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DE-CIX Management GmbH

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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1995
Sitz Köln, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Harald A. Summa (Geschäftsführer)[1]
Website www.de-cix.net

Der Deutsche Commercial Internet Exchange (DE-CIX, Aussprache: [ˈdeːˌkiks]) ist ein Internet-Knoten in Frankfurt am Main und gemessen am Datendurchsatz der größte der Welt. Unter dem Dach der DE-CIX Group AG[2] sind alle nationalen und internationalen DE-CIX Aktivitäten und Gesellschaften zusammengefasst. Harald A. Summa, Sebastian Seifert und Ivo Ivanov sind als Vorstände für das globale Geschäft verantwortlich. Den Aufsichtsrat der DE-CIX Group AG bilden Felix Höger – ehemaliger COO & CTO der QSC AG und Gründer sowie langjähriger CEO der PIRONET NDH AG als Aufsichtsratsvorsitzender, Klaus Landefeld, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Rudolf van Megen, Vorsitzender des Vorstands des German ICT & Media Institutes e.V. (GIMI) sowie Gründer und langjähriger CEO der SQS Software Quality Systems AG.

GeschichteBearbeiten

Der DE-CIX wurde 1995, unter anderem durch Arnold Nipper, gegründet und war ursprünglich ein Projekt von drei Internet-Service-Providern (ISPs). Den Betrieb übernahm der eco Verband der Internetwirtschaft e. V. Mittlerweile wurden die kommerziellen Aktivitäten des DE-CIX in die DE-CIX Management GmbH mit Sitz in Köln überführt, eine hundertprozentige Tochter des eco-Verbandes.[3]

Nach eigenen Angaben wickelt der DE-CIX einen großen Teil des deutschen Peering-Verkehrs ab und ist nach angeschlossenen ISPs der viert-[4] und nach Verkehrsaufkommen der größte Internetknoten der Welt[5] (Stand: April 2019). 1999 zog der DE-CIX in ein neues Rechenzentrum der Firma Interxion an der Hanauer Landstraße in Frankfurt am Main um. 2012 hatte die technische Infrastruktur des DE-CIX Frankfurt eine sternförmige Topologie und ist auf insgesamt 32 Rechenzentren (RZ) der Betreiber e-shelter, Equinix, Level(3), ITENOS, Interxion, New Telco, Telecity Group (jetzt Equinix), Global Switch, Keppel DC, Maincubes und Telehouse im Frankfurter Stadtgebiet verteilt.[6] Während des Jahres 2018 fand der größte Umzug in der Geschichte von DE-CIX statt. Dabei wurden etwa 15 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und die Anschlüsse von 450 Kunden während dem laufenden Betrieb migriert. Der neue Standort befindet sich auf dem Campus Kleyerstraße in Frankfurt-Gallus.

TechnikBearbeiten

 
Ein 19-Zoll-Rack für mehrere Switches im DE-CIX (2011)

Die verteilte Switch-Infrastruktur ermöglicht den ISPs, gegen eine von der Portgröße abhängige monatliche Pauschalgebühr Daten auszutauschen („Peering“). Die Anschaltung der Mitglieder erfolgt wahlweise über fractional Gigabit-Ethernet (0,2 Gbps), Gigabit-Ethernet, fractional 10-Gigabit-Ethernet (2,5 Gbps), 10-Gigabit-Ethernet-Ports oder 100-Gigabit-Ethernet-Ports.[7]

