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Carlos Otto

Carlos Friederico Otto (* 7. März 1838 in Mirador, Mexiko; † 13. November 1897 in Ahrweiler) war ein deutscher Chemiker und Schüler Liebigs. Er entwickelte die Möglichkeit der Gewinnung von Nebenprodukten bei der Verkokung von Kohle und wurde somit zu einem Wegbereiter der Kohlechemie. Er war Mitbegründer der Firma Dr. C. Otto & Comp.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Otto wurde 1838 als Sohn der Bertha Raven (1805–1884) und des ehemaligen hessischen Landrichters Johann Ludwig Otto (1797–1840) in Mexiko geboren, wo dieser seit 1835 als Unternehmer und Landwirt tätig war. Das Paar hatte noch einen älteren Sohn Bruno (1829–1904), der später Eisenbahntechniker und preußischer Geheimer Baurat wurde.[1]

Nach dem Tod seines Vaters kehrte Ottos Familie nach Gießen zurück. Dort besuchte er von 1845 bis 1855 ein Gymnasium und begann anschließend ein Studium der Kameralwissenschaften an der Universität Gießen, entschied sich dann aber stattdessen für Chemie und wurde darin 1858 promoviert. Danach besuchte er die Bergakademie Freiberg. 1860 trat er eine Stelle als Chemiker bei dem Unternehmen H. J. Vygen & Co. in Hochfeld an, das feuerfeste Steine für die Hüttenindustrie herstellte. Dort tat sich Otto durch die Einführung neuer Produkte hervor. 1862 übernahm er die technische Leitung und 1864 wurde er Prokurist.[1]

1866 heiratete er Lina Hiby (1842–1887), die Tochter eines Großbauern, in Hattingen. Mit ihr bekam er vier Töchter und zwei Söhne Fritz (1876–1925) und Carl (1887–1970), die später ebenfalls im Kokereianlagenbau tätig waren.[1]

1872 gründete Otto zusammen mit vier weiteren Gesellschaftern, zu denen neben seinem Schwiegervater auch sein Schwager Hiby gehörten, die Firma Dr. C. Otto & Comp. in Bochum, wobei er als alleinverantwortlicher Geschäftsführer auftrat. Das Unternehmen entwickelte sich bald zu einem bedeutenden Produzenten von feuerfesten Produkten. Es stellte bereits 1875 Steine aus Quarzit mit Kalkbindung (Silika-Steine) her. Während der Wirtschaftskrise führte Otto 1876 neue Geschäftsfelder ein. Sein Unternehmen wurde weltweit im Koksofenbau führend. Ende des 19. Jahrhunderts war Dr. C. Otto & Comp. Deutschlands größter Produzent von Teer. Otto unterstützte die Schutzzollpolitik und versuchte, mit anderen Unternehmen Kartelle zu bilden. Er war Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins deutscher Fabriken feuerfester Producte sowie Vorbereiter der Deutschen Ammoniak-Verkaufs-Vereinigung und der Deutschen-Teer-Verkaufs-Vereinigung, die später von seinem Nachfolger in der Geschäftsführung, Gustav Hilgenstock, gegründet und geleitet wurden. Er engagierte sich außerdem in verschiedenen Gremien von Dahlhausen, wo er unter anderem Gemeindevorsteher war.[1]

1897 starb Otto im rheinländischen Ahrweiler. Seine Grabstätte in Linden steht seit 1996 unter Denkmalschutz.[2]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Manfred Rasch: Otto, Friedrich (eigentlich Frederico) Victor Carl(os). In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-00200-8, S. 707 f. (Digitalisat).
  2. Begründung in der Bochumer Denkmalliste (PDF-Datei; 367 kB)