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Comair (Südafrika)

südafrikanisches Unternehmen
Comair
Logo der Comair
Boeing 737-300 der Comair eingesetzt unter der Marke British Airways
IATA-Code: MN
ICAO-Code: CAW
Rufzeichen: COMMERCIAL
Gründung: 1946
Sitz: Johannesburg,
SudafrikaSüdafrika Südafrika
Drehkreuz:
Heimatflughafen:

Johannesburg O. R. Tambo

Unternehmensform: Limited
ISIN: ZAE000029823
IATA-Prefixcode: 161
Leitung:

D. Novick

Mitarbeiterzahl: 2141 (2017/18)
Umsatz: R 6,54 Milliarden (2017/18)
Gewinn: R 325,6 Millionen (2017/18)
Fluggastaufkommen: 5.801.191 (2017/18)
Flottenstärke: 29 (+ 8 Bestellungen) (mit Kulula)
Ziele: national und international
Website: www.comair.co.za

www.kulula.com
www.britishairways.com

Comair ist eine südafrikanische Fluggesellschaft und die älteste private Airline des Landes mit Geschäftssitz in Johannesburg und Heimatbasis auf dem Flughafen O. R. Tambo. Sie führt ihren Flugbetrieb nicht mehr unter eigenem Namen durch, sondern nutzt die zwei Marken Kulula und British Airways für den Außenauftritt. Unter der Eigenmarke Kulula bietet Comair Billigflüge an, unter der Marke British Airways bedient sie Strecken im Südlichen Afrika im Auftrag der britischen Fluggesellschaft.

GeschichteBearbeiten

 
Boeing 737-800 der Comair im Markenauftritt Kulula

Die Fluggesellschaft wurde am 14. Juli 1946 als Commercial Air Service von A.C. Joubert, J.M.S. Martin, L. Zimmerman und J.D. Human, die während des Zweiten Weltkrieges in der South African Air Force tätig waren, gegründet. Ab 1948 führte sie Flüge zwischen dem Rand Airport in Johannesburg und Durban durch, wofür eine Cessna 195 genutzt wurde.

Die Fluglinie hatte in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens ein rasches Wachstum zu verzeichnen und bediente 1992 einige der Hauptrouten in Südafrika. Sie nutzte schließlich mehrere Boeing 737-200. Neben den nationalen Zielen flog sie auch Städte in den Nachbarstaaten an, unter anderem Gaborone und Harare.

Nachdem Comair ab 1996 Auftragsflüge im Markenauftritt von British Airways durchführte, gründete sie im Jahr 2001 unter der Eigenmarke Kulula eine Billigflug-Firmensparte, die seitdem zielstrebig ausgebaut wird und durch Zusatzleistungen wie Mietwagen und Unterkünfte nach dem Vorbild von easyJet ergänzt wurde. Seit 2000 hält British Airways eine Minderbeteiligung von 18 Prozent an Comair. 30 Prozent der Gesellschaft befinden sich im Eigentum des Managements, fünf Prozent im Eigentum der Mitarbeiter. 38 Prozent werden von institutionellen Anlegern und Kleinanlegern gehalten. Das Unternehmen ist an der Johannesburger Börse gelistet.

Comair hat im Finanzjahr 2017/2018 das 72. Jahr in Folge einen Gewinn vermeldet. Der Gewinn lag bei 325,6 Millionen Rand.[1]

MarkenauftritteBearbeiten

Comair ist unter zwei Markennamen als Fluggesellschaft in Südafrika tätig:

British AirwaysBearbeiten

Das Franchise-Abkommen mit British Airways wurde 1995 unterzeichnet und der Flugbetrieb unter diesem Markenauftritt im Jahr 1996 aufgenommen. Zu Beginn der Partnerschaft flog Comair als British Airways Comair, danach als British Airways Regional und seit Anfang der 2000er-Jahre unter dem Namen British Airways. Sie führt die Auftragsflüge nicht mit eigenen, sondern mit Flugnummern der British Airways durch (BA6200 bis 6449).[2]

KululaBearbeiten

 
Logo des Eigenmarke Kulula

Comair richtete am 1. August 2001 die Unternehmenssparte Kulula ein[3] und wurde unter diesem Markenauftritt zum ersten Anbieter von Billigflügen im südlichen Afrika. Der Name lässt sich vom Zulu-Wort für „leicht“ oder „einfach“ herleiten. Weil Kulula keine Fluggesellschaft, sondern nur ein Markenname der Comair ist, werden die Billigflüge unter dem IATA- und ICAO-Code der Comair durchgeführt.

Die ersten von Kulula genutzten Flugzeuge waren Boeing 727-200, die später durch modernere, leisere und kostengünstigere Boeing 737-400 ersetzt wurden. Diese Flugzeuge waren von Safair geleast worden und befinden sich heute nicht mehr im Einsatz. Eine einheitliche Flottenpolitik war zu dieser Zeit nicht zu erkennen, da Flugzeuge verschiedener Muster, wie beispielsweise Boeing 737 und McDonnell Douglas MD-82 betrieben wurden. Dies änderte sich 2008, als man die MD-82 abtrat und durch weitere Boeing 737 ersetzte.

