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Für den Deutschen Studienpreis, den die Körber-Stiftung jährlich verleiht, können sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Disziplinen bewerben, deren Doktorarbeit eine besondere gesellschaftliche Relevanz aufweist. Er ist mit über 100.000 Euro einer der höchstdotierten Preise für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Das Preisgeld teilen sich die drei Erstplatzierten (je 25.000 Euro) und sechs Zweitplatzierten (je 5.000 Euro). Schirmherr des Deutschen Studienpreises ist der Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble[1].

Von 1996 bis 2006 richtete sich der Deutsche Studienpreis an Studierende und wurde zweijährlich, ab 2006 jährlich zu unterschiedlichen Themen ausgeschrieben. Im Jahr 2007 beschloss die Körber-Stiftung aufgrund der Veränderungen im deutschen Hochschulsystem[2] die Umstellung auf einen reinen Promotionspreis.

Inhaltsverzeichnis

TeilnahmebedingungenBearbeiten

Promovierte aller Fachrichtungen können sich für den Deutschen Studienpreis bewerben, wenn sie ihre Dissertation im Ausschreibungsjahr mit der Note „summa“ oder „magna cum laude“ abgeschlossen haben. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen in einem Essay die wesentlichen Ergebnisse ihrer Dissertation präsentieren und die besondere gesellschaftliche Relevanz ihrer Untersuchungen spannend und verständlich darstellen. Einsendeschluss ist der 1. März jedes Jahres.

Kategorien und PreisgelderBearbeiten

Der Deutsche Studienpreis lobt seit 2008 die Preise in den Kategorien Natur- und Technikwissenschaften, Kultur- und Geisteswissenschaften sowie Sozialwissenschaften aus.

Preisgelder und ThemenBearbeiten

Bis 1999 Angaben in DM, danach in Euro. In den ersten Jahren wurden auch dritte Preise und Förderpreise vergeben, die z. B. im Jahr 2001 20-mal 3.000 und 30-mal 1.000 Euro betrugen.[3]

Jahr Erste Preise Preisgeld Zweite Preise Preisgeld Thema
1997 5 Visuelle Zeitenwende? Bilder – Technik – Reflexionen
1999 5 10.000 7.500 Risiko! Der Umgang mit Sicherheit, Chance und Wagnis
2001 5 05.000 10 4.000 Bodycheck – Wieviel Körper braucht der Mensch?
2003 5 05.000 2.000 Tempo! – Die beschleunigte Welt
2005 5 05.000 10 2.000 Mythos Markt? Die ökonomische, rechtliche und soziale Gestaltung der Arbeitswelt
2006 5 05.000 10 2.000 Ausweg Wachstum? Arbeit, Technik und Nachhaltigkeit in einer begrenzten Welt
2007 5 05.000 05 2.000 Mittelpunkt Mensch? Leitbilder, Modelle und Ideen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben
2008 3 30.000
2009 3 30.000 07 3.000
2010–2013 3 30.000 06 3.000
2014–2016 3 25.000 06 5.000
2017 3 25.000 07 5.000

JurierungBearbeiten

Die Jury aus Mitgliedern des Kuratoriums des Deutschen Studienpreises wählt die besten Arbeiten aus. Die Verfasser werden eingeladen, bei insgesamt drei ganztägigen, nach den drei Kategorien getrennten Veranstaltungen ihre Forschungsergebnisse persönlich den Juroren zu präsentieren, um diese von der fachlichen Qualität und dem gesellschaftlichen Wert ihrer Forschungen zu überzeugen. In jeder Kategorie werden ein erster und zwei zweite Preise vergeben. Im Kuratorium sitzen Vertretern aus Wissenschaft, Medien und Politik, den Vorsitz hat der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Günter Stock.