Im April 2001 ging der DE-CIX 2 in Betrieb, um die Platzprobleme im alten Rechenzentrum zu lösen und die Ausfallsicherheit zu steigern. Der neue und der alte Standort wurden durch Glasfaserleitungen miteinander verbunden. Der steigende Internet-Verkehr sowie die Anforderung nach weiterer Ausfallsicherheit machten es notwendig, im Januar 2004 einen dritten DE-CIX-Knoten in Betrieb zu nehmen, der bei der Firma Telecity Group in der Gutleutstraße in Frankfurt am Main installiert wurde. An allen drei Standorten stand bis Ende 2006 jeweils ein Switch des Typs Cisco Catalyst 6509-NEB-A. Danach wurden die Switches durch neue TeraScale E1200 von Force10 ersetzt und gleichzeitig ein vierter DE-CIX-Knoten in der Kleyerstraße in Betrieb genommen. Die alte Cisco-Hardware wird seitdem in dem ebenfalls von der DE-CIX Management GmbH betriebenen Hamburger WORK-IX eingesetzt. Im 1. Quartal 2009 wurden die zwei Force10-Switches des DE-CIX-Kernnetzes durch Brocade (ehemals Foundry Networks) MLX-32 Switches ersetzt.[8] Um dem weiteren Ausbaubedarf gerecht zu werden, wurden ab Ende 2009 die TeraScale E1200 durch ExaScale E1200i von Force10 ersetzt. Im April 2013 verkündete DE-CIX den Aufbau von DE-CIX Apollon. Diese besteht aus einem optischen Netz auf Basis von ADVA FSP3000 und Nokia 7950 XRS. Die Plattform bietet 100-Gigabit-Ethernet-Ports und steht seit dem 1. September 2013 zur Verfügung.[9] An allen Standorten von DE-CIX (außer UAE-IX in Dubai sowie Mumbai IX) werden die Netzwerke der Kunden durch Blackholing vor DDoS-Angriffen geschützt.[10] Seit dem 21. März 2019 werden – als weltweit erster Internet-Knoten – 400-Gigabit-Ethernet-Ports angeboten.[11]

Seit 2018 setzt DE-CIX den weltweit ersten Patch-Roboter ein. Die Maschine übernimmt vollautomatisch das Umstecken von Kabeln, so dass zur Einrichtung neuer Verbindungen keine Techniker vor Ort mehr notwendig sind.[12] Der DE-CIX-Roboter wurde 2018 bei den Global Carrier Awards als beste Internet-Exchange-Innovation ausgezeichnet.[13]

 
Netzwerkschema

StandorteBearbeiten

Der Internetknoten ist in mehreren Rechenzentren in Frankfurt am Main redundant untergebracht. Die einzelnen derzeitigen Standorte sind:[14]

Standorte Adresse
CenturyLink (Level 3) Kleyerstr. 90, 60326 Frankfurt
Colt Frankfurt 1 60314 Frankfurt
Digital Realty FRA10 Wilhelm-Fay-Str. 24, 65936 Frankfurt    
Digital Realty FRA11 Lyonerstr. 28, 60528 Frankfurt
Equinix FR2 Kruppstr. 121–127, 60388 Frankfurt       
Equinix FR4 Lärchenstr. 110, 65933 Frankfurt
Equinix FR5 Kleyerstr. 90, 60326 Frankfurt

(via MMR)

Equinix FR6 Lärchenstr. 110, 65933 Frankfurt         
Equinix FR7

(former TelecityGroup)

Gutleutstr. 310, 60327 Frankfurt
e-shelter FRA1 Eschborner Landstr. 100, 60489 Frankfurt
e-shelter FRA2 Hanauer Landstr. 320, 60314 Frankfurt
e-shelter FRA4 Voltastr. 15, 65795 Hattersheim am Main
Global Switch Eschborner Landstr. 110, 60489 Frankfurt
Interxion FRA1 Hanauer Landstr. 302, 60314 Frankfurt  
Interxion FRA2 Hanauer Landstr. 304, 60314 Frankfurt
Interxion FRA3 Weissmüllerstr. 21–23, 60314 Frankfurt
Interxion FRA4 Weissmüllerstr. 19, 60314 Frankfurt     
Interxion FRA5 Hanauer Landstr. 308a, 60314 Frankfurt
Interxion FRA6 Hanauer Landstr. 300a, 60314 Frankfurt
Interxion FRA7 Hanauer Landstr. 296a, 60314 Frankfurt
Interxion FRA8 Weissmüllerstr. 36, 60314 Frankfurt
Interxion FRA9 Weissmüllerstr. 25–27, 60314 Frankfurt
Interxion FRA10 Weissmüllerstr. 38, 60314 Frankfurt
Interxion FRA11 Weissmüllerstr. 40, 60314 Frankfurt     
Interxion FRA12 Weissmüllerstr. 29–31, 60314 Frankfurt
Interxion FRA13 Weissmüllerstr. 42, 60314 Frankfurt
ITENOS Kleyerstr. 90, 60326 Frankfurt

(MMR BE.16)

