Deutschordenskommende Mergentheim

Deutschordenskommende in Baden-Württemberg

Die Deutschordenskommende Mergentheim war von 1219 bis 1809 eine Kommende des Deutschen Ordens in Mergentheim, heute Bad Mergentheim, im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.[1] Die Deutschordenskommende Mergentheim gehörte zur Ballei Franken.[2]

1219 schenkten die drei Brüder Heinrich, Andreas und Friedrich von Hohenlohe dem neugegründeten Deutschen Orden ihre Wasserburg, die im 16. und 17. Jahrhundert zum Deutschordensschloss Mergentheim umgebaut wurde.

GeschichteBearbeiten

Die Kommende wurde im Jahre 1219 gegründet,[3] nachdem der Hochfreie Andreas von Hohenlohe dem Deutschen Orden beigetreten war. Dieser schloss vor dem Würzburger Bischof Otto von Lobdeburg (1207–1223) mit seinen Brüdern Gottfried und Konrad einen Erbvergleich, der dem Orden seine Besitzungen in Mergentheim einschließlich der Wasserburg bzw. dem späteren Schloss Mergentheim übertrug. Die Erbteilungsverträge und Schenkungen wurden von Kaiser Friedrich II. (1212–1250) bestätigt.[2]

Neben der Stifterfamilie wurde der Deutsche Orden in der Folge besonders durch die hohenlohische Ministerialität gefördert. Mergentheim war eine typische „Hauskommende“, die es dem Stiftergeschlecht ermöglichte, sowohl die eigenen Kinder standesgemäß zu versorgen als auch das Stiftungsgut der Familie auf Dauer nutzbar zu erhalten. So nahmen während des gesamten 13. Jahrhunderts auch Angehörige der Hohenlohe führende Stellungen im Deutschen Orden ein.[2]

Die Wasserburg entwickelte sich in der Folgezeit zur bevorzugten Residenz der Deutschmeister. Nach der Reformation wurde die Wasserburg im Jahre 1525 sogar der Hauptsitz des Südwestens der Hoch- und Deutschmeister und damit zur Zentrale des Deutschen Ordens, nachdem zuvor in den Bauernkriegen im selben Jahr die Burg Horneck zerstört wurde.[2][4]

Von 1527 bis 1809 blieb der Hauptstützpunkt des Deutschen Ordens in Mergentheim erhalten und es wurden bedeutende Gäste wie der Kaiser und einflussreiche Fürsten empfangen.[4]

Im Jahre 1809 wurde die Kommende aufgehoben.[3]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • M. Erzberger: Die Säkularisation in Württemberg von 1802 bis 1810. Ihr Verlauf und ihre Nachwirkungen. Stuttgart 1902, ND Aalen 1974. 321 ff.
  • W. Zimmermann / N. Priesching (Hrsg.): Württembergisches Klosterbuch. Klöster, Stifte und Ordensgemeinschaften von den Anfängen bis in die Gegenwart. Stuttgart 2003. 346–349.
  • B. Demel: Das Priesterseminar des Deutschen Ordens zu Mergentheim (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 12). Bonn-Godesberg 1972.
  • B. Demel: Mergentheim – Residenz des Deutschen Ordens (1525–1809). In: Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte, 1 (1937) ff. 34/35 (1975/1976) 142–212.
  • E. RAUPP: Die Bautätigkeit des Deutschen Ordens in seiner ehemaligen Residenzstadt Mergentheim unter besonderer Berücksichtigung des Ordensschlosses (Mainfränkische Studien 9). Würzburg 1975.
  • D. WOJTECKI: Der Deutsche Orden in Württembergisch Franken. Entwicklung der Besitz- und Personalgeschichte der Kommenden Mergentheim, Heilbronn und Horneck im 13. Jahrhundert. In: Württembergisch Franken 60 (1976) 55–113.
  • H.-P. TRENSCHEL: Deutschordensschloss Bad Mergentheim mit Schlosskirche und Deutschordensmuseum. München/Zürich 6 1988.
  • D. J. Weiss: Die Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte IX/39). Neustadt a. d. Aisch 1991, 73–84, 219–224, 440–451.
  • B. Klebes: Der Deutsche Orden in der Region Mergentheim im Mittelalter. Kommende, Stadt- und Territorialherrschaft (1219/20–ca. 1525) (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 58). Marburg 2002.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Klöster in Baden-Württemberg: Kloster. In: kloester-bw.de. Abgerufen am 10. September 2020.
  2. a b c d Deutschordenskommende Mergentheim - Detailseite - LEO-BW. In: leo-bw.de. Abgerufen am 10. September 2020.
  3. a b Klöster in Baden-Württemberg: Kloster. In: kloester-bw.de. Abgerufen am 10. September 2020.
  4. a b Schloss Bad Mergentheim, Deutschordenschloss - Burgenarchiv.de. In: burgenarchiv.de. Abgerufen am 10. September 2020.