PreisträgerBearbeiten

Erste Preise erhielten:[4]

  • 2019 Katharina Neumann, Kilian Huber, Frederik Kotz
  • 2018 Silke Braselmann, Johannes Wandt, Anne Christine Holtmann
  • 2017 Volker Strauss, Sebastian Schlund, Julia Strasheim
  • 2016 Astrid Séville, Elisabeth Wilhelm, Tom Pleiner
  • 2015 Anita Gohdes, Svenja Hinderer, Tim Neelmeier
  • 2014 Nicole Rippin, Sabine Donauer, Karl Sebastian Mandel
  • 2013 Annette Ranko, Philip Mader, Anne Jung
  • 2012 Jörg Frischeisen, Sabine Machhausen, Benjamin D. Hennig
  • 2011 Katrin Kinzelbach, Moritz Renner, Bengt-Frederick Belgardt
  • 2010 Martin Binder, Angela Kolbe, Hauke Marquardt
  • 2009 Berit Bliesemann de Guevara, Alexander Hellgardt, Tobias Otto
  • 2008 Gesine Marquardt, Hendrik Dietz, Stephan Sallat
  • 2007 Mikko Börkircher und Thilo Gamber, Christian Dries, Bianca Koczan, Martin Schröder und Martin Ehlert, Jakob Schillinger[5]
  • 2006 Elena Kikina, Philipp Krohn, Peter Schwarz, Emilio Marti und Marius Christen, Tobias Lorenz[6]
  • 2005 Anne Giebel und Christian Apfelbacher, Doris Eikhof, Christin-Melanie Fuchs, Karen Mühlenbein und Christiane Mück, Susanne Ludwig[7]
  • 2003 Nadine Schöneck, Wilhelm Hofmann und Stefan Huck, Johanna Marxer, Luise Duda und Anna Neumann, Daniel Shin Altmann[8]
  • 2001 Robin Hoffmann, Andreas Löschel, Carsten Dewey
  • 1999 Katja Eichler, Detlef Beltz, Gruppe Regensburger Studenten (Christoph Scherber, Anja Hoffmann, Fabian Filipp, Martin Gründl)
  • 1997 Julian Petrin und Christian Albrecht, Uwe Kurze und Danilo Ludwig, Andreas Eicker und Niels Albrecht

Weitere Preisträger 1997–2001 fehlend

KritikBearbeiten

Kritiker, insbesondere frühere Preisträgerinnen und Preisträger, bemängeln, dass es seit 2007 für Studierende und Fachhochschüler in Deutschland keinen vergleichbaren Wettbewerb zur frühen Förderung innovativer Ideen mehr gebe.[9]

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass der Wettbewerb den Namen „Deutscher Studienpreis“ ohne inhaltliche Berechtigung trägt, da er von einer privaten Stiftung und nicht etwa von der Bundesregierung ausgelobt wird.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schäuble übernimmt Schirmherrschaft des Deutschen Studienpreises. In: koerber-stiftung.de. 20. März 2017, abgerufen am 25. Mai 2018.
  2. Ein Blick zurück nach vorn: Hintergründe der konzeptionellen Neuausrichtung des Deutschen Studienpreises (PDF (Memento vom 8. April 2014 im Internet Archive); 84 kB)
  3. http://www.unireport.info/36065922/unireport_32002.pdf
  4. Preisträger. In: koerber-stiftung.de. Abgerufen am 19. Juli 2017.
  5. Körber-Stiftung Hamburg: Deutscher Studienpreis 2007 verliehen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: koerber-stiftung.de. 22. Mai 2007, archiviert vom Original am 7. März 2016; abgerufen am 20. Oktober 2015.
  6. Deutscher Studienpreis: Wie aus Mode Wachstum wird. In: spiegel.de. 8. Mai 2006, abgerufen am 20. Oktober 2015.
  7. Deutscher Studienpreis 2005 verliehen. In: bildungsklick.de. 3. Mai 2005, abgerufen am 20. Oktober 2015.
  8. Deutscher Studienpreis von der Körber-Stiftung verliehen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: stellenboersen.de. 26. Juni 2003, archiviert vom Original am 21. Oktober 2015; abgerufen am 21. Oktober 2015.
  9. Wer hat, dem wird gegeben. Kritischer Meinungsbeitrag zur geplanten Änderung des Ausschreibungskonzepts des DSP im Online-Magazin sciencegarden Wer hat, dem wird gegeben – sciencegarden