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Dörnten ist ein Teil der Gemeinde Liebenburg im Landkreis Goslar in Niedersachsen und hat 1326 Einwohner.

Dörnten
Gemeinde Liebenburg
Wappen von Dörnten
Koordinaten: 51° 58′ 34″ N, 10° 24′ 9″ O
Höhe: 185 m ü. NN
Einwohner: 1209 (30. Jun. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 38704
Vorwahl: 05346
Dörnten (Niedersachsen)
Dörnten

Lage von Dörnten in Niedersachsen

GeographieBearbeiten

OrtsgliederungBearbeiten

Zu Dörnten gehört der Ortsteil Kunigunde.

LageBearbeiten

Am Nordharzrand und am Südrand des Salzgitter-Höhenzuges bildet Dörnten zusammen mit elf anderen Dörfern die Gemeinde Liebenburg. Die nächsten Nachbarorte sind Groß Döhren und Klein Döhren, Hahndorf, Jerstedt, Bredelem, Ostharingen, Kunigunde und Heißum.

NachbarorteBearbeiten

Upen
Ostharingen
Kunigunde
Othfresen
Heißum
Liebenburg
Döhren
Bredelem   Weddingen
Langelsheim Jerstedt
Astfeld
Hahndorf
Goslar

GeschichteBearbeiten

 
Dorfkirche von Dörnten
 
Epitaph des Bernardus de Dornten von 1334 in der Kaiserpfalz zu Goslar.

Dörnten als einer der im Leragau liegenden Orte taucht erstmals im Jahre 1053 in einer Urkunde des römisch-deutschen Kaisers Heinrich III. (1016–1056) als Dornzuni (Dornenzaun) auf. Das Dörntener Wappen verweist auf diesen „Dornenzaun“. Das Wappen wurde mit drei Rosen schon von der früher in Goslar ansässigen Familie von Dörnten geführt. 1133 tauchen die Herren von Thorntunen in einer Urkunde auf. Diese hatten vermutlich einen von einem Dornenwall eingezäunten Hof.

Dörnten ist vermutlich älter als die umliegenden Orte, da im Ortsnamen keine typischen Suffixe des Hochmittelalters auftreten. Hinzu kommt die Tatsache, dass bereits im 14. Jahrhundert ein Klein Dörnten erwähnt wird, was wohl auf ein frühes und längerfristiges Bevölkerungswachstum Groß Dörntens zurückzuführen ist. Dies machte die Gründung eines neuen Dorfes erforderlich. Das heutige Dörnten besteht nur noch aus dem früheren Groß Dörnten. Der Nachbarort muss also zwischenzeitlich wüst gefallen sein.

Lebten die Menschen bis ins 19. Jahrhundert noch von der Landwirtschaft, so kam in der Folgezeit der Bergbau im Salzgitter-Höhenzug als Erwerbsquelle hinzu. Ab 1843 wurde an drei Orten Erz gewonnen, mit dem ab 1869/70 das Hüttenwerk in Othfresen beliefert wurde. Im Ort entstand außerdem eine Bergarbeitersiedlung der Grube Georg-Friedrich.

Seit dem Mittelalter gehörte Dörnten zum Amt Liebenburg im Hochstift Hildesheim. Die Zugehörigkeit zum Hochstift wurde durch die Hildesheimer Stiftsfehde unterbrochen, als mit dem Quedlinburger Rezess von 1523 das Amt Liebenburg an Braunschweig-Wolfenbüttel fiel. In dieser Zeit wurde die lutherische Reformation eingeführt. 1643 kam das Amt Liebenburg wieder unter fürstbischöflich-hildesheimische Herrschaft. Nach der Säkularisation des Hochstifts fiel es 1802 an Preußen, gehörte von 1807 bis 1812 zum Königreich Westphalen, danach bis 1866 zu Hannover und anschließend wieder zu Preußen. Verwaltet wurde der Ort bis 1884 vom Kreis Liebenburg, danach bis in die 1940er Jahre vom Landkreis Goslar. 1942 kam Dörnten im Rahmen eines Gebietsaustauschs zum Land Braunschweig und mit diesem 1946 zum Bundesland Niedersachsen.

Am 1. Juli 1972 wurde Dörnten in die Gemeinde Liebenburg eingegliedert.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung Jahr Einwohner
 
2011 1.293
2012 1.260
2013 1.241
2014 1.222
2015 1.209
2016 1.209

2011–2015 jeweils zum 31. Dezember des Jahres,
2016 zum 30. Juni des Jahres
Quelle: [1]

ReligionenBearbeiten

 
Dorfkirche Dörnten, Südseite, mit Portalvorhalle, Lutherlinde und Kriegerdenkmal

In Dörnten befindet sich eine evangelisch-lutherische Kirche; ihre Kirchengemeinde gehört zur Propstei Goslar. Das 1968 erbaute katholische Kirchhaus St. Christophorus wurde inzwischen wieder geschlossen.

KircheBearbeiten

Der heutige Kirchturm der Dorfkirche Dörnten soll bereits um 1000 vorhanden gewesen sein. Damals hatte er jedoch eine militärische Funktion. Untersuchungen legen nahe, dass das Kirchenschiff etwa 100 Jahre später angebaut wurde. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1724 ist die Kirche restauriert, vergrößert und mit einem Altaraufsatz versehen worden.

PolitikBearbeiten

Ortsratswahl 2016[3]
Wahlbeteiligung: 58,53 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
64,14 %
35,85 %

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Dörnten setzt sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen (Veränderungen zu 2011):

  • SPD: 4 Sitze (±0)
  • CDU: 3 Sitze (±0)

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Gunter Pramann (SPD).[4]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

In Dörnten liegt die Kreuzung zweier Kreisstraßen, die Heißum mit Jerstedt in Nord-Süd-Richtung sowie die Bundesstraße 6 mit einer weiteren Kreisstraße zwischen Groß Döhren und Hahndorf in West-Ost-Richtung verbinden.

LiteraturBearbeiten

  • Chronik von Dörnten, 950 Jahre. Dörnten 2003.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

Zu den Abschnitten Geschichte und Kirche:

  • Thomas Dahms und Jennifer Wimmer: Rund um den Salzgitter-Höhenzug. Kulturlandschaft & Natur erleben. Ostfalia-Verlag, Osterwieck 2013, ISBN 978-3-926 560-68-1.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Der Landkreis Goslar im Überblick - Zahlen, Daten, Fakten.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 270.
  3. Webseite der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg, abgerufen am 1. Oktober 2016.
  4. Zusammensetzung des Ortsrates von Dörnten (Webseite der Gemeinde Liebenburg), abgerufen am 30. Mai 2017.