20. Februar 2015 wurde bekanntgegeben, dass die Verbindung zum 1. März desselben Jahres nach sechs Jahren ersatzlos eingestellt wird. Grund dafür sind Kürzungen der Gelder für den Betrieb der Linie auf polnischer Seite. Die durchgängigen Züge waren von den beiden beteiligten deutschen Verkehrsverbünden ZVON und VVO bis Dezember 2018 bestellt worden. Ein Ersatz war nicht eingerichtet worden, sodass der Weg zwischen den beiden Grenzbahnhöfen zu Fuß oder mit dem Stadtbus zurückgelegt werden musste.[1][2] Zu denselben Abfahrtszeiten des ehemaligen Dresden-Wrocław-Expresses fuhren auf deutscher Seite weiterhin die Züge des TLX 1 auf der Verbindung Dresden–Görlitz.

Medien berichteten am 11. September 2015, dass eine erneute Betriebsaufnahme für das Fahrplanjahr 2016 geplant sei.[8] Das Auswärtige Amt teilte hingegen am selben Tag lediglich mit, „dass die Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Direktverbindung Dresden-Breslau ab Fahrplanwechsel 2015 weit fortgeschritten sind“.[9] Am 6. November 2015 teilten die beteiligten Akteure auf deutscher Seite gemeinsam mit, dass zwischenzeitlich ein entsprechender „Vertragsentwurf zwischen DB Regio und dem polnischen Verkehrsunternehmen Koleje Dolnośląskie (KD) endverhandelt wurde“ und dass die Vertragsunterzeichnung nunmehr erwartet wird. Der durchgängige Verkehr zwischen Dresden und Breslau wurde am 13. Dezember 2015 wieder aufgenommen; DB Regio stellt demnach wieder die Fahrzeuge bereit und verkehrt auf deutscher Seite als Subunternehmer der Länderbahn, auf polnischer Seite als Partner der (KD).[10] Polnischen Medien zufolge sollte der Vertrag zur Fahrzeugüberlassung zwischen DB Regio Südost und der KD unterzeichnet werden, sobald die vergaberechtlich notwendige Einspruchsfrist abgelaufen ist, und sollte dann für drei Jahre bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 gelten.[11] Am 9. Dezember 2015 wurden die notwendigen Verträge dann tatsächlich unterschrieben.[12]

Die polnische Seite wendet für die Anmietung der Fahrzeuge von DB Regio über drei Jahre insgesamt 21,860 Mio. Złoty (ca. 5,201 Mio. Euro, Wechselkurs vom 11. Dezember 2017) auf.[11]

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 wird die Zuglinie auf der deutschen Seite wieder als RE1 bezeichnet.

TarifBearbeiten

Auf deutscher Seite durchfährt der RE1 zwei Verkehrsverbünde. Zwischen Dresden Hbf und Arnsdorf gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), zwischen Bischofswerda und Görlitz gilt der Tarif des Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON). Für grenzüberschreitende Fahrten gibt es unter anderem das Dresden-Wrocław-Spezial[13] und das Euro-Neiße-Ticket.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Zmiany w rozkładzie jazdy pociągów na Dolnym Śląsku. Przewozy Regionalne, 20. Februar 2015; abgerufen am 20. Februar 2015 (polnisch).
  2. a b Einstellung des Verkehrs Dresden – Görlitz – Wrocław/Breslau zum 01.03.2015. ZVON und VVO, 20. Februar 2015; abgerufen am 20. Februar 2015.
  3. Takt 2015/1. DB Regio Südost; abgerufen am 20. Februar 2014.
  4. a b Reiseauskunft der Deutschen Bahn
  5. Fahrplan auf www.trilex.de
  6. Sächsische Zeitung: „Bahnchef Grube macht Mut für Strecken in der Oberlausitz“
  7. Pressemeldung der DB Regio Südost: „Fahrgastzuwächse um 29 Prozent im Verkehr nach Polen und Tschechien“ (Memento vom 29. Juli 2012 im Webarchiv archive.is), 22. Februar 2012, abgerufen am 10. Mai 2016.
  8. Zug-Direktverbindung Dresden-Breslau wird wiederbelebt. Sächsische Zeitung, 11. September 2015; abgerufen am 11. September 2015.
  9. Koordinator für deutsch-polnische Zusammenarbeit Woidke: "Deutsch-polnischer Bahngipfel mit konkreten Ergebnissen". Auswärtiges Amt, 11. September 2015; abgerufen am 14. September 2015.
  10. Verbindung in die Kulturhauptstadt Europas 2016 scheint gesichert. Verkehrsverbund Oberelbe, Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, DB Regio Südost, Trilex, 6. November 2015; abgerufen am 6. November 2015 (PDF (88 kB)).
  11. a b Tomasz Sikora: Drogo do Drezna. Teuer nach Dresden. Centrum Studiów Niemieckich im. Willy Brandta Uniwersytet Wrocławski (www.niemcy-online.pl), 3. November 2015; abgerufen am 6. November 2015 (polnisch).
  12. Tilo Berger: Bahn und Busse fahren ab Sonntag anders. In: Sächsische Zeitung. 10. Dezember 2015 (online [abgerufen am 10. Dezember 2015]).
  13. Dresden-Wrocław-Spezial