Keppel DC Frankfurt 1 (KDC FRA 1) Heinrich-Lanz-Allee 47, 60437 Frankfurt
KPN Kleyerstr. 90, 60326 Frankfurt   
maincubes FRA01 Goethering 29, 63067 Offenbach
NewTelco Rebstöckerstr. 25–31, 60326 Frankfurt

(Building B, Room B.1.10)

Telehouse Kleyerstr. 79, 60326 Frankfurt

(Building I and K)

Zusätzlich zu Frankfurt betreibt DE-CIX in Deutschland derzeit Austauschpunkte in Berlin (DE-CIX powered by BCIX), Düsseldorf, Hamburg und München. Außerhalb Deutschlands betreibt DE-CIX Internet-Knoten in Dallas, Dubai (UAE-IX), Istanbul, Madrid, Marseille, Mumbai (Mumbai-IX powered by DE-CIX), New York und Palermo.[15] Im Herbst 2018 kündigte DE-CIX die Eröffnung seines Standorts in Lissabon an.[16] Seit Oktober 2018 ist das Unternehmen auch in Moskau (MSK-IX powered by DE-CIX) vertreten.[17] Im ersten Quartal 2019 kündigte DE-CIX den Ausbau seiner Präsenz in Indien an. Dort wird das Joint-Venture DE-CIX Interwire Internet Services Ltd. drei neue Standorte in Delhi, Kalkutta und Chennai unter der Marke DE-CIX eröffnen.[18]

DatenrateBearbeiten

Im Januar 2019 waren mehr als 850 Internetdienstanbieter und andere Organisationen aus mehr als 70 Ländern am DE-CIX angebunden, darunter praktisch alle großen Internet-Service-Provider. Der Datendurchsatz hat im September 2012 erstmals die Marke von 2 Terabit pro Sekunde überschritten[19], im April 2015 die Marke von 4 Terabit pro Sekunde[20] und im Dezember 2017 über 6 Terabit pro Sekunde.[21] Am 19. September 2019 wurden erstmals die 7 Terabit pro Sekunde überschritten.[22] Laut Geschäftsbericht besaß DE-CIX Ende 2018 eine angeschlossene Kundenkapazität von über 45 Tbit/s.[23]

Datendurchsatz zu Spitzenzeiten
Durchsatz Datum
16 Gbit/s Dez. 2003[24]
23 Gbit/s Aug. 2004[24]
49 Gbit/s Okt. 2005[24]
90 Gbit/s Nov. 2006[25]
300 Gbit/s Dez. 2007[25]
407 Gbit/s Mai 2008[25]
800 Gbit/s Juli 2009[26]
1,2 Tbit/s Aug. 2010[27]
1,4 Tbit/s März 2011[28]
2,0 Tbit/s Sep. 2012[29]
2,6 Tbit/s Okt. 2013[30]
3,0 Tbit/s Jan. 2014[31]
3,4 Tbit/s März 2014[32]
3,9 Tbit/s Jan. 2015
4,0 Tbit/s Apr. 2015[33]
4,4 Tbit/s Aug. 2015[34]
4,5 Tbit/s Sep. 2015[35]
5,0 Tbit/s Dez. 2015[36]
5,6 Tbit/s Dez. 2016[37]
5,88 Tbit/s Sep. 2017[38][39]
6,027 Tbit/s Dez. 2017[40]
6,876 Tbit/s Feb. 2019[41]
7,1 Tbit/s Sep. 2019[22]
Durchschnittlicher Datendurchsatz
Durchsatz Datum
400 Gbit/s Juli 2009[26]
682 Gbit/s Aug. 2010[27]
900 Gbit/s Jan. 2011[28]
1,2 Tbit/s Aug. 2012[29]
1,6 Tbit/s Nov. 2013[42]

Weit weniger Traffic war für das neue Internetprotokoll IPv6 messbar. Im März 2012 liefen durchschnittlich nur 0,8 Gigabit/s an IPv6-Traffic über den DE-CIX, was 0,088 % des IPv4-Traffics entsprach. Nach dem World IPv6 Launch Day am 6. Juni 2012 liefen in Spitzenzeiten (zumeist gegen 21:00 Uhr) schon 3,5 Gigabit/s durch den DE-CIX. Im Mai 2013 liefen durchschnittlich 8 Gbit/s über den DE-CIX. Neuere Statistiken über den IPv6-Anteil liegen nicht vor.