In einer Werbekampagne im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hatte Comair ihren Markenauftritt Kulula als „Unofficial National Carrier of the ‚you-know-what‘“ (dt. Inoffizielle Fluglinie der Sie-wissen-schon) bezeichnet. Prompt wurde die Gesellschaft vom Weltfußballverband FIFA verklagt. Der Verband bezichtigte Comair in der Werbeanzeige einen nicht genehmigten Bezug zur WM hergestellt zu haben. Daraufhin startete Kulula noch eine Werbekampagne und pries günstige Flüge für alle an, außer für den damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, für den alle Flüge gratis seien. Der Besitzer eines Boston-Terriers änderte den Namen seines Hundes in Sepp Blatter und nahm dieses Angebot an. Auf der Facebook-Seite von Kulula wurde der Hund als neues Maskottchen vorgestellt. In der neuen Werbung hieß es: Es sei offiziell. „Sepp Blatter fliegt mit uns“.[4][5][6] Die Werbekampagne fand in der Presse international Beachtung und vergrößerte den Bekanntheitsgrad von Kulula.

Von den Flughäfen O. R. Tambo und Lanseria nahe Johannesburg fliegt Comair unter der Marke Kulula Ziele im Inland an.[7]

Andere GeschäftsbereicheBearbeiten

Unter der Marke „SLOW Lounges“ betreibt Comair exklusive Wartebereiche auf den Flughäfen in Johannesburg, Kapstadt, Durban und Lanseria. Außerdem existiert ein eigenes Cateringunternehmen namens „Food Directions“ sowie eine Reiseplattform namens „Kulula Holidays“ und ein Ausbildungs- und Trainingszentrum, das „Comair Trainings Centre“.[8]

FlugzieleBearbeiten

Es werden zur Zeit (Stand Oktober 2018) 14 nationale und internationale Ziele:

FlotteBearbeiten

ComairBearbeiten

Mit Stand August 2019 besitzt Comair eine Flotte von 19 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 15,8 Jahren:[9]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[10] Anmerkungen Sitzplätze
(Business/Economy)
Boeing 737-400 5 162 (–/162)
Boeing 737-800 13 1 mit Winglets ausgestattet 174 (–/174)

162 (24/138)

Boeing 737 MAX 8 1 7 - offen -
Gesamt 19 8

Kulula.comBearbeiten

Mit Stand Juli 2019 besitzt Kulula.com eine Flotte von 10 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 12,8 Jahren:[11]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze
Boeing 737-400 1 162
Boeing 737-800 9 186

189

Gesamt 10

ZwischenfälleBearbeiten

  • Am 1. März 1988 zerbrach eine Embraer EMB 110 (ZS-LGP), die die Comair von der Bop Air geleast hatte, nach einer Bombenexplosion auf dem Flug von Phalaborwa nach Johannesburg wenige Minuten vor der Landung in der Luft. Dabei kamen alle 17 Personen an Bord ums Leben. Ein Passagier, der kurz zuvor eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen hatte, war vermutlich der Täter.[12] (siehe auch Comair-Limited-Flug 206)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Comair Limited – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Annual Financial Report 2018. Comair. Abgerufen am 2. Oktober 2018.
  2. kulula.com, Legal - British Airways international flights, Franchises
  3. Aero Transport Data Bank, Comair
  4. Der Spiegel - Billigflieger bringt FIFA-Chef auf den Hund, 3. Juli 2010 abgerufen am 3. Juli 2010
  5. Stuttgarter Zeitung - Selbst das Königreich Fifa ist machtlos, 23. Juni 2010@1@2Vorlage:Toter Link/www.stuttgarter-zeitung.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. abgerufen am 3. Juli 2010
  6. Handelszeitung - Dabei könnte Blatter gratis fliegen, 23. Juni 2010 (Memento des Originals vom 25. Dezember 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.handelszeitung.ch abgerufen am 3. Juli 2010
  7. kulula.com - routes (englisch), abgerufen am 23. März 2015
  8. a b Astrid Röben: AERO INTERNATIONAL Artikel: Die Junggebliebene. Hrsg.: Dietmar Plath. Nr. 06/2018. JAHR TOP SPECIAL VERLAG, Hamburg Juni 2018.
  9. Comair Fleet Details and History. Abgerufen am 10. August 2019.
  10. boeing.com - Orders and Deliveries (englisch) abgerufen am 16. November 2017
  11. Kulula.com Fleet Details and History. Abgerufen am 10. August 2019.
  12. Flugunfalldaten und -bericht Comair, Embraer EMB 110, 1. März 1988 im Aviation Safety Network