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Dimitrios Kisoudis (* 1981 in Öhringen) ist ein deutscher Publizist mit einer Nähe zur AfD.

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WerdegangBearbeiten

Kisoudis ist Sohn eines griechischen Gastarbeiters und einer deutschen Mutter. Er studierte Historische Anthropologie, Germanistik und Spanisch in Freiburg und Sevilla.[1] Daraufhin arbeitete er in der Dokumentarfilmproduktion und war hauptsächlich für den SWR tätig.[2]

Seit einigen Jahren betätigt sich Kisoudis zudem als Mitarbeiter von Politikern und Parlamentsfraktionen: So war er zunächst Assistent des ehemaligen AfD-Abgeordneten Marcus Pretzell im Europäischen Parlament, arbeitete dann als Referent der ENF-Fraktion und ist seit November 2017 für den AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Hess tätig.[3]

Publizistische TätigkeitBearbeiten

Kisoudis befasst sich mit osteuropäischen, besonders russischen Themen und verfasste dazu 2007 Politische Theologie in der griechisch-orthodoxen Kirche und 2015 Goldgrund Eurasien. 2010 publizierte er mit Frank Hertweck ein autobiografisches Interview, das Carl Schmitt mit Klaus Figge und Dieter Groh geführt hat („Solange das Imperium da ist“).

In der Werkreihe von „TUMULT“ des rechten Manuscriptum-Verlags (2017) veröffentlichte er „Was nun? Vom Sozialstaat zum Ordnungsstaat“. Darin plädiert er für ein schlankes auf Kernaufgaben beschränktes Staatswesen.[4] Kisoudis präsentierte sein Buch im Sommer 2017 unter anderem im rechtskatholischen „Institut St. Philipp Neri“ und in der Bibliothek des Konservatismus in Berlin.[5]

Zudem schreibt er Beiträge für das Magazin eigentümlich frei.

Kisoudis bezieht in seinen Publikationen antiwestliche und christlich-orthodoxe Positionen. Er sieht nach dem „Intermezzo“ der Nachkriegsordnung eine Rückkehr der wahren Eigenschaften von Völkern und Kulturen. Weiter prophezeit er einen neuen Kalten Krieg zwischen dem „autoritären Liberalismus“ im Osten und dem „postmodernen Geldsozialismus“ im Westen. Besondere Bewunderung gilt Putin, der ihm zufolge als Eurasier den Weg zum Dritten Rom zurückgefunden habe. Deutschland empfiehlt er, sich mit Russland zu verbünden. Kisoudis bezieht sich dabei auf Alexander Dugin und Konstantin Leontjew.

SchriftenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Volker Weiß: Putin hilf! Die Liebe der deutschen Rechten zum autoritären Russland hat eine lange Tradition, in: Die Zeit, Nr. 51/2018, S. 21

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Manuscriptum Verlag: Autorenprofil Dimitrios Kisoudis. Abgerufen am 7. April 2019.
  2. SWR 2 Wissen, Dimitrios Kisoudis: Kurze Kulturgeschichte des Rauchens. SWR2, 22. Mai 2014, abgerufen am 7. April 2019.
  3. Anna-Sophie Schneider, Severin Weiland: Zeitungsbericht: Enthüllungsbuch "Inside AfD" muss geändert werden. In: Spiegel Online. 21. September 2018 (spiegel.de [abgerufen am 7. April 2019]).
  4. Manuscriptum-Verlag: Buchvorstellung zu "Was nun?" von Dimitrious Kisoudis. Abgerufen am 7. April 2019.
  5. Bibliothek des Konservatismus: Nur ein Ordnungsstaat garantiert die bürgerlichen Freiheiten. In: BdK Berlin. 12. Juni 2017, abgerufen am 7. April 2019 (deutsch).