Inlandsspionage am DE-CIX durch den BundesnachrichtendienstBearbeiten

Überwachungsmaßnahmen von Geheimdiensten am DE-CIXBearbeiten

Im Zuge der Enthüllungen in den Jahren 2013–2015 zu der Arbeit der National Security Agency (NSA) und des Bundesnachrichtendienstes (BND) geriet der DE-CIX verstärkt in den Fokus, da man vermutete, dass die NSA dort direkt Daten ausleite. Dies sei jedoch „technisch unmöglich“, so die Betreiber des DE-CIX. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die NSA mit Hilfe des Foreign Intelligence Surveillance Acts amerikanische Netzanbieter, die an den DE-CIX angebunden sind, verpflichtet, die Überwachungsmaßnahmen durchzuführen.[43]

Klaus Landefeld, Beirat der DE-CIX Management GmbH, berichtete am 26. März 2015 im NSA-Untersuchungsausschuss von der Abhörpraxis des BND am DE-CIX seit 2009, da nach dem Ende der Operation Eikonal im Jahr 2008 der BND neue Möglichkeiten zur Überwachung des Internets suchte. Landefeld führte aus, dass der BND sich nicht nur für außerdeutsche Leitungen interessiere, wie etwa in den arabischen Raum, sondern auch für innerdeutsche Leitungen, auf denen über 90 Prozent des Verkehrs grundrechtsgeschützt sei. Es ließe sich „absolut nicht trennscharf“ entscheiden, was im Netz „deutsch ist oder nicht“. Auch die 20-Prozent-Regel, nach der Geheimdienste ein Fünftel der Leitungskapazität ausleiten dürfen, würde nicht real praktiziert, so Landefeld. Die Provider legen ihre Leitungen so an, dass sie in der Regel nur zu 30 oder 40 Prozent ausgelastet seien. Mit der 20-Prozent-Regel lande man bei 50 bis 60 Prozent des durchgeleiteten Verkehrs, was nicht im Sinne des Gesetzes sei.[44]

Auch soll das Bundeskanzleramt mehrmals interveniert haben und sowohl die G-10-Kommission, als auch die Bundesnetzagentur davon abgehalten haben, das Abhören zu untersuchen.[45][46]

Klage der DE-CIX Management GmbH gegen das BundesinnenministeriumBearbeiten

Am 22. April 2015 gab die Betreibergesellschaft des Internet-Knotens DE-CIX bekannt, vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die Überwachungsmaßnahmen des Bundesnachrichtendienstes (BND) klagen zu wollen, da die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen für unzulässig gehalten wird.[47] In einem für die DE-CIX Management GmbH erstellten Gutachten kommt der Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts und emeritierter Professor für öffentliches Recht, Hans-Jürgen Papier, zu dem Fazit, dass die Massenüberwachung des BND an Internet-Knoten illegal ist. Laut Papier kann der Geheimdienst Gesetze weder rechtlich noch tatsächlich einhalten und „missachtet und überschreitet“ Grundsätze des Grundgesetzes.[48][49][50] Die DE-CIX Management GmbH gab daraufhin am 16. September 2016 in einer Pressemitteilung bekannt, die Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht zu haben.[51] Einer der Gründe für die Klage sei, dass durch die Novelle des BND-Gesetzes die Problematik noch weiter verschärft worden sei.[52] Die Klage stütze sich ferner auf das erwähnte Gutachten sowie auf die bisherigen Ergebnisse des NSA-Untersuchungsausschusses. Weiterhin wendet sich die Klage gegen die Inanspruchnahme durch den BND im Rahmen der strategischen Fernmeldeüberwachung.

Das Bundesinnenministerium hatte auf Antrag des BND eine Beschränkung des Fernmeldegeheimnisses auf der Grundlage von § 5 Artikel 10-Gesetz (G 10) angeordnet. Der BND hat der DE-CIX Management GmbH diese Anordnung mit Schreiben vom 26. August 2016 in Auszügen übermittelt, ihr als verpflichtete Telekommunikationsanbieterin paketvermittelte Übertragungswege benannt und um weitere Veranlassung gebeten. Mit ihrer Klage, über die das erstinstanzlich zuständige Bundesverwaltungsgericht zu entscheiden hat, macht die DE-CIX Management GmbH geltend, dass Daten aus einem rein inländischen Netzknotenpunkt erhoben würden und auch rein inländischer Telekommunikationsverkehr ausgewertet werde, obwohl § 5 G 10 nur zur Überwachung von internationalen, d. h. grenzüberschreitenden Telekommunikationsbeziehungen ermächtige. Zudem erhebe der BND den Datenverkehr eines bestimmten Ports vollständig ohne die gesetzlich vorgesehene quantitative Beschränkung auf 20 %. Schließlich sei die gesetzliche Ermächtigung des § 5 G 10 verfassungswidrig; zudem verstoße die Schlechterstellung von Ausländern gegen unionsrechtliche Diskriminierungsverbote.

Am 30. Mai 2018 wurde der Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig verhandelt; dieses hat in erster und letzter Instanz auf die Klage der DE-CIX Management GmbH entschieden, dass das Bundesministerium des Innern (BMI) sie verpflichten kann, bei der Durchführung strategischer Fernmeldeüberwachungsmaßnahmen durch den Bundesnachrichtendienst (BND) mitzuwirken.[53][54][55][56][57] Die DE-CIX Management GmbH akzeptiert das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Rechtmäßigkeit der BND-Spionage jedoch nicht. Es sieht die vorgebrachten Fragen nicht geklärt und den Rechtsschutz gefährdet. „Wir sind uns mit unserem Gang nach Karlsruhe sehr sicher“, erklärte Klaus Landefeld, Aufsichtsrat der Management-Gesellschaft, gegenüber heise online. Es gelte, die zahlreichen vom Bundesverwaltungsgericht ungeklärten Rechtsfragen dem Bundesverfassungsgericht vorzulegen. Das Urteil wirft laut dem DE-CIX-Management damit insgesamt Fragen zum effektiven Rechtsschutz auf. So könnten Bürger ohne die erforderlichen Detailkenntnisse nicht darlegen, dass sie selbst von der BND-Überwachung in Frankfurt betroffen seien. Die verpflichteten Unternehmen wiederum dürften die Rechte der Bürger nicht geltend machen.[58]

Störungen und AusfälleBearbeiten

  • 16. April 2003 – Zwei Switches mussten wegen Problemen neu gestartet werden[59]
  • 15. Dezember 2003 – Ausfall der Gigabit-Ethernet-Module in DE-CIX2[60]
  • 17. Oktober 2005 – Teilausfall wegen eines Software-Problems[61]
  • 8. Juni 2010 – Massive Störung von Providernetzen wegen Ethernet-Loop auf einem Port des neuen Force10-Switches[62]
  • 13. August 2011 – Mehrere Verbindungen zu anderen Netzbetreibern gestört
  • 3. August 2012 – Störung an einem Coreswitch führt zu massiven Problemen bei den angeschlossenen Netzbetreibern
  • 1./2. September 2012 – Eine Störung des core02-Switch führt zu hohem Paketverlust
  • 27./28. September 2013 – Kurzfristige Störung gegen Mitternacht
  • 9./10. April 2018 – Stromausfall bei Interxion im Datacenter FRA5 (betroffen auch DE-CIX6)[63]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Imprint - DE-CIX.
  2. Neue Unternehmensstruktur beim weltweit führenden Internetknoten-Betreiber DE-CIX. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  3. Kurzprofil DE-CIX Management GmbH, DE-CIX Pressemitteilungen, abgerufen am 11. Oktober 2013
  4. Rangfolge der weltweiten Internet-Knoten, nach angeschlossenen ISPs sortiert (englisch), pch.net (Stand: April 2019)
  5. Rangfolge der weltweiten Internetknoten, nach Traffic sortiert (englisch), pch.net (Stand: April 2019)
  6. Availability Matrix DE-CIX Frankfurt In: de-cix.net. Abgerufen am 12. Mai 2014.
  7. Netzstruktur: Wo das deutsche Internet wohnt, Zeit Online vom 29. November 2012
  8. First new DE-CIX Core Switch implemented successfully. (PDF) In: DE-CIX February Newsletter. DE-CIX Management GmbH Frankfurt, Februar 2009, S. 2–3, archiviert vom Original am 4. Januar 2012; abgerufen am 16. Januar 2014 (englisch).
  9. Deutscher Internet-Knoten DE-CIX: Peering mit 100 GBit/s heise Netze vom 10. April 2013
  10. Blackholing - DE-CIX. In: de-cix.net. Abgerufen am 5. Dezember 2017.
  11. DE-CIX first Internet Exchange worldwide to offer 400-Gigabit Ethernet access technology. Abgerufen am 3. April 2019 (englisch).
  12. Inga Janović: De-Cix in Frankfurt: Am Internetknoten zieht erstmals ein Roboter die Strippen. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 2. Juli 2019]).
  13. Global Carrier Awards 2018: DE-CIX’s patch robot chosen as “Best Internet Exchange Innovation”. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  14. Enabled sites - DE-CIX. DE-CIX Frankfurt Standorte in Betrieb. In: de-cix.net. Abgerufen am 5. Dezember 2017 (englisch).
  15. Locations - DE-CIX. In: de-cix.net. Abgerufen am 5. Dezember 2017.
  16. DE-CIX eröffnet neuen Internet Exchange in Lissabon. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  17. Interconnecting Moskau und Frankfurt: DE-CIX und MSK-IX unterzeichnen Vereinbarung über strategische Partnerschaft. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  18. DE-CIX erweitert Präsenz in Indien: Neue Standorte in Delhi, Kalkutta und Chennai. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  19. Rekord am DE-CIX: 2 Terabit pro Sekunde, heise online vom 22. September 2012
  20. DE-CIX erreicht erstmals über 4 Tbit/s Datendurchsatz, computerbase.de vom 30. April 2015
  21. New IX World Record in Frankfurt: 6.027 Terabits Peak Traffic,DE-CIX vom 6. Dezember 2017
  22. a b Über 7 Terabit pro Sekunde geknackt: Neuer Daten-Weltrekord am DE-CIX in Frankfurt. 20. September 2019, abgerufen am 21. September 2019.
  23. DE-CIX veröffentlicht Geschäftszahlen 2018:Starkes globales Umsatz- und Kundenwachstum prägt die Internationalisierung. Abgerufen am 31. August 2019.
  24. a b c Update DE-CIX @ EIX RIPE 51 Präsentation vom 13. Oktober 2005 zum DE-CIX am RIPE 51, Seite 4 (pdf; 1,0 MB)
  25. a b c DECIX Update RIPE57 (PDF; 1,0 MB) Präsentation vom Oktober 2008 zum DE-CIX am RIPE 57, Seite 2
  26. a b DE-CIX halbiert Preise für kleine Provider, golem.de vom 13. Juli 2009
  27. a b Internetknoten: Mehr als 1 TBit/s am DE-CIX, golem.de vom 31. August 2010
  28. a b DE-CIX: Internet-Verkehr wächst bis 2015 um den Faktor 20, heise online vom 28. Januar 2011
  29. a b Rekord am DE-CIX: 2 Terabit pro Sekunde, heise online vom 22. September 2012
  30. DE-CIX - News. In: de-cix.net. Abgerufen am 17. November 2013.
  31. DE-CIX – News. In: de-cix.net. Abgerufen am 25. Januar 2014.
  32. DE-CIX. In: de-cix.net. Archiviert vom Original am 23. März 2014; abgerufen am 23. März 2014.
  33. DE-CIX. In: de-cix.net. Abgerufen am 30. April 2015.
  34. 4.4 Terabit/s peak traffic and 16.5 Terabits connected customer capacity. In: de-cix.net. Abgerufen am 25. August 2015.
  35. New milestone at DE-CIX Frankfurt: 4.5 Terabit per second peak traffic. In: de-cix.net. Abgerufen am 17. September 2015.
  36. Peak Data Traffic at DE-CIX Breaks 5 Terabit per Second Record. In: de-cix.net. Abgerufen am 9. Dezember 2015.
  37. Weltgrößter Internetknoten DE-CIX: Alle Zeichen stehen auf Wachstum. In: DE-CIX. 14. Februar 2017, abgerufen am 26. Juni 2017 (englisch).
  38. Statistics - DE-CIX. In: DE-CIX. 13. September 2017, abgerufen am 13. September 2017 (englisch).
  39. Andrijan Möcker: 5,88 TBit/s: Rekord am DE-CIX geknackt – heise online. In: heise.de. 13. September 2017, abgerufen am 13. September 2017.
  40. Peak New IX World Record in Frankfurt: 6.027 Terabits per Second Peak Traffic. In: de-cix.net. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  41. DE-CIX Frankfurt traffic statistics - DE-CIX. Abgerufen am 22. Februar 2019.
  42. Monatsstatistik PNG-Grafik. In: de-cix.net. Archiviert vom Original am 17. November 2013; abgerufen am 17. November 2013.
  43. Thomas Thiel: NSA-Spionage am Frankfurter Netzknoten? – Der bequemere Weg zu den Datenströmen. FAZ, 3. Juli 2013, abgerufen am 14. August 2015.
  44. Klaus Landefeld im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: Wie der BND seit 2009 den Internet-Knoten DE-CIX anzapft. netzpolitik.org, 30. März 2015, abgerufen am 31. März 2015.
  45. NSA-Ausschuss: „BND hat freie Hand bei der Internetüberwachung“. Heise.de, 26. März 2015, abgerufen am 26. März 2015.
  46. NSA-Ausschuss: „DE-CIX erhebt schwere Vorwürfe wegen BND-Abhörung“. golem.de, 26. März 2015, abgerufen am 26. März 2015.
  47. Betreiber des DE-CIX will gegen BND-Überwachung klagen. 23. April 2015, abgerufen am 23. April 2015.
  48. Gastbeitrag: Ex-Präsident des Bundesverfassungsgerichts: „BND-Zugriff auf Internet-Knoten wie DE-CIX ist insgesamt rechtswidrig“ – netzpolitik.org. In: netzpolitik.org. 5. August 2016, abgerufen am 5. August 2016.
  49. rsw.beck.de: Professor Dr. Hans-Jürgen Papier: Beschränkungen der Telekommunikationsfreiheit durch den BND an Datenaustauschpunkten (PDF-Datei)
  50. Stefan Krempl: Verfassungsrechtler: BND-Datenabgriffe an Netzknoten sind hochgradig illegal – heise online. In: heise.de. 6. August 2016, abgerufen am 7. August 2016.
  51. Pressemitteilung DE-CIX — Informationen zur Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland. 16. September 2016, abgerufen am 11. April 2018.
  52. NSA-Skandal und BND-Überwachung: Internet-Knoten De-CIX klagt gegen die Bundesrepublik. 16. September 2016, abgerufen am 16. September 2016.
  53. Verfahrensinformation zu 6 A 3.16 – Bundesverwaltungsgericht. In: bverwg.de. Abgerufen am 29. Mai 2018.
  54. Ronen Steinke: Betreiber des weltgrößten Internetknotens wirft BND Rechtsbruch vor. In: sueddeutsche.de. 28. Mai 2018, abgerufen am 29. Mai 2018.
  55. Pressemitteilung Nr. 38/2018 – Bundesverwaltungsgericht. In: bverwg.de. 30. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018.
  56. Oliver Bünte: Gerichtsurteil: BND darf weiterhin Internet-Knoten De-CIX anzapfen – heise online. In: heise.de. 31. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018.
  57. tagesschau.de: Internetknotenpunkt De-Cix: Gericht billigt BND-Abhörpraxis. In: tagesschau.de. 31. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018.
  58. Stefan Krempl: BND-Überwachung: De-CIX-Betreiber will vors Bundesverfassungsgericht – heise online. In: heise.de. 31. Mai 2018, abgerufen am 31. Mai 2018.
  59. Internet steckte DE-CIX-Ausfall gut weg, heise online vom 16. April 2003
  60. Switch-Ausfall am Internet-Knoten DE-CIX, heise online vom 15. Dezember 2003
  61. Teilausfall am Internet-Knoten DE-CIX ohne gravierende Auswirkungen, heise online vom 17. Oktober 2005
  62. DE-CIX: Switch-Fehler störte Provider-Netze, heise online vom 8. Juni 2010
  63. DE-CIX on Twitter. In: Twitter. Abgerufen am 9. April 2018.